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31.01.2005

15:15 Uhr

AT&T-Übernahme durch SBC

Das Ende einer Ära

AT&T wird für 16 Milliarden Dollar von seinem ehemaligen Tochterunternehmen SBC geschluckt. Damit ist das Ende eines der traditionsreichsten und einst größten amerikanischen Konzerne eingeläutet.

HB NEW YORK. Die einstige Telefonmonopol-Gesellschaft American Telephone & Telegraph war 1875 entstanden, als der Telefonerfinder Alexander Graham Bell das unter dem Spitznamen „Ma Bell“ (Mutter Bell) bekannte Unternehmen gegründet hatte.

Hundert Jahre lange stellte AT&T als Monopolist mit Duldung Washingtons die Telefonversorgung des ganzen Landes sicher. Dafür wuchs das Unternehmen stetig und vereinte unter einem Dach zahlreiche regionale „Bell-Telefongesellschaften“, die Produktion von Telekomausrüstungen und das weltberühmte Forschungszentrum Bell Labs, das viele Nobelpreisträger hervor brachte. Die AT&T-Aktionäre erhielten solide Dividenden. Die Aktien galten als so sicher, dass sie als Anteile für „Witwen und Waisen“ empfohlen wurden.

Der große Einschnitt für „Ma Bell“ kam 1984: Der Konzern mit einen US-Telefonmarktanteil von mehr als 90 % und über einer Million Beschäftigten wurde aus kartellrechtlichen Gründen in sieben regionale Telefongesellschaften und in die Nachfolgefirma AT&T aufgespalten. AT&T bekam das damals lukrative Ferngesprächsgeschäft, die Telekomausrüstungs-Sparte und Bell Labs.

Seither ging es für AT&T steil abwärts und heute ist das Unternehmen vergleichsweise nur noch ein Winzling. Die ehemaligen Bell-Tochterfirmen, darunter auch die heutige SBC, sind nach mehreren Zusammenschlüssen inzwischen alle größer und stärker als AT&T.

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