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18.06.2015

17:43 Uhr

Auktion gewinnt an Fahrt

Frequenz-Gebote liegen bei fünf Milliarden Euro

Der Anfang lief schleppend – doch nun purzeln bei der Frequenzauktion der Bundesnetzagentur die Milliarden-Marken. Derzeit liegen die Offerten der Telekomkonzerne mit fünf Milliarden Euro deutlich über den Erwartungen.

Vor rund 15 Jahren erlöste die Bundesnetzagentur die Rekordsumme von 50 Milliarden Euro für UMTS-Frequenzen. Dass das Ergebnis erneut erreicht wird, gilt als unwahrscheinlich. dpa

Rekordauktion

Vor rund 15 Jahren erlöste die Bundesnetzagentur die Rekordsumme von 50 Milliarden Euro für UMTS-Frequenzen. Dass das Ergebnis erneut erreicht wird, gilt als unwahrscheinlich.

FrankfurtDie drei deutschen Mobilfunkanbieter liefern sich bei der Auktion von Funkfrequenzen nach einem zähen Start ein teures Wettbieten. Die Gebote der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland („o2“) knackten am Donnerstag die Marke von insgesamt fünf Milliarden Euro, wie die Bundesnetzagentur auf ihrer Internetseite mitteilte. Damit gewann die Versteigerung deutlich an Schwung: Hatte es nach dem Start Ende Mai noch knapp drei Wochen gedauert, bis die Offerten vier Milliarden Euro überstiegen, fiel die nächste Milliarden-Marke nach nur zwei weiteren Tagen. Auslöser ist Vodafone: Die Firma stürzte sich als erste auf die bislang noch für Fernsehen genutzten Frequenzblöcke bei 700 Megahertz, die Rivalen zogen nach.

Seit dem Start schienen die Bieter hier eigentlich einen Waffenstillstand geschlossen zu haben und keiner toppte das Mindestgebot von 75 Millionen Euro für diesen Bereich. Mittlerweile wird das doppelte geboten. Auch für andere Teile des angebotenen Spektrums steigen die Preise.

Wichtige Frequenz-Auktionen international

USA 2015

Erlöst wurden 45 Milliarden Dollar (40 Milliarden Euro).

Großbritannien 2014

2,3 Milliarden Pfund (3 Milliarden Euro). Analysten hatten mit bis zu vier Milliarden Pfund gerechnet.

Tschechien 2013

300 Millionen Euro. Die Auktion gelang erst im zweiten Anlauf - der erste Versuch wurde von der dortigen Regulierungsbehörde abgebrochen, da die eingegangenen Gebote sich bereits auf über 700 Millionen Euro summierten. Angesichts solcher hohen Summen fürchtete die Behörde massive Preissteigerungen für die Handy-Nutzer und einen langwierigen Ausbau der neuen Netze.

Österreich 2013

2 Milliarden Euro. Erwartet hatte der Staat eigentlich nur 600 Millionen Euro.

Niederlande 2012

3,8 Milliarden Euro. Der Betrag fiel wesentlich höher aus als von Experten prognostiziert. Telekom-Marktführer KPN musste wegen der hohen Ausgaben die Ausschüttungen an die Aktionäre streichen.

Frankreich 2011

Hier wurden 3,6 Milliarden Euro erlöst.

Deutschland 2010

Vier Bieter legten insgesamt 4,4 Milliarden Euro auf den Tisch.

Die Spendierfreude des Mobilfunktrios ist überraschend. Vor Beginn der Versteigerung, die in einem Gebäude der Netzagentur in Mainz stattfindet, tippten Marktexperten auf ein Endergebnis von zwei bis 4,5 Milliarden. Wann der Hammer fällt, ist nicht absehbar. Bei der letzten Versteigerung vor fünf Jahren legten Telekom, Vodafone, E-Plus und Telefonica zusammen 4,4 Milliarden Euro auf den Tisch. Danach schluckte Telefonica E-Plus, weshalb dieses Mal nur noch drei Netzbetreiber am Start sind. Eines ist zudem sicher: Das Ergebnis der legendären UMTS-Auktion auf dem Höhepunkt des Internet-Hypes zur Jahrtausendewende von 50 Milliarden Euro wird nicht erreicht.

Von

rtr

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