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30.01.2005

19:00 Uhr

ARD-Tochter erstmals Firma für Rechtehandel und TV-Produktion außerhalb des Heimatmarktes

Bavaria Film expandiert nach Italien

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hat die traditionsreiche Bavaria Film eine Tochter außerhalb des deutschen Sprachraums gegründet. Die Bavaria Media Italia S.r.L. in Rom soll neben der Vertretung der Bavaria Film-Gruppe insbesondere Kino- und Fernsehfilme verkaufen und Koproduktionen für den italienischen und internationalen Markt entwickeln.

hps MÜNCHEN. Das bestätigte das Münchner Medienunternehmen am Sonntag. „Mit der Gründung einer italienischen Tochter wollen wir unsere Internationalisierung vorantreiben“, sagte Oliver Schündler, Filmvertriebschef der Bavaria, dem Handelsblatt. Der 38-Jährige Schündler wird neben Giuseppe Proietti auch die Bavaria-Tochter in Rom führen.

Die Geschäfte in Italien laufen gut. Die neue Firma hat an das staatliche italienische Fernsehen RAI die tägliche Serie „Trastevere – Leute wie wir“ verkauft. Die 190 Folgen soll bereits ab April produziert und ab September ausgestrahlt werden. Bavaria-Manager Schündler wollte auf Anfrage das Produktionsvolumen nicht nennen. In Branchenkreisen ist von einem niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag die Rede. Die Bavaria produziert derzeit mit „Marienhof“ (ARD) nur eine Daily Soap. Der Konkurrent, die Bertelsmann-Tochter UFA („Gute Zeiten, schlechte Zeiten“/RTL und „Bianca“/ZDF), hat in diesem lukrativen Genre die Nase vorn.

Die Bavaria, mehrheitlich im Besitz der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten WDR, SWR und MDR, will ihr internationales Engagement ausbauen. Im Gespräch ist auch die Gründung einer Tochter in Frankreich, dem wichtigsten Auslandsmarkt für die Bavaria.

Zuletzt steigerte die Filmgruppe ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2003/2004 auf 255,5 Mill. Euro. Zur Rendite werden traditionell keine Angaben gemacht. Für das Geschäftsjahr 2004/2005 verspricht Bavaria-Chef Dieter Frank allerdings wieder schwarze Zahlen.

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