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07.05.2015

12:51 Uhr

Axel Springer

Analysten unzufrieden trotz höherem Gewinn

Die Internet-Kleinanzeigen schieben den Gewinn von Axel Springer an. Und in den kommenden Monaten sollen zwei Websites fusioniert werden.

Der Medienkonzern profitiert vom Geschäft mit Internet-Kleinanzeigen. dpa

Der Medienkonzern profitiert vom Geschäft mit Internet-Kleinanzeigen.

BerlinOb digitale Jobangebote oder Immobilien-Inserate: Das Geschäft mit Online-Anzeigen treibt das Medienhaus Axel Springer („Bild“, „Die Welt“) an. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes und 70 Prozent des operativen Gewinns entfielen beim Konzern im ersten Quartal 2015 auf die digitalen Aktivitäten. Den stärksten Zuwachs verzeichneten dabei erneut die Rubrikenangebote, wie Axel Springer am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Der Konzernumsatz stieg in den ersten drei Monaten um 12,7 Prozent auf 780,6 Millionen Euro, der operative Gewinn (Ebitda - vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) legte nur leicht um 1,2 Prozent auf 119,8 Millionen Euro zu. Der Konzernüberschuss ging um 34,4 Prozent auf 43 Millionen Euro zurück. Das höhere Vorjahresergebnis ging vor allem auf einmalige Erträge aus Anteilverkäufen zurück.

Durch die Internationalisierung des digitalen Geschäfts erwirtschafte Springer bereits rund die Hälfte des Umsatzes außerhalb Deutschlands, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner. Die Erlöse bei den Rubriken, etwa Job- oder Immobilienportalen, legten um 58,5 Prozent auf 176,2 Millionen Euro zu, der operative Gewinn (Ebitda) stieg dabei um fast 47 Prozent auf knapp 71 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr erwartet Springer ein Umsatzplus im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Dabei geht der Vorstand davon aus, das der Anstieg der Werbeerlöse den Rückgang der Vertriebserlöse mehr als ausgleichen wird.

In den kommenden Monaten soll die Fusion der Websites Immonet und Immowelt umgesetzt werden, sagte Döpfner. Springer hatte Anfang Februar den Zuschlag für Immowelt für 131 Millionen Euro bekommen. Der Konzern hält 55 Prozent der Anteile an dem neuen Unternehmen.

Streaming-Dienste

Nutzen statt besitzen

Beim Musik-Streaming werden Songs direkt aus dem Internet abgespielt, statt sie auf die Geräte herunterzuladen. Dafür werden die Dateien in viele kleine Pakete zerlegt und in einem konstanten Strom aufs Gerät übertragen. Fans können damit Musik nutzen, ohne sie zu besitzen.

Marktführer Spotify

Es ist ein noch relativ kleines aber schnell wachsendes Geschäft. Größter Anbieter ist die schwedische Firma Spotify mit aktuell 15 Millionen zahlenden Kunden und 45 Millionen Gratis-Nutzern. Es gibt aber auch zahlreiche andere Dienste – allein in Deutschland gibt es 15 Anbieter, darunter Radio und Deezer und Apple Music.

Volle Auswahl für 10 Euro

Die meisten Anbieter setzen auf ein Abo-Modell: Für einen monatlichen Betrag gibt es den Zugriff auf ein Angebot aus Millionen Songs. Die Paketpreise beginnen bei fünf Euro, für rund 10 Euro bekommen Nutzer oft auch eine Offline-Funktion. In einigen Fällen können Musikfans eine werbefinanzierte Variante mit weniger Funktionen auch kostenlos nutzen.

Erfolg im zweiten Versuch

Schon vor rund zehn Jahren versuchten verschiedene Anbieter, Abo-Dienste zu etablieren – der Durchbruch kam aber erst mit der Verbreitung von Smartphones und allgegenwärtigen schnellen Datenverbindungen.

Mäßiger Sound

Als eine Schwäche gilt bei Musik-Enthusiasten die starke Kompression, die nötig ist, um die Dateien möglichst sparsam durch die Netze zu kriegen. Das kann die Sound-Qualität drücken.

Stand: Januar 2015

Bei den Bezahlangeboten blieben die Umsätze mit 348,7 Millionen Euro nahezu stabil. „Bild“ erreichte in Deutschland mehr als 260.0000 digitale Abonnenten, bei der „Welt“ waren es 64 000. Die Schicksalsfrage der Branche sei nicht mehr, wie die Papierauflage zu verteidigen sei, sondern wie man mit Journalismus im Netz Geld verdienen könne, sagte Döpfner. Diese Erkenntnis setzte sich nun auch in anderen Verlagshäusern durch.

Von

dpa

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