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13.09.2017

10:37 Uhr

Apple stellt neues iPhone vor

Ein X für über 1000 Euro

VonChristof Kerkmann

Das neue iPhone X setzt Maßstäbe: Die ganze Front des neuen Apple-Smartphones wird zum Bildschirm, bei der Entsperrung hilft eine Gesichtserkennung. Das lässt sich der Konzern üppig bezahlen. Die Neuheiten im Überblick.

Neues iPhone: Apples iPhone X AP

Das neue Apple iPhone X

Das Display streckt sich nun bis an die Gehäusekante und der Home Button verschwindet

Cupertino/Düsseldorf„One more thing“ – mit diesem Satz pflegte Steve Jobs zu Lebzeiten wichtige Produkte anzukündigen. Am Dienstag sprach auch Tim Cook, sein Nachfolger als Apple-Chef, die bekannten Worte aus, als er das iPhone X vorstellte. Das neue Spitzenmodell des Konzerns sei der „größte Sprung nach vorne seit dem Original-iPhone“, das vor zehn Jahren herauskam.

Es war die Nachricht des Tages, über die zahlreiche Medien und Technologieblogs tagelang spekuliert hatten – oft mit großer Genauigkeit, wie die Präsentation in Cupertino zeigte. Doch Apple bringt zum Weihnachtsgeschäft einige weitere Produkte heraus, etwa eine überarbeitete Version der Set-Top-Box Apple TV und eine Apple Watch mit eigener Internetverbindung. Bei vielen neuen Funktion gilt: Das hat man schon woanders gesehen. Ein Überblick.

Nach 7 kommen 8 und X


Apple führt drei neue Telefone ein. iPhone 8 und 8 Plus sind die Nachfolger der aktuellen Gerätegeneration. Das Design bleibt weitgehend wie in den Vorjahren, sieht man vom Glas auf der Rückseite ab. Es ist nötig, um die wohl größte Neuerung zu ermöglichen: Die Geräte lassen sich kabellos laden – ein Aluminiumgehäuse wäre dabei ein Hindernis.

Die weiteren Neuerungen sind nützlich, aber unspektakulär: Die Prozessoren sind wie zu erwarten deutlich schneller, der Bildschirm gibt Farben akkurater wieder, die Kameras haben einen größeren Sensor. So wie es bei der Weiterentwicklung eines Smartphones zu erwarten ist. Das hindert Apple nicht daran, die Preise anzuziehen: Die Geräte kommen ab 800 Euro auf den Markt – damit zielen sie wie üblich aufs Premiumsegment.

Eine radikale Neuentwicklung ist dagegen das iPhone X, bei dem der Zusatz für die römische Zahl Zehn steht: „iPhone zehn“ heißt es also. Die offensichtlichste Neuerung ist der Bildschirm: Er reicht fast bis an die Kanten des Gerätes, wodurch das große Format von 5,8 Zoll kleiner wirkt. Und weil auch der Home-Button verschwindet, steht fast die gesamte Vorderseite für Fotos, Videos oder Nachrichten zur Verfügung. Zum Vergleich: Die Plus-Modelle haben ein größeres Gehäuse, aber ein kleineres Display.

Damit greift Apple einen Trend auf, der sich bei Premium-Smartphones mehr und mehr durchsetzt. Samsung hat beispielsweise beim Galaxy S8 und Note 8 den Rand fast vollständig verschwinden lassen. „Apple hat ein Galaxy-Gerät gebaut!“, witzelte daher ein Mitarbeiter der Satiresendung Daily Show auf Twitter.

Die iPhone-Evolution

Von Modell zu Modell

Das erste iPhone im Jahr 2007 hat den Vormarsch der Smartphones angestoßen und nicht nur die Mobilfunk-Industrie umgekrempelt. Ein Überblick über die Entwicklung der Geräte von Modell zu Modell:

Das erste iPhone

Für das Jahr 2007 waren der große Touchscreen ganz ohne Tastatur und die Bedienung per Finger ein radikales Konzept, das die Smartphone-Revolution entscheidend anschob. Dabei verzichtete Apple bei der ersten Version sogar auf den schnellen UMTS-Datenfunk. (Quelle: dpa)

iPhone 3G

Ein iPhone 2 gab es nie – stattdessen kam im Sommer 2008 das iPhone 3G, was auf die Unterstützung des 3G-Standards UMTS hinwies. Das Aluminium-Gehäuse wurde durch eine Plastik-Schale ersetzt. Mit dem App Store öffnete Apple die Plattform für Programme verschiedener Entwickler.

