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24.04.2012

01:36 Uhr

Apple

Zum Rekord verdammt

VonAxel Postinett

Am heutigen Dienstag wird Apple nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vorlegen. Können neue Rekorde den negativen Aktientrend wieder drehen?

Kunden in einem Apple-Laden. dpa

Kunden in einem Apple-Laden.

San FranciscoDie Analysten sind sich einig: Apple wir ein weiteres Rekordergebnis vorlegen. Von Thomson/First Call befragte Profis rechnen im Schnitt mit einem Gewinn pro Aktie von zehn Dollar und einem Umsatz von 36,6 Milliarden Dollar im abgelaufenen zweiten Quartal des Geschäftsjahres. Das liegt zwar unter dem absoluten Ausnahmequartal zu Weihnachten 2011 - dem ersten Quartal des Geschäftsjahres - mit 46 Milliarden Dollar, setzt jedoch einen neuen Rekord für ein zweites Quartal. Der Anlegerdienst Zacks Investment Research beobachtet 33 Analysten von denen 14 in den vergangenen 30 Tagen ihre Schätzungen angehoben hatten, nur einer revidierte abwärts.

Apple selbst hat eine Schätzung von 8,50 Dollar Gewinn pro Aktie und 32 Milliarden Dollar Umsatz herausgegeben. Im Vorjahr lauteten die entsprechenden Quartalsergebnisse 6,40 Dollar pro Aktie und 24,7 Milliarden Dollar Umsatz. Die Frage ist, wie viel besser wird das Ergebnis als die Apple-eigene Schätzung sein und kann sie auch noch die Analystenschätzungen übertreffen. Dann ist der Weg nach oben für den Kurs wieder frei. In den vergangenen vier Quartalen wurden die durchschnittlichen Analystenschätzungen jeweils um im Schnitt 21 Prozent übertroffen. Die Erwartungshaltung ist entsprechend hoch.

Die Aktie hat nach einer rasanten vier Monate langen Bergfahrt um mehr als 280 Dollar auf einen All-Zeit-Rekord von 644 Dollar am 10. April zuletzt deutlich nachgegeben. Am Montag endete der Kurs an Wall Street bei 571,70 Dollar.

Wie immer in den vergangenen Jahren wird sich das Wohl und Wehe im Mobilbereich entscheiden. Für das iPhone liegen die Schätzungen im Schnitt bei 30 Millionen Stück. Das wäre weniger als im Vorquartal, aber das war ja auch Weihnachten. Im Vergleich zum Vorjahresquartal mit 18,6 Millionen Stück wäre das hingegen ein veritables Plus von 61 Prozent. Aber weniger als im Jahr davor, wo das Wachstum im Jahresvergleich noch 113 Prozent betragen hatte. Verunsicherung hat zuletzt Verizon in den USA ausgelöst. Die iPhone-Verkäufe beim größten Mobilfunkbetreiber lagen mit 3,2 Millionen Stück um 1,1 Millionen niedriger als im Vorquartal. Auch Neuling Sprint hat mit 1,8 Millionen Geräten weniger als erwartet verkauft.

Immer lauter wird auch das Murren der Mobilfunker über die rigide Preispolitik, die Mobilfunker müssen die Geräte voll bezahlen, Garantiemengen abnehmen und dann die Preise herunter subventionieren. Das Geld muss dann über langfristige Datenverträge wieder hereingeholt werden, was angesichts der starken Konkurrenz durch Android-Geräte immer schwieriger wird. „Vereinfacht gesagt“, so Keith Bachmann von BMO Capital Markets, „glauben wir, dass die Apple-Aktionäre profitiert haben, die die Aktionäre der Servideprovider nicht“. Das, so der Analyst werde „nicht endlos so weitergehen.“ Apple werde seine Preispolitik überdenken müssen.

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