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23.01.2003

16:50 Uhr

Ausblick enttäuscht

Nokia kann Gewinne ausbauen

Der weltgrößte Handyhersteller Nokia hat seinen Gewinn im vierten Quartal 2002 stärker gesteigert als von Analysten erwartet. Wegen der anhaltenden Zurückhaltung der Verbraucher erwartet das finnische Unternehmen aber für das laufende erste Vierteljahr eine eher schwache Geschäftsentwicklung.

Reuters HELSINKI. Der Pro-Forma-Gewinn werde im ersten Quartal 0,15 bis 0,19 Euro je Aktie nach 0,19 Euro im Vorjahreszeitraum betragen, kündigte Nokia am Donnerstag an. Das Unternehmen gab keine konkrete Umsatzprognose für den Zeitraum. Es erklärte lediglich, das Umsatzplus im Konzern werde hinter der Entwicklung seines Kerngeschäfts, der Handy-Sparte, zurückbleiben, für das stagnierende bis um neun Prozent höhere Erlöse erwartet werden. Den Marktanteil näherte Nokia 2002 mit 38 Prozent der eigenen Zielmarke von 40 Prozent weiter an.

Analysten werteten die Quartalszahlen als solide und begrüßten den gestiegenen Marktanteil. Den Ausblick bezeichneten manche Branchenexperten allerdings als enttäuschend. Nokia-Aktien reagierten an der Börse in Helsinki zunächst mit Kursaufschlägen von fast fünf Prozent. Im Verlauf drehten sie ins Minus und verloren in einem schwächeren Gesamtmarkt zeitweise mehr als vier Prozent auf 13,63 Euro.

"2003 wird schwierig bleiben"

„Die Volkswirtschaften befinden sich derzeit in einem Zustand sehr schwachen Wachstums, daher wird das Umfeld auch 2003 schwierig bleiben. Dies wird wohl tatsächlich den Start in dieses Jahr beeinflussen“, sagte Nokia-Chef Jorma Ollila vor Journalisten. Dies sei der Grund, dass der Ausblick für das erste Quartal vorsichtig sei. Für das zweite Quartal rechnet Nokia mit einem höheren Umsatz als im ersten Vierteljahr 2003.

Im abgelaufenen vierten Quartal stieg der Pro-Forma-Gewinn mit 0,26 (Vorjahr 0,24) Euro je Aktie stärker an als von Analysten und Nokia selbst erwartet. Analysten hatten nach der Nokia-Prognose im Dezember, derzufolge der Gewinn mit 0,23 bis 0,25 Euro je Aktie geschätzt wurde, zuletzt im Schnitt mit 0,24 Euro gerechnet. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 8,84 Milliarden Euro und damit etwas schwächer als von Analysten erwartet. Die Erlöse aus der Handy-Sparte stagnierten bei 6,7 Milliarden Euro. Grund dafür war zum Teil das rückläufige Amerika-Geschäft. Die durchschnittlichen Preise für Handys werden Ollila zufolge nach den Tiefständen im vierten Quartal und dem Auftaktquartal 2003 wieder anziehen.

Der Konzern bekräftigte zudem seine Prognose für das Wachstum des weltweiten Handy-Absatzes in diesem Jahr von mindestens zehn Prozent nach 405 Millionen Stück 2002. Damit geht Nokia von einem etwas höheren Absatz aus als der Branchenzweite Motorola. Der US-Konzern hatte am Mittwoch 430 bis 440 Millionen verkaufte Handys prognostiziert. Anfang der Woche hatte Motorola für das Schlussquartal 2002 ebenfalls einen Gewinn über den Erwartungen liegenden Gewinn mitgeteilt. Siemens, der nach Samsung Electronics viertgrößte Handy-Hersteller weltweit, äußerte sich am Donnerstag für 2003 zuversichtlich.

In der Netzwerksparte steigerte Nokia den Umsatz im vierten Quartal nach eigenen Angaben vor allem wegen der guten Entwicklung in den USA um sechs Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Für dieses Jahr rechnet Nokia mit einem Rückgang in der Sparte um fünf bis zehn Prozent nach einem Minus von rund 15 Prozent im vergangenen Jahr.

"Solide aber nicht spektakulär"

Analysten bezeichneten die Quartalszahlen als solide. „Ich denke, es wird etwas Erleichterung geben, weil Nokia seinen Marktanteil verteidigt hat“, sagte Jonathan Philip, Analyst von Sarasin Investment Management. Analyst Thomas Langer von WestLB Panmure sagte: „Allerdings ist der Ausblick auf das erste Quartal enttäuschend.“ Zur Nokia-Prognose für die Netzwerk-Sparte sagten Analysten, der Ausblick sei zwar schwächer als der von Konkurrent Siemens. „Man sollte aber nicht vergessen, dass diese Sparte bei Nokia nur rund 20 Prozent ausmacht“, sagte ein Analyst.

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