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02.05.2014

10:43 Uhr

Aufschwung in Irland

Pleitefirma Eircom vor dem Gang an die Börse

Aus der Zwangsverwaltung bis an die Börse? Die Telefongesellschaft Eircom war der größte irische Bankrotteur – und hat jetzt Börsenpläne. Der wirtschaftliche Aufschwung des Landes spielt Eircom dabei in die Hände.

Die irische Telefongesellschaft Eircom hofft auf ein Vergeben der Investoren: „Eircom lässt sich im Zusammenhang mit der Erholung in Irland leicht verkaufen.“ dpa

Die irische Telefongesellschaft Eircom hofft auf ein Vergeben der Investoren: „Eircom lässt sich im Zusammenhang mit der Erholung in Irland leicht verkaufen.“

DublinDie irische Eircom hat eine bewegte Vergangenheit mit sechs Eigentümerwechseln innerhalb von 15 Jahren, zwei kurzlebigen Vorstößen an den Aktienmarkt und den größtem Bankrott des Landes hinter sich. Nun hofft die Telefongesellschaft auf ein Vergeben und Vergessen der Investoren.

Das ehemalige Staatsunternehmen - das die Anleihegläubiger im Juni 2012 im Zuge einer Restrukturierung 1,8 Milliarden Euro kostete - hat Rothschild, Goldman Sachs und Morgan Stanley angestellt, um einen Börsengang (IPO) zu prüfen.

Auslöser war die Ausgabe von Hochzinspapieren von Eircom, die mitunter die besten Entwicklungen in Europa verzeichneten. Die 9,25-Prozent-Anleihen des Unternehmens erreichten im April mit 112,2 Cent einen Rekordwert.

„Die Geschichte von Eircom ist für die Käufer ein Pfad der Tränen”, sagt Brian Lucey, Finanzprofessor am Trinity College Dublin und ehemaliger Ökonom der irischen Zentralbank. „Die Märkte sind heiß auf Börsengänge und Eircom lässt sich im Zusammenhang mit der Erholung in Irland leicht verkaufen. Ob das Unternehmen oder das Produkt überhaupt etwas taugt, ist zweitrangig.”

Eircom nutzt den Windschatten eines wachsenden Vertrauens in die irische Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes wird in diesem Jahr auf 2,1 Prozent Wachstum geschätzt, nach einem Minus von 2,1 Prozent 2013. Außerdem ist es Irland gelungen, nach dem Ausstieg auf dem internationalen Hilfsprogramm den Status „Investment-Grade” wiederzuerlangen, und die „Bad Bank” des Lands für toxische Hypotheken nahm dieses Jahr die erste Zinszahlung auf ihre riskantesten Papiere vor.

Der größte Anteilseigner des Unternehmens ist die Investmentgesellschaft Blackstone, die im September etwa 25 Prozent besaß, wie aus Pflichtmitteilungen hervorging. Auch Alcentra, der Vermögensverwalter im Besitz der Bank of New York Mellon, ist beteiligt, ebenso wie Silver Point und Anchorage.

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