Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.10.2014

06:37 Uhr

Apple stellt iPad Air 2 und iPad mini 3 vor

Das Ende des Booms

VonAxel Postinett

Etwas dünner, etwas schneller – sieht so die Antwort auf die Krise aus? Die glanzlose Präsentation neuer iPads hinterlässt Sorgenfalten bei Analysten. Auch die Börse reagiert ernüchtert auf die Apple-Produktoffensive.

Es wird geliefert, was erwartet wird

„Apples Innovationen werden immer geringer“

Es wird geliefert, was erwartet wird: „Apples Innovationen werden immer geringer“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

San FranciscoStephen Colbert brachte es auf den Punkt. Am Ende eines witzigen Telefoninterviews während der iPad-Präsentation herrschte der in den USA für seine scharfe Zunge bekannte TV-Satiriker Apple-Softwarechef Craig Federighi an: „Jetzt aber zurück an die Arbeit. Weißt Du, was ich sehe, wenn ich auf mein Handgelenk schaue? Mein Handgelenk! Wo ist die Uhr? Zack zack, ich lechze nach etwas Schmuck.“

Colbert hatte die Lacher im Saal auf seiner Seite und ungewollt das Reizthema des Tages in Cupertino gesetzt. Apple fehlen die Innovationen, das Warten nervt. Mit einem Wisch hatte Colbert die Bemühungen von CEO Tim Cook zunichte gemacht, eine heile Apple-Welt zu präsentieren.

Der sparte weder mit Superlativen für die eigenen Produkte noch mit hämischen Seitenhieben auf die Konkurrenz. Apple nahm sich sogar mit einem witzigen Video selbst auf den Arm, was die berüchtigte Geheimhaltung im Konzern angeht. Am Mittwoch hatte Apple peinlicherweise selbst auf seiner iTunes-Seite Details der neuen iPads veröffentlicht. Doch es nutzte nichts, Colberts Arbeitsanweisung machte den Punkt.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

iPhone 6 und iPhone 6 Plus

Die sichtbarste Neuerung bei der jüngsten iPhone-Generation sind die Maße: iPhone 6 und iPhone 6 Plus sind mit 4,7 bzw. 5,5 Zoll deutlich größer als die Vorgänger. Damit reagiert Apple auf den Boom der Phablets, also der übergroßen Smartphones. Die Geräte unterstützen den Bezahldienst Apple Pay, der über den Nahfunkstandard NFC Daten überträgt.

Die Aktie gab bereits während der Vorstellung neuer iPads, eines neuen Schreibtisch-Computers iMac mit besonders hochauflösendem Bildschirm und einem leicht verbesserten Apple Mac mini um 1,31 Prozent nach. Nachbörslich ging es dann leicht weiter nach unten.

Während das neue iPad Air 2 mit spürbaren Verbesserungen im Detail aufwartet, so fehlt doch jede Innovation, die die lahmenden Verkäufe der Tablets ankurbeln könnte. Das große iPad Air 2 ist nur noch 6,1 Millimeter dünn, laut Apple 40 Prozent schneller als der Vorgänger und bekommt eine bessere Kamera sowie ein verbessertes Display, das weniger spiegelt.

Dazu kommt der Fingerabdruck-Leser aus dem iPhone, den auch das iPad mini 3 erhält. Aber das war es im Prinzip auch. Für J.P. Gownder von Forrester Research reicht das nicht aus: „Die neuen Features verbessern die Chance, dass Unternehmen und Privatkäufer ihre alten iPads upgraden, vor allem, weil der Preis leicht gesunken ist.

Trotzdem ist besonders für Unternehmenskunden das Fehlen eines neuen 12,9-Zoll-iPads enttäuschend. Um das iPad wieder auf Wachstumskurs zu bringen sind Innovationen im Formfaktor dringend erforderlich.“ Die leichte Preissenkung bei den neuen Modellen sorgt bereits für besorgte Stimmen, die die Gewinnmargen schrumpfen sehen.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Manfred Schreyer

17.10.2014, 09:03 Uhr

Typisch, erst wird gemeckert, Apple sei zu teuer und sollte billigere Produkte bringen, dann senkt Apple die Preise bei besserer Qualität und die Analysten befürchten einen Gewinneinbruch.

Es nervt, dass ein Unternehmen immer nur nach Innovatitionen beurteilt wird. Apple macht sehr gute Umsätze und tolle Gewinne, hat eine volle Kasse und Spitzenprodukte, die die Kunden auch intensiv nutzen. Es ist extrem schwer, die besten Geräte immer noch besser zu machen. Da hilft dann manchmal nur immer dünner oder immer größer.
Das neue Bezahlsystem ist eine Innovation und scheint vom Markt in den USA angenommen zu werden. Die AppleWatch wird wenn die Technik stimmt ein Renner, lieber etwas Geduld als Müll auf den Markt werfen. Und die eigenen Software-Produkte werden auch immer besser. Was es bringt, ständig neue Geräte unterschiedlicher Preisklassen zu bringen sieht man an Samsung. Trotz großem Marktanteil relativ schlechte Unternehmensergebnisse. Dann lieber weniger, bessere Qualität und erstklassige Gewinne.
Ich kaufe auch als Apple Fan nicht ständig das Neuste. Mein Iphone 5 mit 64 GB reicht völlig für das was ich damit mache, spielen und arbeiten tue ich mit dem iPad Air wobei ich da ein Update anstrebe und das aktuelle Gerät dann meiner Frau schenke... aber das eilt nicht. Die Uhr werde ich mir holen und wenn mal was über ist, ein neues Notebook oder mal einen Desktop Mac mit geilem Bildschirm. Muss aber nicht alles auf einmal sein. Bisher ist es so, dass durch die Software die meisten Apple Geräte auch nach Jahren noch top sind. Und immer noch ihr Geld wert. Das ist für mich mehr Innovation als ständig neue Hardware, die nach einem halben Jahr schon wieder out ist.
Habe mir ein Galaxy angesehen. Hardware ist nicht schlecht aber Android wäre absolut nicht mein Fall. Das ist meilenweit von Apple entfernt. Das ist auch der Grund warum alle Apple User ihre Geräte lieben und nutzen. Wegen absolut geiler Software !!!

Herr wulff baer

17.10.2014, 09:13 Uhr

Mein Gott, die Jubel-Perser vom Schah von Persien waren im Vergleich hierzu wahre Dilettanten.

Herr Thomas Ungläubig

17.10.2014, 10:57 Uhr

Anal-ysten ;–))

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×