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12.02.2015

10:23 Uhr

Apple-Sozialbericht

Überstunden und horrende Gebühren bei Apple-Zulieferern

Um einen Job bei einem Apple-Zulieferer zu ergattern, bezahlten Arbeiter in Asien teils horrende Vermittlungsgebühren. Diese Praxis hat der iPhone-Hersteller nun gestoppt – und Einblick in die Arbeitsbedingungen gegeben.

Ein Job bei Apple ist in Asien hart umkämpft, dafür zahlen Arbeiter auch horrende Gebühren. dpa

Rückzahlungen bei Apple

Ein Job bei Apple ist in Asien hart umkämpft, dafür zahlen Arbeiter auch horrende Gebühren.

CupertinoArbeiter von Apple-Zulieferbetrieben haben überhöhte Gebühren erstattet bekommen, die lokale Agenturen für die Vermittlung eines Jobs bei Zulieferern des iPhone-Herstellers verlangt hatten. „Insgesamt wurden 3,96 Millionen Dollar an Beschäftigte in Drittfirmen zurückgezahlt, denen Arbeitsvermittlungsfirmen diese maßlosen Gebühren abgenommen hatten“, sagte Jeff Williams, der bei Apple als Senior Vice President für die Produktion verantwortlich ist. Weltweit wurden im vergangenen Jahr 633 Zulieferbetriebe überprüft, bei denen insgesamt 1,6 Millionen Beschäftigte arbeiten.

In 210 Betrieben sei 2014 erstmals eine Überprüfung dieser Art vorgenommen worden. In manchen Firmen habe man festgestellt, dass Beschäftigte unbezahlte Überstunden in einem erheblichen Umfang leisten mussten. Auch hier habe man die Mängel abstellen lassen, und die Zulieferer mussten den Betroffenen insgesamt 900.000 Dollar an Entschädigung zahlen. „Und die zu jungen Arbeiter, die wir entdeckt haben, wurden bei fortlaufenden Lohnzahlungen in die Schulen zurückgeschickt.“

Insgesamt wurden dem Bericht zufolge von den Prüfern zwölf zu junge Arbeiter entdeckt. In vier weiteren Fällen wurden die Beschäftigten zu jung eingestellt, hatten aber zum Zeitpunkt der Kontrollen das Mindestalter erreicht. In 73 Betrieben hätten Beschäftigte im Alter unter 18 Jahren entgegen Apples Vorgaben Überstunden oder Nachtschichten arbeiten müssen. Bei Apple-Zulieferern dürfen Mitarbeiter ab einem Alter von 15 Jahren beschäftigt werden, auch wenn lokale Mindestgrenzen tiefer liegen.

Die Arbeitsverhältnisse in den Zulieferfirmen von Apple werden immer wieder kritisch beobachtet, auch weil es vor Jahren mehrere Selbsttötungen von Arbeitern beim Apple-Partner Foxconn in China gab.

Kommentare (1)

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Herr M. M.

12.02.2015, 08:52 Uhr

Die Versklavung hat eine Perfektion erreicht,da würden den alten Ägyptern und Römern die Augen herausfallen.Wer reich werden will,braucht Sklaven,denn von eigener Hände Arbeit ist noch keiner reich geworden.Wenn die Ausbeutung selbst dem Ausbeuter die Schamesröte ins Gesicht treibt,dann muss man sich wirklich fragen,wohin fährt das Schiff "Menschheit"eigentlich?
Wirtschaften um der Effizienz willen und nicht der Effektivität willen,bleibt immer unbefriedigend.
Georg Schramm hat es so formuliert:
"Denn die Kernenergie des Bösen ist die Habgier.Deswegen wird sie seit Tausenden von Jahren von allen ernst zu nehmenden Religionsführern geächtet und bekämpft.
Aber sie ist deswegen unausrottbar,weil die Habgier durch den Besitz nicht gestillt wird,sondern nur durch den Erwerb.
Und das ist ein flüchtiger Augenblick!
Das ist die Lösung des Rätsels,warum die Reichen immer mehr Besitz anhäufen müssen,auf Kosten der Armen."

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