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09.09.2016

18:44 Uhr

Apple stellt Gold-Uhr ein

Die Schweizer Luxus-Liga atmet auf

Apple hat in dieser Woche eine neue Smartwatch vorgestellt. Im Gegensatz zum Vorgänger ist diese aber nicht mehr in Gold erhältlich. Das sieht die Schweizer Uhrenbranche als Sieg – der Apple-Angriff ist abgewehrt.

Apple positioniert die Smartwatch als Fitness-Gadget. Reuters

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Apple positioniert die Smartwatch als Fitness-Gadget.

Während Apple-Fans sich in dieser Woche vor allem den Kopf über den fehlenden Kopfhörer-Anschluss beim neuen iPhone zerbrachen, fehlte auch bei der aufgefrischten Smartwatch etwas: die besonders teure Luxusversion.

Die neue „Series 2“ der smarten Apple-Uhr, die am Mittwoch in San Francisco vorgestellt wurde, umfasst unter anderem Modelle mit Lederarmbändern vom Handtaschenhersteller Hermès. Doch Apple verzichtete auf die 18-Karat-Gold-Version, getragen von Stars wie Beyoncé, die für bis zu 17.000 Dollar (umgerechnet 15.078 Euro) über die Ladentische ging. Ersetzt wurde sie durch eine Keramik-Variante, die nun ab 1.249 Dollar zu haben ist. Apple arbeitet zudem mit Nike bei einer Uhr zusammen, die für Läufer gedacht ist.

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Nachdem Apple die Uhr zu Anfang als Mode-Accessoire angepriesen hatte, wurde sie zuletzt zunehmend als Fitness-Gerät unter die Leute gebracht. Der Fall unterstreicht die Gefahr, die mit der Vermarktung eines Gadgets als Luxus-Produkt einhergeht. Branchen-Blogger hatten Apples Gold-Version als Spielerei verhöhnt. In der Öffentlichkeit wurde das Gerät – jenseits von Beyoncé und Mode-Designer Karl Lagerfeld – kaum gesichtet.

Der Rückzug lässt die Schweizer Uhrenbranche aufatmen. Sie hatte argumentiert, dass sich Jahrhunderte an handwerklichem Können nicht einfach in Luft auflösen würden, nur weil ein Technologie-Unternehmen auf den Markt dränge. „Apple gibt zu, dass es im Bereich der Uhren kein Luxus-Produkt ist", sagt James Dowling, Co-Autor des Buchs „The Best of Time: Rolex Wristwatches“. „Tatsächlich kündigt es an, dass es nicht länger im Uhren-Geschäft ist, sondern dass es im Gesundheits-Tracking-Geschäft ist.“

Zwar hatte die Ankunft der Apple Watch keine Auswirkungen auf das obere Ende des Uhren-Marktes. Doch das Gerät belastete den Absatz von nicht ganz so teuren Produkten und veranlasste Firmen wie Montblanc und TAG Heuer dazu, selbst eigene elektronische Funktionen anzubieten.

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