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22.01.2014

13:16 Uhr

ARD und ZDF

Ohne Werbung steigen die Gebühren

In der Debatte um den Rundfunkbeitrag wird nicht nur eine Senkung gefordert, sondern auch ein Werbeverbot für die Öffentlich-Rechtlichen. Dann würde die Abgabe aber nicht sinken, sagen Experten. Im Gegenteil.

Anschreiben zu den Rundfunkgebühren: Wie der Beitrag sinkt, entscheiden die Länder im März. dpa

Anschreiben zu den Rundfunkgebühren: Wie der Beitrag sinkt, entscheiden die Länder im März.

MainzBei einem kompletten Verzicht der öffentlich-rechtlichen Sender auf Werbung und Sponsoring würde der Rundfunkbeitrag um mehr als einen Euro steigen. Das geht aus einem Sonderbericht der Gebührenkommission KEF für die Länder hervor. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa würde demnach ein kompletter Wegfall von Werbung und Sponsoring den Beitrag um 1,25 Euro im Monat klettern lassen - derzeit zahlt jeder Haushalt 17,98 Euro.

Die Experten hatten ein solches Szenario bereits untersucht, aktualisieren es aber jetzt. In dem Bericht geht es auch um einen Teilverzicht. Seit 2013 ist das Präsentieren von Sendungen durch Unternehmen nach 20.00 Uhr verboten.

Marktanteile der TV-Sender

Platz 1: ZDF

Das ZDF hatte 2013 einen Marktanteil von 12,8 Prozent.

Platz 2: ARD

Die ARD kommt auf 12 Prozent Marktanteil, bei der jungen Zielgruppe erreicht der Senderverbund eine Einschaltquote von 6,3 Prozent.

Platz 3: RTL

RTL hat mit einem Marktanteil von 10,4 Prozent insgesamt weniger Reichweite als ARD und ZDF, liegt aber bei den jungen Zuschauern mit 13,3 Prozent vorn.

Platz 3: Sat 1

Sat 1 hat 8,3 Prozent Marktanteil, bei den 14- bis 49-Jährigen mit 9,2 Prozent etwas mehr.

Platz 4: Pro Sieben

Ähnlich wie RTL ist Pro Sieben vor allem bei den jüngeren Zuschauern beliebt: 5,5 Prozent Marktanteil insgesamt, 11,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.

Platz 5: Vox

Vox hat 5,3 Prozent Marktanteil (7,3 Prozent bei den Jüngeren). Der Sender gehört zur RTL-Gruppe.

Der Rundfunkbeitrag wird voraussichtlich sinken: Die KEF hatte vorgeschlagen, dass er angesichts von Mehreinnahmen frühestens 2015 von 17,98 Euro auf 17,25 Euro im Monat zurückgeht. Sie empfiehlt, die Hälfte der erwarteten Zusatzerträge von rund 1,15 Milliarden Euro bis 2016 hierfür einzusetzen. Wie der Beitrag sinkt, entscheiden die Länder im März.

Nach einem Treffen der KEF mit den Ländern und den Intendanten der öffentlich-rechtlichen Anstalten gab es keine Anzeichen, dass die geplante Senkung deutlich abweichen könnte von 73 Cent im Monat. Die KEF legt fest, wie viel Geld die Öffentlich-Rechtlichen brauchen. Die Sender können Mehrerträge nicht einfach ausgeben.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

22.01.2014, 13:59 Uhr

Interessant ist ein Vergleich mit der RTL-Group. GEZ Einnahmen der ÖR ca. 7,6 Mrd, Umsatz RTL Group knapp 6 Mrd in 2013. Dazu muss erwähnt werden, dass die RTL Group in 10 Ländern aktiv ist, 54 TV Sender und 10 Radiostationen betreibt (Quelle: ariva.de). Warum zur Hölle benötigen die ÖR in Deutschland zusätzlich zu den horrenden Gebühren noch Werbeeinnahmen? Ich möchte nicht wissen wie viele Millionen dort sinnlos jedes Jahr versickern und verplempert werden!!!

Handelsblattleser

22.01.2014, 15:47 Uhr

Wahrscheinlich sind die Pensionen die Ursache für de hohen Kosten bei ARD/ZDF. Es wird ja nicht wirklich offengelegt, wieviel von den Ausgaben tatsächlich ins Programm geht.
Unabhängig davon, würde ich lieber 1€ mehr pro Monat zahlen und hätte dann endlich ein Fernsehen ohne Werbeunterbrechungen.
Es würde ARD und ZDF auch wieder unabhängiger machen und uns vielleich auch wieder eine größere Vielfalt bescheren.

Account gelöscht!

22.01.2014, 20:55 Uhr

Wofür brauchen die ÖR soviel Geld? Talks, Talks, Talks. Wiederholungen, Wiederholungen, Wiederholungen und nochmals Wiederholungen.

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