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20.06.2015

18:33 Uhr

Automatisierung im Beruf

Kollege Algorithmus greift nach Ihrem Bürojob

Erst waren es die Fabriken, nun erobern Maschinen auch die Büros. Welche Folgen hat die Digitalisierung für unseren Arbeitsalltag? Ein Blick in die Zukunft der Super-Computer und Algorithmen.

Einige Bürojobs könnten in der Zukunft von Algorithmen übernommen werden – Büroangestellte brauchen daher ein höheres Qualifikationsniveau. dpa

Künstliche Intelligenz statt Menschen?

Einige Bürojobs könnten in der Zukunft von Algorithmen übernommen werden – Büroangestellte brauchen daher ein höheres Qualifikationsniveau.

HannoverZum Preis von 21.500 US-Dollar gibt es das Büro der Zukunft schon heute. Es ist eine Art Mischung aus Zahnarztstuhl und Raketenleitstand. Lichttherapie und Luftfilter sind schon inklusive bei dem umgerechnet 19.000 Euro teuren High-Tech-System. Der Anbieter aus Kanada verspricht damit „die Zukunft der Büro-Arbeitsumgebung“.

Für Büroangestellte aber könnte der High-Tech-Trend etwas anderes bedeuten als eine Science-Fiction-Welt mit einer Bildschirmphalanx und ergonomischem Thron in der Mitte. Die Technik könnte den Menschen in der Mitte verschwinden lassen. Wenn zum Beispiel die Logistikkette bald nahtlos per Mini-Chip zu verfolgen ist, muss kein Mensch mehr Lieferscheine prüfen, Bestelllisten abhaken und Rechnungen schreiben.

„Alles wird vernetzt“, sagte Telekom-Chef Timotheus Höttges vor wenigen Tagen vor den Aktionären in Köln. „Und auch die fertigen Produkte sind vernetzt und liefern Daten.“ Dieter Kempf, der Chef des Branchenverbandes Bitkom, drückte es zur weltgrößten IT-Messe CeBIT diesen Frühling so aus: „In der Wirtschaft wird kein Stein auf dem anderen bleiben.“

Zur Industrie-Weltleitmesse in Hannover kritisierte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) diesen April den Nachholbedarf bei der Digitalisierung: „Wir müssen in Europa einfach einen Zahn zulegen, genauso wie wir auch in Deutschland einen Zahn zulegen müssen.“

Dabei wollen die Netzbetreiber eine Schlüsselrolle spielen. „Wir werden in den nächsten Jahren das industrielle Internet bauen und damit ein Tor für ganz neue Wertschöpfungsketten aufstoßen“, sagte Vodafone-Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum zur CeBIT.

Fakt ist: Schon heute gibt es längst Firmen mit dem Geschäftsmodell, Büroarbeit durch Algorithmen zu ersetzen. Die 2004 gegründete Firma Celaton aus Großbritannien etwa nimmt für sich in Anspruch: „Wir sind das erste Unternehmen, das künstliche Intelligenz entwickelt und zur Anwendung bringt, um arbeitsintensive Büroarbeit zu rationalisieren und zu automatisieren.“

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