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09.01.2007

09:13 Uhr

Aufbau von sportdigital.tv

Neuer Sender für die Randsportarten

VonHans Weymar

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will überraschend den Sportrechtehändler Sportfive bei dem Aufbau einer neuen digitalen Fernseh-Plattform „sportdigital.tv“ unterstützen, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wird.

DÜSSELDORF. Die Deutsche Sport-Marketing (DSM), der Vermarkter des Dachverbandes des deutschen Sports, steht nach Informationen des Handelsblatts unmittelbar vor dem Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit Sportfive. Ziel der Vereinbarung ist es nach Informationen aus Verhandlungskreisen, dem neuen Sportsender aus den Reihen der rund 27 Millionen Mitgliedschaften des DOSB mindestens 50 000 Abonnenten zu rekrutieren.

Von einer „Revolution des bisherigen TV-Marktes im Sport“ sprach Lars Reckwitz, Vice President Marketing bei Sportfive, am Montag im Gespräch mit dem Handelsblatt, wollte aber auf Details noch nicht eingehen. Auch DSM-Geschäftsführer Axel Achten wollte die Verhandlungen mit Sportfive nicht kommentieren.

Die deutschen Sportfunktionäre suchen schon lange nach einer Möglichkeit, auch die Randsportarten besser im Fernsehen zu präsentieren. Bislang spekulierten sie aber darauf, dass die öffentlich-rechtlichen Sender einen eigenen Sportkanal ins Leben rufen. Doch nach Hinweisen des WDR-Intendanten Fritz Pleitgen, dass der seit circa einem Jahrzehnt geplante Sportsender nicht durchzusetzen sei, kam es nun zu der Zusammenarbeit mit dem privaten Anbieter Sportfive. „Pleitgen hat uns ermuntert, dieses Projekt mit Sportfive anzugehen“, sagt ein Insider, der mit den Gesprächen vertraut ist.

Mit Sportdigital.tv will Sportfive den Randsportarten in Deutschland nun die Möglichkeit geben, „völlig neue Märkte, insbesondere im Digital-TV-, IP- und Mobilfunksektor“ zu erschließen. So steht es in einem von Sportfive entwickelten Grundsatzpapier, das dem Handelsblatt vorliegt. Die DSM wird demnach die Kontrolle behalten: „Die hoheitliche Steuerung über die Verwertung sämtlicher Inhalte verbleibt jeweils beim Rechteinhaber, in diesem Fall bei der DSM.“

Insgesamt fünf „Optionskanäle“ – darunter jeweils ein eigener für Handball und Basketball – sollen von einer eigens gegründeten Produktionsgesellschaft bestückt werden. So werde, heißt es, der bisherige „Flaschenhals der Produktionskosten“ auch für die Randsportarten überwunden. Die hatten in der Vergangenheit häufiger schlechte Erfahrungen mit dem Fernsehen gemacht, weil einige Sender Produktionskostenzuschüsse für Sendungen von den Sportverbänden verlangten, während große Sportarten wie Fußball sich die Übertragungen teuer bezahlen lassen.

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