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18.01.2010

10:35 Uhr

Ausblick 2010

Die Telekom fürchtet Stagnation

VonSandra Louven

ExklusivDer Konzern erwartet ein schwieriges Jahr ohne nennenswertes Wachstum. Der Fokus liegt auf neuen Internetdiensten. In dem Bereich sind auch kleinere Zukäufe geplant. Experten sind der Ansicht, dass die Telekom neue Produkte dringend benötigt – das fehlte in der Vergangenheit.

Vorsichtige Prognose für 2010: Telekom-Chef René Obermann rechnet nicht mit Wachstum. dpa

Vorsichtige Prognose für 2010: Telekom-Chef René Obermann rechnet nicht mit Wachstum.

HB/lou DÜSSELDORF. Die Deutsche Telekom übt sich 2010 in Bescheidenheit und geht davon aus, dass sie nicht wachsen wird. Das hat das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfahren. Offiziell will Vorstandschef René Obermann seinen Anlegern Ende Februar bei der Präsentation der Quartalszahlen einen Ausblick auf das laufende Jahr geben.

„Der gesamten Branche ist klar, dass das Geschäft derzeit stagniert“, heißt es im Führungszirkel der Telekom. Der Konzern stelle sich deshalb wie ein Versorger auf – mit dem Ziel, die verfügbaren Barmittel (Free Cash-Flow) zu steigern und damit eine hohe Dividende sicherzustellen.

„Wir werden nicht mehr wie in der Vergangenheit versuchen, fallende Umsätze durch Zukäufe zu kompensieren“, ist in Konzernkreisen zu hören. Einziger Silberstreif am Horizont sind Internetdienste, um die sich die Telekom verstärkt kümmern und deren Umsatz sie steigern will. Hier sind auch kleinere Akquisitionen geplant. Die Telekom wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Keine schnelle Lösung für das US-Geschäft

„2010 wird kein einfaches Jahr für uns“, heißt es aus dem Management. Die Märkte in Osteuropa – neben den USA der Auslandsschwerpunkt des Konzerns – stehen durch die Krise unter Druck. Auch für das schwierige US-Geschäft ist keine schnelle Lösung in Sicht. Es war zusammen mit schwachen Ergebnissen aus Großbritannien dafür verantwortlich, dass die Telekom im vergangenen Jahr ihre Gewinnprognose gesenkt hat. In Großbritannien zog Obermann im vergangenen Herbst die Notbremse und fusionierte T-Mobile UK mit der französischen Orange.

In den USA dagegen will er die Entwicklung des Marktes zunächst abwarten, ist in Unternehmenskreisen zu hören. Eine schnelle Lösung sei nicht zu erwarten. Wie das Handelsblatt berichtet hat, liebäugelt die Telekom mit einem Partner für das US-Geschäft. Ziel ist, die hohen Investitionen zu stemmen, die beim Bau eines neuen Mobilfunknetzes anfallen, das im Fachjargon als vierte Generation bezeichnet wird. Noch ist aber keine Entscheidung gefallen. Je nach Verlauf des US-Geschäfts ist auch ein Verkauf der Mobilfunktochter denkbar.

Fernsehangebot soll interaktiver werden

Ihren Fokus legt die Telekom in diesem Jahr auf die Entwicklung von neuen Internetdiensten. Damit will sie in den bestehenden Märkten Kunden halten und ihnen im besten Fall zusätzliche Produkte verkaufen. So ist unter anderem geplant, das eigene Fernsehangebot interaktiver zu machen. Das Telekom-Fernsehen, das über das Internetprotokoll ins Wohnzimmer gelangt, ermöglicht dem Zuschauer, eine Sendung anzuhalten und nach einer Pause weiterzusehen oder sich Videos aus dem Netz zu laden. Bislang hat der Hoffnungsträger des Konzerns aber nur eine halbe Million Kunden – neue Dienste sollen IPTV deshalb zum Durchbruch verhelfen.

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