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03.01.2011

13:33 Uhr

ARD-Vorsitzende Piel

„Allianz gegen Google und Apple“

VonHans-Peter Siebenhaar, Gabor Steingart

ExklusivWDR-Intendantin Monika Piel, die mit dem Jahreswechsel den ARD-Vorsitz von SWR-Intendant Peter Boudgoust übernommen hat, macht den Verlegern reicht den Verlegern die Hand. Im Interview spricht sie über die Kooperationsbereitschaft gegenüber den Verlagen, die ARD-internen Sparbemühungen und über ihren Kampf gegen ein zu seichtes TV-Programm.

Die neue ARD-Vorsitzende Monika Piel: "Wir müssen auf allen Verbreitungswegen präsent sein und unseren Programmauftrag erfüllen." Uta Wagner für Handelsblatt

Die neue ARD-Vorsitzende Monika Piel: "Wir müssen auf allen Verbreitungswegen präsent sein und unseren Programmauftrag erfüllen."

Handelsblatt: Frau Piel, Sie werden in medienpolitisch turbulenten Zeiten neue Vorsitzende der ARD. Freuen Sie sich auf die Aufgabe?

Monika Piel: Freuen ist das falsche Verb, schließlich habe ich im WDR schon genug zu tun. Ich habe das Amt aber gerne angenommen - obwohl ich weiß, dass wir beim WDR zwei schwierige Jahre vor uns haben.

Meinen Sie damit finanzielle Schwierigkeiten?

Der WDR hat nach dem MDR die größten Gebühren-Einbrüche in Deutschland. Z.B. sind alle Hartz-IV-Empfänger von der Rundfunkgebühr befreit. Schon jetzt müssen wir jährlich 50 Millionen Euro einsparen.

Wo soll denn Geld eingespart werden?

Wir lagern zum Beispiel die Verwaltungs-IT ab Jahresanfang aus - und planen dies künftig auch für die Produktions-IT. Zudem prüfen wir, ob wir einige Abteilungen mit denen anderer ARD-Anstalten zusammenlegen können. Die Verwaltung haben wir bereits verschlankt, und wir sind dabei, im WDR in drei Jahren insgesamt 100 Arbeitsplätze abzubauen.

Künftig werden die Einnahmen planbarer, die bisherige Gerätegebühr soll ab 2013 durch eine monatliche Haushaltsgebühr von 17,98 Euro ersetzt werden. Dann muss jeder Haushalt zahlen, egal, ob er Ihre Medienangebote nutzt oder auch nicht. Das ist doch eine feine Sache für die öffentlich-rechtlichen Sender - oder?

Wir befürworten die Abschaffung der Gerätegebühr. Der Haushaltsbeitrag ist sozial gerechter. Doch noch ist die Umstellung keine beschlossene Sache. Schließlich müssen die Landtage aller 16 Bundesländer darüber entscheiden.

Werden Sie alle 16 Landtage besuchen, um die Parlamentarier von dem Systemwechsel zu überzeugen?

Wenn ich eingeladen werde, werde ich gerne nochmals vor Ort Überzeugungsarbeit leisten.

Kommentare (8)

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beton

03.01.2011, 15:14 Uhr

"Den Geburtsfehler des internets - kostenlose inhalte - zu beseitigen ist aber schwierig und langwierig."

Wenn ihr, werte TV-Sender und Verleger, nichts mit den kostenlosen inhalten im internet verdient, wieso bietet ihr diese inhalte dann kostenlos an?
Wieso bieten nicht schon viele dieser Seiten ein Abo-Modell?
Wieso haben viele dieser in Selbstmitleid versinkenden Häuser nicht lediglich eine lapidare Visitenkarte anstatt eines aufwändigen und teuren internetauftrittes?
Das internet lebt von kostenlosen, frei zugänglichen inhalten. Es handelt sich also keineswegs um einen Geburtsfehler. Und! Je mehr ihr diese Freiheit einschränkt, um so mehr werden diese inhalte von Privatpersonen verbreitet.
Anders gesagt:
Das internet ist das schlimmste was Euch (Des-)informationsdinosauriern passieren konnte.

Carl

03.01.2011, 16:12 Uhr

Die Dame wird die totale Langeweile des teutonischen Fernsehens sicherstellen. Allianz gegen Google, Apple et. al. ist eine gelungene und gesunde Totgeburt. Tageszeitungen zu helfen ist so nobel 19. Jahrhundert. Weiter so, AH ERRR DE.

Gebührenzahler

03.01.2011, 18:01 Uhr

Was mich am beim Lesen am meisten aufregt, ist der Umstand, dass ich dafür gezwungener Maßen Gebühren zahlen muss. Allianz gegen Google, Apple und Vodafone ... Was haben die getan? Sind die etwa erfolgreicher bzw. beliebter als die ÖRs? Mögen die Menschen deren Angebot etwa lieber? Und, verdienen die dann auch noch Geld dadurch? Das ist dann wirklich böse.

Selbstherrlicher Fortschrittsverhinderer. Es regt mich auf, jemanden seine Leistung entgegen meiner Überzeugung abkaufen zu müssen. Und die Dame findet gar nichts unanständiges dabei, den bürgern ihr "Qualitätsfernsehen" per Gesetz und mit Staatsgewalt als Abo in x-Facher Ausfertigung als Zwangsabo aufzudrücken. Was hat sie gegen eine Freiwilligkeit? Jeder Gebührenzahler zahlt aus Überzeugung den betrag, den es ihm Wert ist und schwubb, gelten Sie auch nicht mehr als marktverzerrend. Wirklich überzeugte werden weiter zahlen, da bin ich ganz sicher.

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