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24.02.2017

14:28 Uhr

Apple, Samsung und Co.

Deutsche kaufen erstmals weniger Smartphones

Seit der Einführung des iPhone 2007 legte der Smartphone-Markt Jahr um Jahr kräftig zu. Doch dieser Trend ließ 2016 nach. Auch das Geschäft mit Digitalkameras und Co. schwächelte 2016.

Nach jahrelangem Wachstumskurs sind 2016 in Deutschland erstmals weniger Smartphones verkauft worden als im Vorjahr. dpa

Smartphones

Nach jahrelangem Wachstumskurs sind 2016 in Deutschland erstmals weniger Smartphones verkauft worden als im Vorjahr.

Frankfurt/BerlinNach jahrelangem Wachstumskurs sind in Deutschland 2016 erstmals weniger Smartphones verkauft worden als im Vorjahr. Nach Branchenzahlen vom Freitag haben Händler im vergangenen Jahr mit rund 23,2 Millionen Geräten etwa zwei Millionen Smartphones weniger als 2015 verkauft. „Der Markt ist gesättigt, sollte dieses Jahr aber stabil bleiben“, sagte Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender des Branchenverbands für Unterhaltungselektronik gfu.

Trotz leicht gestiegenem Durchschnittspreis ging auch der Smartphone-Umsatz um 2,7 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro zurück. „Mit den gigantischen Stückzahlen bleiben Smartphones trotzdem das größte Segment, das wir haben“, sagte Kamp.

Die iPhone-Evolution

Von Modell zu Modell

Das erste iPhone im Jahr 2007 hat den Vormarsch der Smartphones angestoßen und nicht nur die Mobilfunk-Industrie umgekrempelt. Ein Überblick über die Entwicklung der Geräte von Modell zu Modell:

Das erste iPhone

Für das Jahr 2007 waren der große Touchscreen ganz ohne Tastatur und die Bedienung per Finger ein radikales Konzept, das die Smartphone-Revolution entscheidend anschob. Dabei verzichtete Apple bei der ersten Version sogar auf den schnellen UMTS-Datenfunk. (Quelle: dpa)

iPhone 3G

Ein iPhone 2 gab es nie – stattdessen kam im Sommer 2008 das iPhone 3G, was auf die Unterstützung des 3G-Standards UMTS hinwies. Das Aluminium-Gehäuse wurde durch eine Plastik-Schale ersetzt. Mit dem App Store öffnete Apple die Plattform für Programme verschiedener Entwickler.

iPhone 3GS

Mit dem Modell des Jahres 2009 führte Apple sein „Tick-Tock“-Prinzip ein, bei dem die iPhones alle zwei Jahre radikal erneuert werden und es zwischendurch ein „S“-Modell im unveränderten Design, aber mit aufgerüstetem Innenleben gibt. Das 3GS bekam eine bessere Kamera und einen schnelleren Chip.

iPhone 4

Das letzte Modell, das Gründer Steve Jobs noch selbst vorstellte. Das kantige Design des iPhone 4 mit einer gläsernen Rückwand war 2010 aufsehenerregend, zugleich häuften sich zunächst Berichte über Empfangsprobleme mit der Antenne am Außenrand.

iPhone 4S

Apple ließ sich 15 Monate Zeit bis Oktober 2011 mit einer Aktualisierung. Zu den Neuerungen gehörte neben technischen Verbesserungen die Sprachassistentin Siri.

iPhone 5

Während die Smartphones der Wettbewerber immer größer wurden, erweiterte Apple 2012 zunächst vorsichtig die Bildschirm-Diagonale von 3,5 auf 4 Zoll. Zugleich wurde das Gerät deutlich dünner gemacht und bekam wieder eine Aluminium-Hülle.

iPhone5S

Die wichtigste Neuerung im Herbst 2013 war der Fingerabdruck-Sensor zum Entsperren der Telefone. Zudem entwickelte Apple unter anderem die Kamera weiter.

iPhone 6

Erstmals entschied sich Apple 2014 für zwei neue Modelle mit deutlich größeren Bildschirmen mit Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll. Der Schritt löste einen Absatzsprung aus, Apple kam monatelang der Nachfrage nicht hinterher. Die Geräte wurden abermals dünner.

iPhone 6S

Gleiches Gehäuse, bessere Technik – das reichte im Weihnachtsquartal 2015 knapp für den nächsten Absatzrekord von knapp 74,8 Millionen verkauften iPhones.

iPhone 7

Zum ersten Mal geht Apple ins dritte Jahr mit einem weitgehend unveränderten äußeren Design. Aber Apple verzichtete unter anderem auf die klassische Ohrhörer-Buchse zugunsten des digitalen „Lightning“-Anschlusses.

Insgesamt war der Branchenumsatz 2016 laut Cemix-Index des gfu leicht rückläufig und blieb hinter den Erwartungen zurück. Mit 26,6 Milliarden Euro wurden Lautsprecher, Fernseher, Telefone und Co. im Wert von rund einer Milliarden Euro weniger als im Vorjahr umgeschlagen. Daran soll sich nach Expertenangaben auch im laufenden Jahr wenig ändern.

Notebooks, Desktop-Rechner und Tablets blieben wie in den Jahren zuvor auch 2016 die Sorgenkinder der Branche. Die PCs fuhren mit 6,9 Milliarden Euro Umsatz im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von rund 8,6 Prozent ein. Hoffnungsträger sind dagegen teure großformatige TV-Geräten wie Ultra HD-Fernseher mit rund acht Millionen Bildpunkten. Mit ihnen wurde bei 124 Millionen Euro fast 80 Millionen Euro mehr Umsatz gemacht als im vorvergangenen Jahr.

Auch Wearables legten massiv zu: Mit knapp drei Millionen Geräten wurden fast eine Millionen mehr Smartwatches, Fitness-Tracker und ähnliches als noch 2015 verkauft. Das bescherte ein Umsatzplus von gut 83 Prozent auf 437 Millionen Euro. Viel versprechen sich die Experten von vernetzten Audio-Home-Systemen wie Sonos oder Raumfeld, mit denen sich etwa im Haushalt verteilte Lautsprecher verbinden und zentral steuern lassen.

Sie legten um 25 Prozent auf 388 Millionen Euro zu. Zudem ließen 1,2 Millionen verkaufte Digitalradios den Umsatz in diesem Segment um 27,5 Prozent auf 176 Millionen Euro wachsen. Verbraucher könnten mit den vernetzten Audiogeräten selbst zu Programmdirektoren werden und sich ihre Musik dorthin holen, wo sie sind, erklärte Kamp die Attraktivität der Modelle.

Von

dpa

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