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27.01.2010

07:34 Uhr

Ausblick 2010

SAP setzt auf BRIC-Länder und Bankensoftware

Nach einem schwierigen Jahr 2009 kann SAP auf seiner heutigen Bilanz-Pressekonferenz mit positiven Nachrichten überzeugen. abgesehen von den Zahlen präsentierte Europas größter Softwarekonzern einen neuen Kunden, der es in sich hat: die Deutsche Bank. Damit gelingt SAP der Einstieg in den lukrativen Markt für Banken-Software.

SAP blickt optimistisch ins Jahr 2010. dpa

SAP blickt optimistisch ins Jahr 2010.

HB FRANKFURT. Europas größter Softwarehersteller SAP will in diesem Jahr in die Erfolgsspur zurückkehren. „Unser Wachstum ist wieder da“, sagte der Chef des Weltmarktführers für Unternehmenssoftware, Léo Apotheker, am Mittwoch in Frankfurt. „2010 wird ein starkes Jahr für die SAP.“ Nach einem Krisenjahr mit starken Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis sowie einem deutlichen Stellenabbau plant SAP in den nächsten Monaten auch wieder Einstellungen im Konzern.

Das Marktumfeld bleibe zwar angespannt und die Kunden seien spürbar vorsichtiger bei ihren Investitionsentscheidungen für eine neue Software, erklärte der Manager. SAP erwarte aber sowohl in den aufstrebenden Märkten in Afrika und dem Nahen Osten in diesem Jahr Zuwächse. Auch in den etablierten Märkten Amerika, Asien und Europa mit Deutschland sei bereits seit dem vierten Quartal 2009 ein anziehendes Geschäft spürbar.

Eine Nachricht überzeugte die Experten besonders: Die Deutsche Bank will ihre selbstentwickelte Software in Deutschland durch ein Produkt von SAP ablösen. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet worden, teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. Über die Vertragsdetails sei Stillschweigen vereinbart worden. Das Kernbank-Softwaresystem solle künftig auf SAP-Standard-Software laufen.

Damit ließen sich Geschäftsprozesse weitestgehend standardisieren. Das neue System umfasse die Verwaltung von Kontoführung, Zahlungsverkehr und Sparangeboten. SAP versucht seit Jahren in der Finanzbranche stärker Fuß zu fassen, die meist selbstentwickelte Software-Lösungen betreibt.

Der Deal könnte für den Software-Hersteller ein großer Sprung nach vorne sein. Die Walldorfer hatten den Finanzsektor schon seit geraumer Zeit im Fokus. allerdings besteht besteht die IT hier noch weitgehend aus Lösungen, die die Geldhäuser selbst entwickelt haben. Dass SAP jetzt die Deutsche Bank für seine Produkte begeistern konnte, ist ein deutliches Signal an andere Banken. SAP könnte mit dem Standardsystem zum Marktführer werden.



Branchenexperten wie die Marktforscher von Gartner rechnen 2010 hingegen nur mit einem verhaltenen Wachstum der Unternehmensausgaben für Informationstechnik. Demnach sollen diese Ausgaben nur um ein Prozent zulegen, nach einem Rückgang um acht Prozent im vergangenen Jahr.

SAP hatte 2009 nach vielen Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten erstmals einen Einbruch des Lizenz- und Wartungs-Umsatzes um fünf Prozent auf 8,2 Mrd. Euro hinnehmen müssen, da die Unternehmen auf Sparkurs gingen und sich mit Ausgaben für neue Informationstechnik und Software zurückhielten. Nach Steuern und Zinsen (US-Gaap) verdiente der weltgrößte Unternehmens-Softwarehersteller im abgelaufenen Jahr 1,789 Mrd. Euro, vier Prozent weniger als 2008.

Kommentare (1)

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Wannes

27.01.2010, 14:24 Uhr

Let's do it in English.
SAP will adapt its software completely towards the needs of Db. Standard? Pricing is such that in reality SAP only focusses the top 100 to 200 banks (and even then ...). Market leader? Wishful thinking.
but Hb is of course a German newspaper. And as long as SAP is not taken over, supporting the German companies (even if they are loathed by most of their German clients because of the way they behave) remains the rule it seems.
Sorry, but this is a top deal for Db, what it does for SAP remains largely to be seen ... and may, in the end, put SAP in the dolldrums.

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