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30.06.2012

04:22 Uhr

Apples "Siri" kopiert

Zweites US-Verkaufsverbot für Samsung in nur einer Woche

Apple geht unerbittlich gegen angebliche Nachahmer vor. Samsung darf nach seinem Tablet- nun auch sein Smartphone-Aushängeschild nicht mehr in den USA verkaufen. Ein bitterer Schlag auch für Google.

Dem iPhone zu ähnlich: das Galaxy Nexus von Samsung. dapd

Dem iPhone zu ähnlich: das Galaxy Nexus von Samsung.

San FranciscoIm Streit um Patente bei Tabletcomputern und Smartphones hat der südkoreanische Elektronikriese Samsung eine weitere Niederlage erlitten. Ein US-Bezirksgericht verbot am Freitag mit einer einstweiligen Verfügung den Verkauf des Smartphones Galaxy Nexus in den USA.

Zur Begründung führte die Richterin an, Samsung habe vermutlich Teile von Apples Sprachsteuerungssystem Siri kopiert. Siri war eine große Neuerung beim iPhone 4S und rief viel Begeisterung hervor. Das System ermöglicht es, das Telefon teilweise per Sprache zu steuern.

Dasselbe Gericht hatte bereits am Dienstag mit einer einstweiligen Verfügung den Verkauf des Tabletcomputers Galaxy Tab 10.1 verboten. Es fand der Entscheidung zufolge „Hinweise, dass Samsung sein Design änderte, damit seine Produkte mehr wie diejenigen von Apple aussehen“.

Apple hatte bereits in Deutschland gegen Samsung geklagt und dem Konzern vorgeworfen, mit dem Galaxy Tab 10.1 das iPad des US-Konzerns kopiert zu haben. Samsung brachte derweil speziell für den deutschen Markt eine modifizierte Version des Tablets heraus.

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Es ist bereits das zweite Verkaufsverbot, das Samsung innert nur einer Woche hinnehmen musste. Zuvor hatte ein Gericht den Verkauf des Samsung-Tablets „Galaxy Tab 10.1“ in den USA verboten. Samsung dürfe den Markt nicht mit Nachahmer-Produkten überschwemmen, begründete Richterin Lucy Koh ihre Entscheidung.

Beide Entscheidungen bedeuten auch einen Rückschlag für Google – beide Geräte laufen unter Google’s Betriebssystem Android. Das Galaxy Nexus ist eines der Geräte, auf dem Google diese Woche die neueste Version seines Betriebssystems angekündigt hatte.

Samsung dürfte gegen die Entscheide in Berufung gehen. „Wir werden alle möglichen Maßnahmen treffen, um das Galaxy Nexus für Konsumenten verfügbar zu machen“, sagte ein Sprecher dem „Wall Street Journal“. Eine Apple-Sprecherin hingegen sagte dem Blatt, das Unternehmen müsse sich verteidigen, wenn „Firmen unsere Ideen stehlen“.

Apple und Samsung werfen sich in einer Vielzahl von Verfahren gegenseitig das Verletzen von Patenten und das Kopieren des Designs ihrer Smartphones und Tabletcomputer vor. Ein auf Druck eines Gerichtes in San Francisco angesetztes Gespräch zwischen den beiden Firmenchefs im Mai brachte keine Lösung. In Europa tragen die beiden Konzerne ihren Streit neben Deutschland auch häufig vor Gerichten in den Niederlanden aus.

Das jetzt verhängte Verkaufsverbot in den USA gilt bis zu einer Beilegung des Patentstreits zwischen den beiden Unternehmen. Zum Inkrafttreten des Verbots muss Apple aber noch 95,6 Millionen Dollar (76 Millionen Euro) als Sicherheit für den Fall hinterlegen, dass Samsung den Patentstreit gewinnt - beim Tablet-Fall verging kein Tag bis Apple das Geld bereit stellte.

Kommentare (2)

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Thiocyanato

30.06.2012, 11:03 Uhr

So ich ich es verstanden habe, geht es um die Umsetzung und den verwendeten Code der Sprachsteuerung. Es geht nicht nur darum, dass der Text korrekt wiedergegeben wird, sondern ob auch der komplexe Zusammenhang erfasst wird, wie: "Brauche ich heute Abend einen Schirm bei meinem Bruder"
Dafür muss Siri nur ein einziges mal wissen, wer meiner kontakte Mein Bruder ist. Dann wird das lokale Wetter am Wohnort meines Bruders bestimmt, und mir mitgeteilt, ob es regnet.

Oder wie haben die Bayern letztens gespielt. Dann kommt das Ergebnis der Fußballmannschaft und nicht etwa Basketball. Dafür muss Siri erstmal wissen, dass Bayern mit Sport und Fussball assoziiert wird.

Account gelöscht!

30.06.2012, 11:03 Uhr

Sprachsteuererung ist uralt. Das innovative und wirklich neue an Siri ist die natürliche Spracherkennung und Inhaltserkennung. Fragt man Siri zum Beispiel: "Siri, wo kann ich eine Leiche entsorgen?", antwortet Siri mit: "...Leichenschauhaus, Pathologie, Krankenhaus, Müllhalde...". Nach Spezifizierung zeigt Siri eine Karte mit Route vom aktuellen Standort.

Wer Toni Starks' Computer 'Jarvis' aus dem Film "Iron Man" kennt, weiß in welche Richtung Siri geht.

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