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04.10.2013

11:36 Uhr

Apple-Rivale

Samsung peilt Rekordgewinn an

Achtung Apple: Der koreanische Elektronikkonzern Samsung rechnet dank höherer Chip-Preise mit einem Rekordgewinn. Man erwarte im dritten Quartal einen Zuwachs um 25 Prozent – obwohl die Aussichten für das S4 mau sind.

Auf Rekordkurs: der S üdkoreanische Technologiekonzern Samsung. dpa

Auf Rekordkurs: der Südkoreanische Technologiekonzern Samsung.

SeoulDer südkoreanische Technologie-Riese Samsung ist dank seiner Dominanz im Smartphone-Markt und höherer Chip-Preise erneut auf Rekordkurs. Der operative Gewinn erhöhte sich auf etwa 10,1 Billionen Won (6,9 Mrd Euro), wie der weltgrößte Produzent von Speicherchips, Fernsehern und Handys am Freitag in seinem Ergebnisausblick für das dritte Quartal 2013 mitteilte. Das wäre im Jahresvergleich ein Anstieg von 25 Prozent. Seine Quartalsbilanz will Samsung am 25. Oktober vorstellen.

Bereits im zweiten Quartal hatte der Apple-Konkurrent mit etwa 9,5 Billionen Won eine neue Bestmarke beim Gewinn aus den gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten erreicht. Beim Umsatz erwartet Samsung für die Monate Juli bis September einen Anstieg um 13,1 Prozent auf 59 Billionen Won. Zum Nettogewinn machte der Konzern wie gewöhnlich in seinem Ausblick noch keine Angaben. Genauere Zahlen wollen die Südkoreaner Ende des Monats bekanntgeben.

Die Chip-Preise steigen seit Ende des vergangenen Jahres, weil sich Hersteller jahrelang mit Investitionen zurückhielten. Zudem hat sich an das Angebot verknappt, weil es Anfang September in einer chinesischen Fabrik von SK Hynix ein Feuer gab.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

ZTE

ZTE verkaufte im zweiten Quartal 10,1 Millionen Smartphones, ein deutliches Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil liegt bei 4,2 Prozent. Insgesamt setzte der chinesische Hersteller 15,3 Millionen Handys ab.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

Neben den steigenden Chip-Preisen verdankt Samsung den Gewinnsprung auch dem robusten Absatz von Smartphones im unteren und mittleren Preisbereich. Dagegen hat sich nach Einschätzung von Analysten der Verkauf des Smartphone-Topmodells Galaxy S4 spürbar verlangsamt. Der Absatz ging von 20 Millionen Stück in den beiden Monaten nach der Markteinführung im April auf rund 15 Millionen Einheiten im dritten Quartal zurück, wie das Wertpapierhaus Hyundai Securities in Seoul vermutet. „Die Marktsättigung wird ein wichtiger Faktor sein, mit dem die Unternehmen zu kämpfen haben“, sagte ein Analyst dazu.

Für das eben begonnene Schlussquartal des Jahres erwarten die Experten von Hyundai Securities, dass Samsung einen operativen Gewinn von 10,7 Billionen Won einfahren wird. Dann würden sich auch die Folgen eines Großbrands im September in den Fertigungsanlagen des südkoreanischen Chipherstellers SK Hynix in China auf die Preise auswirken.

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