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22.05.2013

13:39 Uhr

Auf Investorendruck

Ein oder doch besser zwei Sony?

Ein Investor bringt den Elektronikkonzern Sony dazu, die eigene Aufspaltung in Erwägung zu ziehen. Das japanische Technologie-Unternehmen kämpft mit Umsatzrückgängen und könnte so frisches Kapital beschaffen.

Sony-Chef Kazuo Hirai schraubt die Umsatzaussichten deutlich herab und spricht bei der Pressekonferenz in Tokio auch von Überlegungen, Teile des TV und Musikgeschäfts zu verkaufen. ap

Sony-Chef Kazuo Hirai schraubt die Umsatzaussichten deutlich herab und spricht bei der Pressekonferenz in Tokio auch von Überlegungen, Teile des TV und Musikgeschäfts zu verkaufen.

TokioSony prüft die Forderung des US-Investors Daniel Loeb, den Elektronik-Riesen zu zerschlagen. Einen Zeitplan für eine Entscheidung gebe es nicht, betonte Konzernchef Kazuo Hirai am Mittwoch in Tokio. Die Prüfung könne sich über einen Monat hinziehen, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Der Milliardär Loeb will, dass Sony das Film- und Musikgeschäft abtrennt und bis zu ein Fünftel davon an die Börse bringt. Mit den Einnahmen soll die seit Jahren schwächelnde Elektronik-Sparte auf Vordermann gebracht werden.

Unmittelbar nach Loebs Vorstoß vergangene Woche hatte Sony zunächst erklärt, das Unterhaltungsgeschäft sei wichtig für Sonys Wachstum und stehe „nicht zum Verkauf“. Allerdings hatte sich Hirai zwischenzeitlich mit dem US-Investor getroffen. Loeb sieht sich als größter Einzelaktionär von Sony. Sein Hedge-Fonds Third Point sammelte nach bisherigen Informationen einen Anteil von 6,5 Prozent an. Loeb ist als aggressiver kritischer Aktionär bekannt und hatte bereits den Internet-Konzern Yahoo in die Mangel genommen.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

Sony schraubte am Mittwoch seine Erwartungen an den Verkauf von Digitalkameras und Smartphones deutlich zurück. Der japanische Elektronikkonzern rechnet im kommenden Geschäftsjahr 2014 und 2015 bei Digitalkameras nur noch mit einem Umsatz von umgerechnet 9,8 Milliarden Euro statt wie bislang mit 11,3 Milliarden Euro. Noch stärker dampfte das Management am Mittwoch das Umsatzziel für Smartphones und Tablet-Computer ein: Statt umgerechnet 13,6 Milliarden Euro, erwartet Sony im Geschäftsjahr bis Ende März 2015 nur noch 11,3 Milliarden Euro.

Bereits in diesem Jahr rechnet Sony mit Einbrüchen in der Unterhaltungselektronik. Bei Digitalkameras erwartet das Unternehmen früheren Angaben zufolge einen Rückgang um 20 Prozent auf 13,5 Millionen Stück. Smartphones will der Konzern in diesem Geschäftsjahr aber 42 Millionen Stück verkaufen - und damit ein Viertel mehr als noch vor einem Jahr. Sony kämpft mit den chinesischen Konzernen Huawei und ZTE sowie LG Electronics aus Südkorea um den dritten Platz auf dem boomenden Smartphone-Markt hinter den Platzhirschen Samsung und Apple.

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