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24.04.2015

14:20 Uhr

Apps für die neue Apple Watch

Bezahlen und Pauken im Handumdrehen

VonChristof Kerkmann, Laura de la Motte

Wer will mit seinem Handgelenk sprechen? Und was bringt so ein kleiner Bildschirm? Viele fragen sich, was die Apple Watch nützt. Wir lassen Entwickler berichten, die Apps gemacht haben – und es teils selbst nicht wissen.

Die Apple Watch soll helfen, fit zu bleiben – lotst aber auch zum nächsten Mietwagen oder Bankautomaten. AFP

Apple Watch

Die Apple Watch soll helfen, fit zu bleiben – lotst aber auch zum nächsten Mietwagen oder Bankautomaten.

Düsseldorf/FrankfurtKleiner Bildschirm, große Wirkung? Wenn heute die Apple Watch in den Verkauf geht, fragen sich viele Nutzer noch, was man mit der Computeruhr machen kann. Sie zeigt natürlich die Zeit an, und sie blendet Mitteilungen ein – etwa wenn auf dem Smartphone eine neue E-Mail oder Facebook-Nachricht eintrifft. Auch Anrufe kann man damit entgegennehmen – Michael Knight aus der TV-Serie „Knight Rider“ lässt grüßen.

Doch wie beim Smartphone gilt auch bei der Smartwatch: Auf die Apps kommt es an. Schon zum Start seien rund 1000 Anwendungen verfügbar, ließ Apple-Chef Tim Cook die Mitarbeiter in einer internen Mitteilung wissen. Auch zahlreiche deutsche Unternehmen machten sich an die Arbeit –Start-ups wie Babbel und Wunderlist, aber auch Konzerne wie Bahn und Deutsche Bank haben Erweiterungen für ihre Smartphone-Apps geschrieben, die die Uhr nutzen. Warum die Macher dabei sind und vor welchen Schwierigkeiten sie standen: ein Überblick.

Die Fakten zur Apple-Uhr

Modelle

Es gibt drei Modelle, nämlich die Apple Watch Sport im Aluminiumgehäuse auf rund 400 Euro, die Apple Watch mit Edelstahlgehäuse ab 650 Euro sowie die Apple Watch Edition aus Gold ab 11.000 Euro.

Varianten

Jedes Modell wird in zwei Varianten angeboten, eine kleinere mit 38 Millimeter breitem Gehäuse und eine mit 42 Millimeter breitem Gehäuse für kräftigere Handgelenke. Dazu hat der Hersteller diverse Armbänder im Angebot.

Preise

Die kleinere Sport-Uhr mit einem 38-Millimeter-Gehäuse kostet 399 Euro, das größere Modell 449 Euro. Die Edelstahl-Variante gibt es ab 649 Euro und für die limitierte „Edition“-Ausgabe aus 18-Karat-Gold muss man je nach Ausstattung und Größe zwischen 11 000 und 18 000 Euro hinblättern. Die niederen Preise in den USA ab 349 Dollar enthalten keine Umsatzsteuer, die Preise in Deutschland werden mit Mehrwertsteuer ausgewiesen,

Starttermin

Deutschland gehört zu den neun Ländern, in denen die Apple Watch am 24. April in den Handel kommt. Vom 10. April an kann sie vorbestellt und in Apple-Läden ausprobiert werden.

Iphone

Die Apple Watch kann nur mit einem halbwegs aktuellen iPhone (5, 5s, 5c, 6 oder 6 Plus) in Betrieb genommen werden. Auch die Apps von Drittanbietern werden über eine Bluetoothverbindung vom iPhone aus auf der Watch installiert.

Batterielaufzeit

Die Uhr soll bei gewöhnlicher Nutzung 18 Stunden halten und damit von morgens bis abends. Apple erklärt, dass sie bei einer typischen Nutzung meist nur wenige Sekunden pro Aktion im Einsatz sein könnte.

Wasserdichte

Tim Cook sagte kürzlich einem Mitarbeiter im Berliner Apple Store, er gehe mit seiner Watch auch duschen. Offiziell spricht Apple von einer „Wasserdichte nach IPX7“, die einen „Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen“ bietet. Nach dieser Norm hält die Watch rund 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe dicht.

Für die Entwickler der App Mytaxi war gleich klar, dass sie eine App für die Apple Watch programmieren wollen: „Wir sind davon überzeugt, dass die Apple Watch ein Verkaufsschlager wird.“ Allerdings sei die Konzeption schwierig gewesen, berichtet Produktchef Johannes Mewes: Man habe die Bedienung aufs Nötigste reduziert, „damit man die App quasi freihändig nutzen kann“. Die Lösung: Auf einer kleinen Karte werden die Positionen von Fahrgast und Taxi angezeigt, die Bestellung erfolgt mit einem einzigen Klick. Danach sehen Nutzer zusätzliche Infos wie das Kennzeichen des Autos. Bezahlt wird ebenfalls direkt auf dem Handgelenk.

Das Trinkgeld ist schon drin: Die MyTaxi-App erlaubt die Bezahlung der Fahrt. MyTaxi

Bezahlen in der MyTaxi-App

Das Trinkgeld ist schon drin: Die MyTaxi-App erlaubt die Bezahlung der Fahrt.

Beim Start-up 6Wunderkinder mit seinem Task-Manager Wunderlist stand die Reduzierung ebenfalls im Mittelpunkt. „Sehr früh haben wir uns entschieden, dass die App nicht alles versuchen sollte, was man schon auf dem Handy, Tablet oder Desktop machen kann“, schreibt Designchef Ben Lehnert in einem Blogeintrag. Die Interaktion solle „hyperrelevant und persönlich“ sein. Nur die wichtigsten Aufgaben sollen zu sehen sein; über die Sprachsteuerung lassen sich Punkte erledigen (etwa im Supermarkt) oder hinzufügen (etwa im Auto).

Wenige Klicks – so lautet die Devise beim Carsharing-Anbieter DriveNow. Die für die Watch optimierte Version zeigt das nächstgelegene Fahrzeug an, ein Klick auf „Reservieren“ sichert das Auto, anschließend navigiert sie dorthin. Am Auto selbst reicht ein Klick, um die Tür zu öffnen.

Ein Klick, und das Auto ist offen: Die App des Carsharing-Dienstes DriveNow. DriveNow

Auto entsperren mit Drive Now

Ein Klick, und das Auto ist offen: Die App des Carsharing-Dienstes DriveNow.

Wer heute mit der Bahn zur Arbeit pendelt, wird dagegen die Anwendung für die Apple Watch zu schätzen wissen: Die Smartphone-App DB Navigator weist mit Vibrationen auf Verspätungen und anderen Störungen hin – etwa weil der Verkehr nach dem Lokführerstreik noch nicht wieder so rollt, wie er soll. Nutzer können zudem Haltestellen in der Nähe ermitteln und samt Abfahrtszeiten von Zügen, Bussen und Straßenbahnen auf dem Handgelenk anzeigen lassen. Nutzer könnten „quasi im Handumdrehen alle wichtigen Informationen zur Reise“ aufrufen, meint Bahnvorstand Birgit Bohle.

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