Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.07.2016

06:33 Uhr

Apple und das iPhone

Auf dem Weg zum Massenhersteller

VonAxel Postinett

Die Botschaft der aktuellen Apple-Zahlen: Nichts wächst, außer der Umsatz bei iPads und den Internet-Diensten. Das Unternehmen schrumpft und wird es auch künftig tun. Dennoch steigt die Aktie. Das hat seinen Grund.

Apples Quartalszahlen

„Pokémon Go“ soll iPhone-Verkäufe steigern

Apples Quartalszahlen: „Pokémon Go“ soll iPhone-Verkäufe steigern

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

San FranciscoDie positiven Nachrichten zu Apples drittem Quartal sind vordergründig schnell zusammengefasst. Nichts wächst, außer der Umsatz bei iPads und den Internet-Diensten. Bei den Tablets übertünchten jedoch ein Trend zu teureren Modellen und ein geringerer Absatzeinbruch als erwartet den Abwärtstrend. Bei den Internet-Dienstleistungen wie Apple Music, dem App-Store und dem Datenspeicherdienst iCloud gab es ein Plus von 19 Prozent. Der Rest zeigt nach unten.

Der Gesamtumsatz lag mit 42,4 Milliarden Dollar gut 15 Prozent unter den 49,6 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Nettogewinn lag bei phantastischen 7,9 Milliarden Dollar, aber im Jahr zuvor waren es eben unerreichte 10,7 Milliarden Dollar.

Der Hauptgrund für die anhaltende Schwächephase ist der gleiche, wie bereits im Quartal zuvor: das iPhone. 40 Millionen verkaufte Geräte waren ein heftiger Rückschlag gegenüber 47 Millionen ein Jahr zuvor. Zwar schlug sich das Billig-iPhone SE hervorragend, wie Vorstandschef Tim Cook betonte. Doch das bedeutet eben auch einen Rückgang im durchschnittlichen Verkaufspreis von 606 auf 595 Dollar. Der Umsatz der Sparte fiel dementsprechend mit minus 23 Prozent stärker als die Stückzahlen mit 15 Prozent.

Nur in Japan wächst der Absatz noch

Gegenwind gibt es auch im Mac-Markt, bei dem Apple immer wieder stolz darauf verwiesen hatte, wie locker man den kollabierenden Windows-PC-Markt ausstechen konnte. Bei einem Minus von elf Prozent bei den verkauften Einheiten und 13 Prozent beim Umsatz rufen die PC-Wettbewerber nur noch fröhlich nach Cupertino rüber: „Willkommen im Club“.

Das iPad sollte der PC-Ersatz werden, aber das hat nicht hingehauen. In den Schulen der USA stehlen mittlerweile günstige Chrome-Laptops von Google den iPads den Markt und selbst Microsofts Surface kann Marktanteile gewinnen.

Weitere Einbußen: Apple verkauft weniger iPhones

Weitere Einbußen

Apple verkauft weniger iPhones

Schlechtere iPhone-Verkäufe haben Apple im vergangenen Quartal einen deutlichen Geschäftsrückgang beschert. Der Umsatz fiel im Jahresvergleich um 15 Prozent. Trotzdem waren die Zahlen nicht so schlimm wie befürchtet.

Weltweit nach Regionen aufgeteilt, hinterlässt das schwächelnde iPhone ebenfalls seine Spuren. Nur in Japan wächst der Absatz noch. In Europa, den USA, dem Rest der Welt und besonders in China mit einem Minus von 33 Prozent muss Apple herbe Rückschläge verkraften. Zum Teil spielt da natürlich auch der starke Dollar eine Rolle, aber nur verstärkend.

Und der Umsatz wird weiter fallen, sagt Cook voraus. Er gibt als Messwert eine Spanne von 45,5 bis 47,5 Milliarden Dollar vor. Im Mittelpunkt wäre das erneut ein Minus von fast zehn Prozent. Doch trotz der schlechten Zahlen scheinen die Anleger optimistisch zu bleiben. Die Aktie zog nach Börsenschluss um bis zu sieben Prozent an und verteuerte sich auf mehr als 103 Dollar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×