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09.06.2011

15:18 Uhr

Arbeitsbedingungen

Redakteure und Drucker demonstrieren

Drucker und Zeitungsredakteure haben gemeinsam gegen eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen demonstriert. Die Polizei zählte rund 1.500 Demonstranten. Die Kundgebung sei der bisherige Höhepunkt der Protestaktionen und Warnstreiks.

Zeitungsredakteure protestieren (Archiv). Quelle: dpa

Zeitungsredakteure protestieren (Archiv).

FrankfurtZu einer Kundgebung vor dem Rathaus Römer versammelten sich am Mittag Teilnehmer aus mehreren Bundesländern. Die Polizei zählte rund 1.500 Demonstranten. Mit Trillerpfeifen, einem Trommelkonzert und Slogans wie „Journalismus ist mehr wert“ wandten sie sich gegen Gehaltskürzungen und eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen.

Die Kundgebung sei der bisherige Höhepunkt der Protestaktionen und Warnstreiks in den laufenden Tarifauseinandersetzungen der Branche und ein deutliches Signal an die Arbeitgeber für die nächste Verhandlungsrunde, sagten Vertreter der Journalistengewerkschaften DJV und ver.di. Bisher hätten sich 20.000 Beschäftigte an den Aktionen beteiligt, sagte Frank Werneke, ver.di-Verhandlungsführer für die Druckindustrie.

Der Bundesverband Druck und Medien (BDVM) verurteilte die Aktionen. Seit Ablauf der Friedenspflicht Ende April habe es mehr als 170 Streiks in Druckbetrieben gegeben, teilte der Verband in Wiesbaden mit. „Die Arbeitsniederlegungen schaden der ohnehin geschwächten Druckindustrie sehr. Sie gefährden die Aufträge und die Arbeitsplätze“, sagte Verbandsgeschäftsführer Paul Albert Deimel laut Mitteilung. Die Branche habe in den vergangenen zehn Jahren fast 4.000 Betriebe mit über 60.000 Beschäftigten verloren.

Die bislang vier Verhandlungsrunden für die 14.000 Redakteure an deutschen Zeitungen und 160.000 Beschäftigte der Druckindustrie verliefen bisher ergebnislos. Für die Redakteure verlangt der Verlegerverband BDZV laut Gewerkschaften Abstriche bei den Einkommen. Dies lehnen die Gewerkschaften als Versuch ab, den Beruf des Journalisten abzuwerten. DJV und ver.di fordern für die Tageszeitungsredakteure Einkommenserhöhungen von vier Prozent. In der Druckindustrie verlangen sie 5,5 Prozent mehr Gehalt. Dort geht es auch um den Manteltarif mit Arbeitszeitregelungen. Beide Verhandlungen gehen in der nächsten Woche in die fünfte Runde.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Dreiklassengesellschaft

09.06.2011, 16:08 Uhr

Warum gibt es noch keine Leiharbeitsfirmen für Redakteure und Journalisten?
Wenn mittlerweile selbst Ingenieure und Hochqualifizierte über Leiharbeit niedriger entlohnt arbeiten, wieso sollen deshalb für Schreiberlinge und die Druckindustrie andere Regeln gelten, wie bereits überall auf dem Arbeitsmarkt etabliert und gesellschaftlich akzeptiert?
Ich sehe keinen Unterschied zwischen einem Dipl-Ing. und einem ausgebildeten Journalisten. Warum soll die schlechtbezahlte Leiharbeit nur im Niedriglohnsektor angesiedelt sein? Auch dort arbeiten viele gutqulaifizierte Arbeitnehmer mit Berufsausbildung unter miesen Bedingungen und keine Sau interessiert sich dafür oder ändert etwas an den Verhältnissen!

Anonym

09.06.2011, 20:38 Uhr

Leiharbeit gibt es bereits im Journalismus. Verlage (einige, nicht alle) gründen eigene Leiharbeitsfirmen, die unter Tarif zahlen und Redakteure dauerhaft an die Muttergesellschaft ausleihen.

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