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18.06.2014

12:18 Uhr

Arbeitnehmervertreter beenden Protest

Telekom Austria kann aufatmen

Nachdem bekannt wurde, dass die Telekom ihre Austria-Tochter verkauft und Stellen abgebaut werden sollen, formierte sich zunächst Protest. Nun hat die „Arbeiterkammer“ ihre Meinung geändert – und räumt das Feld.

Vom Marktführer zum Verlierer: Der jahrelange Preiskampf auf dem österreichischen Mobilfunkmarkt hat der Telekom Austria geschadet. Reuters

Vom Marktführer zum Verlierer: Der jahrelange Preiskampf auf dem österreichischen Mobilfunkmarkt hat der Telekom Austria geschadet.

WienDie Arbeitnehmervertreter blasen im Machtkampf um die Telekom Austria zum Rückzug. Ihre Interessensvertretung Arbeiterkammer habe sich entschlossen, nicht gegen das Zustandekommen des Aktionärspakts mit dem mexikanischen Milliardär Carlos Slim zu klagen. Das gab Arbeiterkammerpräsident Werner Muhm am Mittwoch bekannt.

Hintergrund ist eine umstrittene Aufsichtsratssitzung beim staatlichen Telekom-Großaktionär ÖIAG Ende April: Dort hatten die Aufsichtsräte grünes Licht für einen Aktionärspakt der ÖIAG mit Slim gegeben, der dem Mexikaner gemeinsam mit dem staatlichen Aktionär den Einfluss über rund 55 Prozent der Telekom-Anteile sichert. Die Arbeitnehmervertreter in dem Gremium hatten die Sitzung jedoch boykottiert und zweifeln an, dass genug Aufsichtsräte anwesend waren, um überhaupt einen rechtlich gültigen Beschluss zu fassen. Sie werden von der Arbeiterkammer nominiert.

Die größten Mobilfunker der Welt

Platz 1

China Mobile

Umsatz: 92,3 Milliarden Euro
Mobilfunkverbindungen: 790,6 Millionen

Platz 2

Vodafone Group (Großbritannien)

Umsatz: 58,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 435,9 Millionen

Platz 5

América Móvil Group (Mexiko)

Umsatz: 35,5 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 266,9 Millionen

Platz 6

Telefónica Group (Spanien)

Umsatz: 42,0 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 249,4 Millionen

Platz 3

China Unicorn

Umsatz: 29,9 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 295,0 Millionen

Platz 6

Verizon Wireless (USA)

Mobilfunkverbindungen: 114,5 Millionen (+ 5 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 65 Milliarden Dollar (+ 7 Prozent)

Platz 7

VimpelCom Group (Niederlande)

Umsatz: 15,8 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 218,2 Millionen

Platz 8

Orange Group (Frankreich)

Umsatz: 22,4 Milliarden Euro
Mobilfunkanschlüsse: 184,6 Millionen

Platz 9

Bharti Airtel Group (Indien)

Mobilfunkverbindungen: 259,8 Millionen (+ 7 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 12,6 Milliarden Dollar (+ 6 Prozent)

Platz 10

AT&T Mobility (USA)

Mobilfunkverbindungen: 107,3 Millionen (+ 3 Prozent)

Mobilfunkumsatz: 59,7 Milliarden Dollar (+ 4 Prozent)

Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom landet auf Platz 12 mit 111 Millionen Kunden und einem Mobilfunkumsatz in Höhe von 33,37 Milliarden Dollar (minus drei Prozent).

Rechtsexperten hätten diese Einschätzung der Belegschaftsvertreter zwar bestätigt, sagte Muhm. Dennoch wollte die Arbeiterkammer nicht klagen, um einen auf persönlicher Ebene geführten Rechtsstreit mit der ÖIAG zu vermeiden. Zudem würde die daraus entstehende jahrelange Rechtsunsicherheit die Telekom zusätzlich belasten, begründete Muhm die Entscheidung. „Ich glaube, dass es gut ist, wenn Ruhe einkehrt nach den hektischen Phasen“, sagte er.

Stattdessen fordert die Arbeiterkammer, dass Belegschaftsvertreter bei wichtigen Aufsichtsratentscheidungen künftig früher informiert und ihre Mitbestimmungsrechte gewahrt werden. Zudem habe sie bei der Finanzmarktaufsicht beantragt, die Veröffentlichungen der Telekom Austria rund um die Bekanntgabe des Aktionärspakts zu prüfen, sagte Muhm. Sie wirft dem Unternehmen vor, lediglich über das Zustandekommen des Aktionärspakts informiert zu haben - nicht jedoch über den damit einhergehenden beherrschenden Einfluss Slims auf das Unternehmen. Nach österreichischem Recht löst der Aktionärspakt ein Übernahmeangebot aus: Slim bietet im Zuge dessen über sein Unternehmen America Movil noch bis 10. Juli 7,15 Euro je Telekom-Aktie.

Ein Telekom-Sprecher wies den Vorwurf zurück. Das Unternehmen habe rund um den Aktionärspakt zeitgerecht und transparent kommuniziert, sagte er.

Von

rtr

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