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19.09.2016

09:15 Uhr

Auf Goldsuche – Teil 5

Zu viele Tech-Firmen im Silicon Valley

VonDana Heide

Unsere Redakteurin lebt für zwei Monate in der Bay Area. Fünfter Teil ihrer Kolumne: Warum Meteoritenexperten in den USA zu viel Post bekommen und eine Stadt im Silicon Valley genug von expandierenden Tech-Firmen hat.

Die Stadt im Silicon Valley will das Wachstum der Tech-Konzerne begrenzen. dapd

HP-Zentrale in Palo Alto

Die Stadt im Silicon Valley will das Wachstum der Tech-Konzerne begrenzen.

San FranciscoWährend in Deutschland Politiker von einem deutschen Facebook oder Google träumen, hat das Silicon Valley offenbar zunehmend die Schnauze voll von den expandierenden Tech-Firmen. Wie mein Kollege Eliot Brown vom „Wall Street Journal“ berichtet, hat Palo Alto, eine Kleinstadt im Silicon Valley, wo viele Start-ups, aber auch große Unternehmen wie HP oder Tesla ihre Hauptsitze haben, nun einen Deckel auf das physische Wachstum der Unternehmen gelegt.

Diese brauchen nämlich immer neue Räume, um ihre neuen Mitarbeiter unterzubringen. Doch der Wohnraum wächst nicht im gleichen Tempo, die Preise für Unterkünfte steigen – nicht nur im ohnehin bereits völlig überteuerten San Francisco. Patrick Burt, der Bürgermeister von Palo Alto, will die Unternehmen auch aus dem idyllischen Stadtzentrum fernhalten, weil sie die Diversität und den Kleinstadt-Charakter zerstören würden. „Wenn die Bewohner von Palo Alto in San Francisco leben wollten, würden sie nach San Francisco ziehen“, sagt er.

In dieser Woche habe ich mich wieder mit einigen Deutschen getroffen, die lieber in der Bay Area ihr Unternehmen gegründet haben als in Deutschland. Die Geschichte für ihre Gründe folgt noch – an dieser Stelle nur so viel: Ihre Büros sind ein Fall von „Schöner Arbeiten“: Lichtdurchflutete Räume sowie kostenloses Essen und Trinken gehören zum Standardprogramm – ergänzt durch weitere kleine Details, die das Arbeitsleben schöner machen. So habe ich mich unter anderem mit dem Deutschen Thomas Arend, Mitgründer von Savvy, einer Plattform, die Video-Lehrstunden vermittelt, getroffen. Im Büro des Start-ups lümmeln die Mitarbeiter auf kuscheligen Sesseln statt steifen Bürostühlen. Wer lieber in der Sonne arbeiten will, kann dies auf der hübsch bewachsenen Dachterrasse tun.

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Meine Zeit hier in San Francisco geht leider dem Ende entgegen. Was ich in jedem Fall vermissen werde, ist der legere Dresscode. Hoodie, Jeans und Sneakers sind hier nicht Zeichen von Nachlässigkeit, sondern Ausdruck eines professionellen Umgangs miteinander, der weniger auf oberflächliche Formalitäten, sondern vielmehr auf Inhalte setzt. Nebenbei macht er das Leben leichter.

Neben meinen Recherchen, um das Valley besser zu verstehen, war ich in den letzten Wochen auch mit einem völlig anderen Thema sehr beschäftigt: Meteoriten. Meine Gastredaktion, das „Wall Street Journal“, hat eine wunderbare Tradition: Inmitten der ernsten Themen – internationale Konflikte, Übernahmen, Unternehmenszahlen und der schmutzigen Schlacht um das Präsidentenamt – gönnt das Blatt seinen Lesern jeden Tag einen Moment des Schmunzelns, prominent auf der Titelseite. Die Geschichten spiegeln kleine Absurditäten und Skurrilitäten des Lebens wider. Wussten Sie zum Beispiel, dass US-Forscher seit einiger Zeit schon mit Mails, Anrufen und Einsendungen von Menschen regelrecht überschwemmt werden, die denken, dass sie einen Meteoriten gefunden haben?

Manch ein Experte bekommt unaufgefordert bis zu zehn Boxen mit Steinen in der Woche. Eine Wissenschaftlerin, mit der ich gesprochen habe, erhält jeden Tag zwei bis fünf Mails von Meteoriten-Fans. Randy Korotev, ein Experte an der Washington University in St. Louis, geht nicht mehr an sein Telefon, weil er so viele Anrufe bekommt. In fast allen Fällen lautet die Antwort ohnehin: Nein, sie haben keinen „Meteorite“, sondern einen „Meteorwrong“ gefunden (vom englischen „falsch“).

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