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21.08.2011

13:20 Uhr

Ausverkauf

HP verramscht seine Touchpads

VonAxel Postinett

Run auf Touchpads: Ab 99 Dollar verschleuderte HP am Wochenende seine Tablet-PC in den USA. Die radikale Preisaktion könnte die Initialzündung für ein zweites Leben des Systems sein.

Ein Touchpad von HP: Das Unternehmen verramschte seine Tablet-PCs am Wochenende für 99 Dollar. dapd

Ein Touchpad von HP: Das Unternehmen verramschte seine Tablet-PCs am Wochenende für 99 Dollar.

San FranciscoSchlangen vor den Elektronik-Supermärkten von Best Buy in den USA sind eher selten, aber an diesem Wochenende war es so weit. Dutzende Kauflustige warteten am Samstag vor den Toren auch von Best Buy in San Francisco, um einen der billigen Tablet-PCs „Touchpad“ zu ergattern, die anderswo auch zum Schleuderpreis zu haben gewesen waren. Die amerikanische Webseite PC Magazin hatte von 16 GB-Touchpads berichtet, die für 99 Dollar verramscht wurden, die größere Version für nur 149 Dollar. Doch die Best Buy-Interessenten hatten Pech: Der Discounter war so verärgert über die miesen Verkaufszahlen gewesen, laut Web-Bolg AllThingsDigital waren gerade mal 25 000 der gelieferten 270 000  Geräte abgesetzt worden, dass man HP aufgefordert hatte die Geräte zurückzunehmen, berichtet der Blog.

Andere Märkte wie der Elektronikspezialist Fry’s dagegen konnten ihre Bestände innerhalb weniger Stunden abverkaufen, heißt es. Die Webseite von HP USA, auf der die Touchpads ebenfalls für 99 Dollar und 149 Dollar angeboten wurden, war am Samstag nur schwer erreichbar. Die Tablets waren ausverkauft, aber wer sich in eine E-Mailliste einträgt, verspricht HP, wird benachrichtigt, sobald wieder Rückläufer aus dem Handel hereinkommen.

Die Best-Buy-Schlappe ist nur ein weiterer Baustein im großen Spiel mit dem Titel „Pleiten, Pech und Pannen“, unter dem sich der amateurhafte Wiedereinstieg von HP ins Smartphone-Business und der Neueinstieg in den Tablet-Markt zusammenfassen lässt, die am Donnerstag spektakulär beendet wurden. Der Kahlschlag ist Teil eines umfassenden Strategiewechsels, den CEO Léo Apotheker vergangene Woche vorgelegt hat. Er will zudem HPs gesamte PC-Sparte abstoßen, dafür in Software investieren und sich in direkte Konkurrenz zu Firmen wie Oracle und seinem ehemaligen Arbeitgeber SAP begeben.

Die Pläne lösten eine ungewöhnlich heftige Reaktion an den Börsen aus, die HP-Aktie stürzte um über 20 Prozent ab. Noch im März hatte Apotheker groß verkündet, er wolle webOS auf alle PCs des Unternehmens bringen und auf Drucker und Scanner sowie eine Reihe anderer Produkte. Das ist jetzt auf einmal Makulatur, und die Sprunghaftigkeit des CEO verschreckt die Anleger.

Kommentare (2)

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Hieflo

21.08.2011, 21:40 Uhr

Nun, ist nur ein Momenteindruck in meinem Bekanntenkreis, aber es sieht alles ein bisschen so aus als würden viele planen, die Firmware auf Android zu flashen ...

Ciao WebOS!

A.Postinett

22.08.2011, 02:05 Uhr

spannend. Hoffentlich zeigt das nicht auch gleichzeitig den Preispunkt, bei dem Androids erst mit iPads mithalten können. ....

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