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27.04.2015

13:27 Uhr

Applied Materials und Tokyo Electron

Fusion in der Halbleiter-Branche abgesagt

Emde für ein neues amerikanisch-japanisches Schwergewicht: In der Halbleiter-Branche werden die Unternehmen Applied Materials und Tokyo Electron nicht zusammengehen. US-Wettbewerbshüter schoben dem nun einen Riegel vor.

Tetsuro Higashi (l.) und Gary Dickerson schütteln die Hände: Die Fusionspläne der beiden Unternehmen sind gescheitert. Reuters

Die Chefs von Tokyo Electron und Applied Materials

Tetsuro Higashi (l.) und Gary Dickerson schütteln die Hände: Die Fusionspläne der beiden Unternehmen sind gescheitert.

Santa ClaraDie Pläne für ein neues amerikanisch-japanisches Schwergewicht in der Halbleiter-Branche sind am Widerstand der Wettbewerbshüter gescheitert. Die Unternehmen Applied Materials und Tokyo Electron sagten ihre Fusion mehr als eineinhalb Jahre nach der Ankündigung ab.

Die Kartellwächter im US-Justizministerium hätten zuvor mitgeteilt, dass ihnen die bisherigen Zugeständnisse für mehr Wettbewerb nicht ausreichten. Applied Materials will jetzt eigene Aktien im Wert von bis zu drei Milliarden Dollar am Markt zurückkaufen. Das lässt üblicherweise den Aktienkurs steigen.

Applied Materials und Tokyo Electron hatten ihre Fusionspläne im September 2013 angekündigt. Das gemeinsame Unternehmen sollte einen neuen Namen bekommen und in den Niederlanden angesiedelt werden, während zwei Firmenzentralen in Tokio und dem kalifornischen Santa Clara bleiben sollten. Die Aktionäre von Applied Materials sollten mit rund 68 Prozent die Mehrheit an der neuen Firma halten und Konzernchef Gary Dickerson den Spitzenjob übernehmen.

Die größten Chiphersteller

Ein Milliardenmarkt

Chips stecken in immer mehr Geräten – vom Auto bis zur Smartwatch. Deswegen wächst die Nachfrage. Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Gartner erreichte der weltweite Umsatz mit Halbleitern 2013 rund 315 Milliarden Dollar, ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dominator Intel

Intel ist und bleibt die Nummer 1. Der US-Konzern hielt 2013 nach Angaben von Gartner 15,4 Prozent Marktanteil. Der Umsatz sank allerdings um 1 Prozent auf 48,6 Milliarden Dollar, vor allem wegen des schrumpfenden PC-Marktes.

Samsung macht auch in Chips

Samsung ist für seine Smartphones und Fernseher bekannt, doch der südkoreanische Konzern ist auch der zweitgrößte Chiphersteller mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent. In den letzten Jahren wuchs Samsung rasant, nicht zuletzt dank des steigenden Bedarfs an Speicherbausteinen (DRAM und NAND). Der Umsatz: 30,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 7 Prozent.

Qualcomm wächst dank Smartphones

Der US-Hersteller Qualcomm profitiert vom Smartphone-Boom, mit seinen Prozessoren für die mobilen Geräte sowie mit Komponenten für den Datenturbo LTE steigerte er seinen Marktanteil auf 5,5 Prozent. Umsatz: 17,2 Milliarden Dollar.

Sonstige Anbieter

Mehrere andere Unternehmen machen mit Halbleitern zweistellige Milliardenumsätze: SK Hynix aus Südkorea, Toshiba aus Japan sowie Micron und Texas Instruments aus den USA.

Die Unternehmen bieten Ausrüstung, Software und Dienstleistungen für die Produktion von Flachbildschirmen und von Chips beispielsweise für Smartphones an. Das Zusammengehen sollte die Entwicklung neuer Technologien bei Halbleitern und Displays beschleunigen. Außerdem wollten die Firmen zunächst mehrere hundert Millionen Dollar sparen.

Von

dpa

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