iPhone 3GS

Mit dem Modell des Jahres 2009 führte Apple sein „Tick-Tock“-Prinzip ein, bei dem die iPhones alle zwei Jahre radikal erneuert werden und es zwischendurch ein „S“-Modell im unveränderten Design, aber mit aufgerüstetem Innenleben gibt. Das 3GS bekam eine bessere Kamera und einen schnelleren Chip.

iPhone 4

Das letzte Modell, das Gründer Steve Jobs noch selbst vorstellte. Das kantige Design des iPhone 4 mit einer gläsernen Rückwand war 2010 aufsehenerregend, zugleich häuften sich zunächst Berichte über Empfangsprobleme mit der Antenne am Außenrand.

iPhone 4S

Apple ließ sich 15 Monate Zeit bis Oktober 2011 mit einer Aktualisierung. Zu den Neuerungen gehörte neben technischen Verbesserungen die Sprachassistentin Siri.

iPhone 5

Während die Smartphones der Wettbewerber immer größer wurden, erweiterte Apple 2012 zunächst vorsichtig die Bildschirm-Diagonale von 3,5 auf 4 Zoll. Zugleich wurde das Gerät deutlich dünner gemacht und bekam wieder eine Aluminium-Hülle.

iPhone5S

Die wichtigste Neuerung im Herbst 2013 war der Fingerabdruck-Sensor zum Entsperren der Telefone. Zudem entwickelte Apple unter anderem die Kamera weiter.

iPhone 6

Erstmals entschied sich Apple 2014 für zwei neue Modelle mit deutlich größeren Bildschirmen mit Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll. Der Schritt löste einen Absatzsprung aus, Apple kam monatelang der Nachfrage nicht hinterher. Die Geräte wurden abermals dünner.

iPhone 6S

Gleiches Gehäuse, bessere Technik – das reichte im Weihnachtsquartal 2015 knapp für den nächsten Absatzrekord von knapp 74,8 Millionen verkauften iPhones.

iPhone 7

Zum ersten Mal geht Apple ins dritte Jahr mit einem weitgehend unveränderten äußeren Design. Aber Apple verzichtete unter anderem auf die klassische Ohrhörer-Buchse zugunsten des digitalen „Lightning“-Anschlusses.

iPhone 8

Bei zahlreichen Neuerungen im Inneren behielt Apple hier das seit 2014 kaum veränderte Design bei.

iPhone X

Erstmals hat das neue iPhone ein OLED-Display, welches zusätzlich bis zu den Rändern reicht. Außerdem verfügt es über eine Gesichtserkennung zum Entsperren. Dafür wurden der Homebutton und der Fingerabdrucksensor weggelassen.

Das Gerät nutzt die OLED-Technologie, die eine stärkere Leuchtkraft und mehr Schärfe bei weniger Stromverbrauch verspricht. In den Top-Geräten anderer Hersteller kommt sie schon länger zum Einsatz, im iPhone ist es eine Premiere. Man kann es auch wie Apple-Marketingchef Phil Schiller ausdrücken: Es sei das erste OLED-Display, „das fürs iPhone großartig genug ist“. Es beherrscht Standards wie HDR und Dolby Vision, die beispielsweise in Filmen für knackigere Kontraste und schönere Farben sorgen.

Kommentare (8)

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Herr Wolfgang Bürger

13.09.2017, 10:48 Uhr

...wenn das keiner kauft, fällt ganz schnell der Preis.

Herr Wolfgang Wüst

13.09.2017, 10:51 Uhr

APPLE auf der ersten Seite des Handelsblattes.
Was bezahlen die für diese Werbung? Bei dem geforderten Preis könnten die ordentlich was abdrücken.

Herr Ciller Gurcae

13.09.2017, 11:05 Uhr

Man gönnt sich ja sonst nichts.

Und wie sieht das wohl aus, wenn man in der Öffentlichkeit oder vor Kunden ein Wischtelephon von Huawei, Samsung und Konsorten aus der Tasche zieht?

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