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22.08.2016

13:19 Uhr

Auf Goldsuche – Teil 3

Die Kunst des Kennenlernens

VonDana Heide

Unsere Redakteurin lebt für zwei Monate in der kalifornischen Bay Area. Dritter Teil ihrer Kolumne: Wieso Freundlichkeit den Erfolg fördert und warum ein Glas Leitungswasser Irritationen auslöst.

Entspannt und vor allem höflich: So hat unsere Autorin die Einheimischen von San Francisco erlebt. AP

Dolores Park in San Francisco

Entspannt und vor allem höflich: So hat unsere Autorin die Einheimischen von San Francisco erlebt.

San Francisco„Wie geht es dir?“, fragt mich der Angestellte im Supermarkt. „Gut, danke“, sage ich, „und dir?“ „Mir geht es auch gut.“ Zuvor hatte sich schon der Zeitungsverkäufer nach meinem Befinden erkundigt und die Barista in einem Café. „Die Menschen in San Francisco sind sehr freundlich“, findet meine Lyft-Fahrerin. Sie stamme aus Los Angeles, da seien die Leute nicht so freundlich. Tatsächlich, die Menschen aus der Bay Area sind außerordentlich nett. Viele bedanken sich beim Fahrer, wenn sie aus dem Bus steigen. Bereits mehrfach habe ich gesehen, wie Menschen lockere, ernste Konversationen auf Augenhöhe mit Obdachlosen hatten.

Selten wurden mir so viele Komplimente für meine Schuhe/Schal/Mantel gemacht wie hier in San Francisco. Natürlich ist das „How are you“ vor allem eine Floskel. Dennoch, für ein kleines Schwätzchen ist hier fast jeder zu haben. Auch meine Kollegen beim Wall Street Journal wollen jeden Tag wissen, wie es mir geht und was ich so erlebt habe – trotz drängender Deadlines. Kommt jemand ins Büro, den ich nicht kenne, und die Situation ergibt sich, werde ich vorgestellt. Diese Offenheit und Freundlichkeit versüßt nicht nur das tägliche Miteinander. Sie hilft auch im Berufsleben. Die Start-up-Kultur im Valley sei auch deshalb so fruchtbar, weil alle miteinander reden und das Vernetzen leicht fällt, erklären mir Experten.

Auf Goldsuche – Teil 2: Auf dem Weg zur Unsterblichkeit

Auf Goldsuche – Teil 2

Auf dem Weg zur Unsterblichkeit

Unsere Redakteurin lebt für zwei Monate in der kalifornischen Bay Area. Zweiter Teil ihrer Kolumne: Ein ungewöhnlicher Präsidentschaftskandidat und woher die Universität Stanford ihren Namen hat.

In meinen Gesprächen mit Mitarbeitern von Tech-Firmen, Beratern, Start-ups, aber auch mit Kollegen oder Freunden kommt immer wieder der Satz: Den musst du kennenlernen. Und schwupps, ein paar Tage oder auch nur Stunden später sind wir via Mail verbunden. Vielleicht liegt diese Freude am Vernetzen auch daran, dass in den Tech-Firmen so viele Mitarbeiter aus verschiedenen Teilen der Welt arbeiten – und selbst wenn sie aus den USA stammen, nicht in Kalifornien geboren wurden.

Kein Wunder also, dass Tech-Firmen den US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump nicht unterstützen wollen. Denn der tourt derzeit vor allem mit seinen Ideen zur Abschottung des Landes durch die USA. Obwohl einige Tech-Firmen in der Vergangenheit gerne für die Wahlkämpfe von Republikanern gespendet haben – bei der diesjährigen Wahl halten sie sich zurück, wie meine Kollegin vom „Wall Street Journal“ herausgefunden hat. Dabei könnte Trump das Geld gut gebrauchen, hat er doch im Vergleich zu seiner Konkurrentin Hillary Clinton eine wesentlich kleinere Wahlkampfkasse.

***

Zum Schluss eine kleine Anekdote. In Kalifornien ist Wassermangel ein ernsthaftes Problem. Der Staat von Kalifornien hatte wegen der anhaltenden Dürre besondere Regeln aufgestellt. Wer Wasser verschwendet, kann dafür bestraft werden. Manchmal schießt der Wasserspar-Eifer jedoch übers Ziel hinaus. In einer Bar in einem angesagten Viertel bestellen wir neben einem Glas Wein auch ein Glas Leitungswasser. Der Kellner fragt, ob wir sicher seien. Ich schaue ungläubig. Daraufhin er: „Naja, wir sind in einer Dürre.“

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