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09.03.2017

08:40 Uhr

Axel Springer

Digitalgeschäft lässt den Gewinn steigen

Axel Springer hat sein Betriebsergebnis im abgelaufenen Jahr deutlich gesteigert. Dazu trug vor allem das gut laufende Digitalgeschäft bei. Vorstandschef Mathias Döpfner erhöht die Dividende für die Aktionäre.

Der Medienkonzern steigerte sein Betriebsergebnis binnen Jahresfrist um 6,5 Prozent auf rund 596 Millionen Euro. Reuters, Sascha Rheker

Zentrale von Axel Springer in Berlin

Der Medienkonzern steigerte sein Betriebsergebnis binnen Jahresfrist um 6,5 Prozent auf rund 596 Millionen Euro.

BerlinEin florierendes Internetgeschäft hat dem Axel-Springer-Verlag 2016 mehr Gewinn beschert. Das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebitda) stieg binnen Jahresfrist um 6,5 Prozent auf 596 Millionen Euro, wie der Medienkonzern am Donnerstag in Berlin mitteilte. Der Umsatz des Herausgebers von „Bild“ und „Welt“ sank minimal um 0,1 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro und entsprach den Erwartungen von Experten.

Beim Gewinn lag Springer besser als von Analysten gedacht und am oberen Ende seiner eigenen Zielspanne. „In einem erfolgreichen Jahr 2016 haben wir weiter in Wachstum investiert und unsere Position als Europas führender Digitalverlag weiter ausgebaut“, sagte Konzernchef Mathias Döpfner. Die Dividende soll auf 1,90 von 1,80 Euro je Aktie steigen.

Für 2017 peilt das Management ein Plus der Gesamterlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Der operative Gewinn dürfte im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Der Konzern signalisierte, dass es im laufenden Jahr eher weniger Zukäufe gebe und man vor allem die „Ertragskraft“ stärken wolle: „Das Unternehmen wird sich daher in erster Linie darauf konzentrieren, die Potenziale der neu erworbenen und bestehenden Geschäfte optimal zu nutzen und Synergien zu heben.“

Die Marktanteile der größten Verlage Deutschlands

Axel Springer SE

Der Verlag wurde 1946 von Axel Springer und seinem Vater Hinrich Springer gegründet. Das Unternehmen entwickelte sich seitdem zu einem der größten Verlagshäuser Europas. Publikationen wie „Die Welt“ oder „Bild“ sorgten für den Aufstieg. 2014 verkaufte der Verlag einige Publikationen – unter anderem die „Berliner Morgenpost“, „Hörzu“ und „TV Digital“– an die Funke Mediengruppe. Daher lag der Marktanteil 2016 nur noch bei 4,2 Prozent.

Gruner + Jahr

Der Verleger John Jahr gründete das Verlagshaus 1965 zusammen mit Gerd Bucerius. Die Publikationen von G+J siedeln sich in den unterschiedlichsten Bereichen an. So werden unter anderem die Naturwissenschaften mit Magazinen wie „Geo“ und „PM“ abgedeckt und Lifestyle-Themen mit „Beef!“ oder „Gala“. Julia Jäkel ist die derzeitige Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, welches 2016 einen Marktanteil von 9,3 Prozent hatte.

Funke Mediengruppe

Der Medienkonzern ist aus der 1948 gegründeten „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ entstanden. Die Gründer waren die beiden deutschen Journalisten und Verleger Erich Brost und Jakob Funke. Der derzeitige Geschäftsführer ist Manfred Braun. Der Konzern übernahm einige Zeitschriften der Axel Springer SE und konnte dadurch seinen Marktanteil 2016 auf 14,3 Prozent heben.

Hubert Burda Media

Geschichtsträchtiger Verlag: 1903 betrieb Franz Burda eine kleine Druckerei in Philippsburg, welche allerdings keinen wirtschaftlichen Erfolg erzielen konnte. Dementsprechend eröffnete der Betreiber eine neue Druckerei in Offenburg – dem heutigen Stammsitz des Unternehmens. Während des Zweiten Weltkrieges musste der Verlag seine Arbeit einstellen und legte den Fokus auf die Produktion von Landkarten für das Oberkommando des Heeres und farbige Luftbilder für die Luftwaffe. Nach dem Krieg konnte sich der Verlag wieder auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren und entwickelte sich in den 1980er und 1990er Jahren zu einem Großkonzern, der unter anderem den „Playboy“ produziert. Paul-Bernhard Kallen ist der derzeitige Vorstandsvorsitzende des Hauses, welches 2016 einen stattlichen Marktanteil von 15,3 Prozent hielt.

Bauer Media Group

Johann Andreas Bauer gründete das Unternehmen bereits 1875. Zu diesem Zeitpunkt produzierte es allerdings lediglich Visitenkarten. Das Verlagshaus fing nach und nach an, einzelne Anzeigenblätter und Zeitschriften zu produzieren. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Medienkonzern zu einem der größten in Deutschland, welches heute unter anderem die „Bravo“ publiziert. Der heutige Geschäftsführer ist Jörg Hausendorf. Mit einem Marktanteil von 20,7 Prozent war das Unternehmen 2016 das stärkste Verlagshaus in Deutschland.

Quelle: WIP/Statista

Der Konzern geht davon aus, dass sich der Gewinn der Bezahlangebote, zu denen auch „Bild“ und „Welt“ gehören, 2017 bis 2019 bei leicht rückläufigen Umsätzen stabil entwickelt.

Springer verlagert seinen Fokus verstärkt ins Internet und ins Ausland. Das digitale Geschäft trug 2016 gut 67 Prozent zum Umsatz bei und fast 73 Prozent zum Gewinn, der Anteil an den gesamten Werbeerlösen kletterte auf 85 Prozent. Der Anteil des Auslandsgeschäfts lag bei knapp 48 Prozent der gesamten Erlöse.

Für den meisten Schwung sorgte abermals das Geschäft mit Kleinanzeigen im Internet - zum Beispiel Job-, Auto- und Immobilienportale. Bei diesen Rubriken-Angeboten erhöhte sich der Gewinn weit überdurchschnittlich um gut 16 Prozent auf 355 Millionen Euro. Bei den Bezahl- und Vermarktungsangeboten ging das Ebitda jeweils zurück.

Von

rtr

Kommentare (1)

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09.03.2017, 11:15 Uhr

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