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29.07.2012

19:10 Uhr

Apple vs. Samsung

Patentprozess zieht nach Kalifornien weiter

Seit Monaten waren deutsche Gerichte ein zentraler Schauplatz im Patentstreit von Apple und Samsung. In den nächsten Wochen wird der Kampf bei einem Geschworenen-Prozess in Apple Heimatstaat Kalifornien ausgetragen.

Apple wirft Samsung vor, Design und Funktionen von iPhone und iPad abgekupfert zu haben. dapd

Apple wirft Samsung vor, Design und Funktionen von iPhone und iPad abgekupfert zu haben.

New YorkDer monatelange Patentkrieg von Apple und Samsung steuert auf seinen bisherigen Höhepunkt zu. Im kalifornischen San Jose beginnt am Montag ein großer Prozess, bei dem die gegenseitigen Ideenklau-Vorwürfe der Unternehmen auf den Tisch kommen. Nach Verfahren in fast einem Dutzend Ländern wird der Streit damit wenige Kilometer von Apples Sitz in Cupertino ausgetragen. Wie jüngst bekannt wurde, will Apple mehr als 2,5 Milliarden Dollar Schadenersatz.

Es dürfte noch etwas dauern, bis die Parteien zur Sache kommen können: Zunächst müssen unter anderem die Geschworenen ausgesucht werden. Dann aber wartet auf Gericht und Beobachter eine über Monate zusammengetragene Flut von Beweismaterial und Argumenten. Richterin Lucy Koh schränkte die Redezeit jeder Partei bereits auf 25 Stunden ein und lässt nur je 125 Beweisstücke zu, damit der Prozess nicht ausufert.

Apple hatte das Verfahren mit einer Klage von April 2011 angestoßen. Der US-Konzern ist der Ansicht, dass Samsung für seine Smartphones und Tablets in großem Stil Design und Funktionen von iPhone und iPad abgekupfert hat. Samsung weist dies zurück und wirft Apple im Gegenzug vor, unrechtmäßig diverse von Samsung-Patenten geschützte Technologien zu nutzen, etwa beim UMTS-Datenfunk. Außerdem behauptet Samsung jetzt auch, dass Apple sich von Design-Ideen des Konkurrenten Sony habe inspirieren lassen.

Die Geschichte von Samsung

Konzern mit langer Geschichte

Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras, und und und: Samsung ist einer der größten Elektronikhersteller der Welt. Die Geschichte des südkoreanischen Mischkonzerns begann Ende der 30er Jahre.

Trockennahrung und Getreidemühlen

Den Grundstein des Konzerns legte der Südkoreaner Lee Byung Chul bereits 1938 mit gerade einmal 25 US-Dollar in der Tasche. Er verkaufte Trockennahrung nach China. Nur ein Jahrzehnt später hatte sein anfangs kleines Unternehmen bereits eigene Getreidemühlen und Maschinen zur Herstellung von Konfekt.

Umzug im Korea-Krieg

Während des Koreakrieges (1950-53) musste Lee Byung Chul die Hauptstadt Seoul verlassen, in Busan eröffnete er eine Zuckerraffinerie. Nach dem Krieg gründete er auch eine Textilienfirma und baute eine Fabrik.

Lebensversicherungen

1963 kauft das Unternehmen die Dongbang Lebensversicherungen auf und macht sie zur heutigen Samsung Lebensversicherung. Die Tochtergesellschaft ist größter Versicherer in Südkorea.

Fernseher und Kühlschränke

Ende der 1960er Jahre fängt Samsung an, Elektronik zu produzieren. So kommt 1970 ein Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt. Vier Jahre später erweitert der Konzern seine Palette um Waschmaschinen und Kühlschränke.

Telekommunikationsausrüstung

1980 übernahm Samsung einen Hersteller von Telekommunikationsausrüstung – die Grundlage für das heutige Handygeschäft.

Generationswechsel und Umstrukturierung

Nach dem Tod von Firmengründer Lee Byung Chul 1987 übernimmt dessen Sohn Lee Kun Hee die Geschäfte. Er teilte den Konzern in vier Gruppen, darunter die heute so bekannte Elektroniksparte.

Autotelefone und Smartphones

In den 1980er Jahren brachte Samsung erste Autotelefone heraus. In den 1990er Jahren verkaufte der Konzern Handys, seit den 2000er Jahren auch Smartphones. Inzwischen ist Samsung der größte Anbieter in diesem Segment, noch vor Apple und Nokia.

Tablet-Computer und intelligente Uhren

Apple hat mit dem iPad den Tablet-Markt geschaffen, Samsung macht dem kalifornischen Konzern mit seinen Galaxy-Tab-Geräten aber inzwischen enorm Konkurrenz. Außerdem hat der südkoreanische Hersteller mit der Galaxy Gear eine Smartwatch herausgebracht.

Die beiden Seiten konnten ihre Argumente bereits in diversen Verfahren in anderen Ländern testen. So gelang es Apple in Deutschland, Samsungs Tablet Galaxy Tab 10.1 unter Hinweis auf ein geschütztes Design-Muster lange vom Markt fernzuhalten. Inzwischen haben die Südkoreaner mit der veränderten Variante 10.1N zumindest in den Augen der deutschen Richter eine Form gefunden, die Apples Rechte nicht verletzt. Apple führt außerdem eine Reihe von Patenten auf die Bedienung eines Touchscreen-Bildschirms und die Anzeige von Inhalten ins Feld.

Kommentare (1)

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Lerchenzunge

29.07.2012, 22:13 Uhr

All die anderen Anbieter von Android Smartphones und Tablets haben deutlich gezeigt, dass ein Smartphone oder Tablet nicht zwingend einem Apple Gerät ähneln muss. Einzig Samsung hat recht dreist dermaßen abgekupfert, dass aus einem halben Meter Entfernung kein Unterschied festzustellen ist.

Wenn Samsung 'innovativ' wäre, dann hätten sie selber Smartphones und Tablets zu dem gemacht, was sie sind. Im Gegenteil: Zum Schluss haben sie sogar das iPod Touch kopiert, und nun auch noch Siri. dreister als dreist, fürwahr.

Mit diesem Gebahren bleibt ihnen nur der Titel als dreistester Plagiator unter der Sonne. Deswegen kaufe ich keine Samsung Produkte mehr. Fernseher von Philips, Monitor von LG, DVD Laufwerk von Sony, Netbook von Asus, Samsung kommt mir nicht mehr ins Haus. Entgangener Umsatz von mir bisher knapp 1.700 Euro.

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