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04.01.2008

18:46 Uhr

Auf Expansionkurs

Telekom will bei Telekom Slovenije einsteigen

Angesichts des stagnierenden Heimatmarktes setzt die Deutsche Telekom verstärkt aufs Auslandsgeschäft. Über seine ungarische Konzerntochter Magyar Telekom versucht das Unternehmen, knapp 50 Prozent der Anteile des slowenischen Anbieters Telekom Slovenije zu erwerben.

HB BUDAPEST/DÜSSELDORF. Die Deutsche Telekom strebt eine Beteiligung an der slowenischen Telekom Slovenije an. Die ungarische Konzerntochter Magyar Telekom habe ein verbindliches Gebot für den zum Verkauf stehenden Anteil von 49,13 Prozent eingereicht, teilte Magyar Telekom am Freitag mit. Der Festnetz- und Mobilfunkanbieter Telekom Slovenije befindet sich derzeit noch zu rund 74 Prozent in staatlicher Hand. Die Telekom wäre mit der Anteilsübernahme damit größter Aktionär.

Neben Magyar hatte auch die kroatische Telekom -Tochter T-Hrvatski Telekom ihr Interesse für Telekom Slovenije bekundet, das eine Marktkapitalisierung von rund 2,6 Mrd. Euro aufweist. Jedoch hatte T-Hrvatski am Vortag mitgeteilt, sich nach einer Prüfung der Unternehmensbilanzen (Due Dilligence) und wegen der "allgemeinen Situation" gegen ein bindendes Gebot entschieden zu haben. Die Frist dafür lief am Freitag ab.

Sieben Bieter hatte Slowenien für den Anteil am führenden Telekommunikationsanbieter des Landes in die engere Wahl genommen. Nur drei Bieter gaben nach Angaben der slowenischen Regierung nun bindende Offerten ab. Neben Magyar waren dies die isländische Skipti und ein Konsortium um Bain Capital & Axos Capital sowie British Telecom. Bis zum 14. Januar hätten die Bieter nun Zeit, ihre Offerten nachzubessern, sagte Matjaz Jansa vom Wirtschaftsministerium. Weitere Informationen zu den Geboten gab es mit Blick auf das laufende Verfahren nicht.

Das Auslandsgeschäft gewinnt bei der Telekom an Bedeutung. Mehr als die Hälfte der Erlöse erzielt der Bonner Konzern mittlerweile außerhalb des stagnierenden Heimatmarktes. Expandieren will Telekom -Chef Rene Obermann vor allem im Mobilfunkgeschäft und vorrangig in Regionen, in denen die Deutsche Telekom bereits vertreten ist, wie eben in Osteuropa. Dort sieht der Telekomriese größere Wachstumschancen als in Westeuropa. Die Telekom ist neben Ungarn etwa in der Slowakei, in Bulgarien, Mazedonien, Montenegro, Polen und Tschechien aktiv. Finanzchef Karl-Gerhard Eick hatte jüngst sogar ein neues Engagement in Russland in Aussicht gestellt. Allerdings müsste die Möglichkeit bestehen, die Mehrheitskontrolle zu übernehmen.

Die Telekom hatte erst jüngst mit zwei Zukäufen ihre Expansion im Mobilfunkgeschäft fortgesetzt. Die Tochter T -Mobile übernahm für 2,4 Mrd. Dollar den vor allem im Südosten der USA aktiven Anbieter SunCom Wireless. Weitere 1,3 Mrd. Euro ließ sich der Bonner Konzern die Übernahme der niederländischen Orange kosten.

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