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27.06.2017

11:36 Uhr

Axel Springer

Immobilienverkauf soll Verlagshaus Millionen bringen

Mehr als 700 Millionen Euro verspricht sich der Axel-Springer-Verlag vom Verkauf zweier Bürogebäude in Berlin – deutlich mehr als bisher vermutet. Interessenten soll es reichlich geben.

Der Verkauf zweier Bürogebäude soll dem Verlag deutlich mehr Geld bringen als bisher bekannt. AFP

Axel Springer

Der Verkauf zweier Bürogebäude soll dem Verlag deutlich mehr Geld bringen als bisher bekannt.

BerlinDer Axel-Springer-Verlag erhofft sich vom Verkauf zweier Berliner Bürogebäude mehr Geld als bisher bekannt. Dank der starken Nachfrage rechne man mit mehr als 700 Millionen Euro, sagte Finanzchef Julian Deutz am Dienstag auf einer Informationsveranstaltung für Investoren in London.

Zuletzt hatte er im Mai nur von deutlich mehr als einer halben Milliarde Euro gesprochen. Man werde die beiden Verträge wohl im dritten Quartal unterzeichnen, einen davon voraussichtlich noch vor der Sommerpause. Nach Abzug von rund 260 Millionen Euro an Investitionskosten und von Steuern dürften die Springer-Finanzen von rund 340 Millionen Euro profitieren, sagte Deutz.

Die Marktanteile der größten Verlage Deutschlands

Axel Springer SE

Der Verlag wurde 1946 von Axel Springer und seinem Vater Hinrich Springer gegründet. Das Unternehmen entwickelte sich seitdem zu einem der größten Verlagshäuser Europas. Publikationen wie „Die Welt“ oder „Bild“ sorgten für den Aufstieg. 2014 verkaufte der Verlag einige Publikationen – unter anderem die „Berliner Morgenpost“, „Hörzu“ und „TV Digital“– an die Funke Mediengruppe. Daher lag der Marktanteil 2016 nur noch bei 4,2 Prozent.

Gruner + Jahr

Der Verleger John Jahr gründete das Verlagshaus 1965 zusammen mit Gerd Bucerius. Die Publikationen von G+J siedeln sich in den unterschiedlichsten Bereichen an. So werden unter anderem die Naturwissenschaften mit Magazinen wie „Geo“ und „PM“ abgedeckt und Lifestyle-Themen mit „Beef!“ oder „Gala“. Julia Jäkel ist die derzeitige Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, welches 2016 einen Marktanteil von 9,3 Prozent hatte.

Funke Mediengruppe

Der Medienkonzern ist aus der 1948 gegründeten „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ entstanden. Die Gründer waren die beiden deutschen Journalisten und Verleger Erich Brost und Jakob Funke. Der derzeitige Geschäftsführer ist Manfred Braun. Der Konzern übernahm einige Zeitschriften der Axel Springer SE und konnte dadurch seinen Marktanteil 2016 auf 14,3 Prozent heben.

Hubert Burda Media

Geschichtsträchtiger Verlag: 1903 betrieb Franz Burda eine kleine Druckerei in Philippsburg, welche allerdings keinen wirtschaftlichen Erfolg erzielen konnte. Dementsprechend eröffnete der Betreiber eine neue Druckerei in Offenburg – dem heutigen Stammsitz des Unternehmens. Während des Zweiten Weltkrieges musste der Verlag seine Arbeit einstellen und legte den Fokus auf die Produktion von Landkarten für das Oberkommando des Heeres und farbige Luftbilder für die Luftwaffe. Nach dem Krieg konnte sich der Verlag wieder auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren und entwickelte sich in den 1980er und 1990er Jahren zu einem Großkonzern, der unter anderem den „Playboy“ produziert. Paul-Bernhard Kallen ist der derzeitige Vorstandsvorsitzende des Hauses, welches 2016 einen stattlichen Marktanteil von 15,3 Prozent hielt.

Bauer Media Group

Johann Andreas Bauer gründete das Unternehmen bereits 1875. Zu diesem Zeitpunkt produzierte es allerdings lediglich Visitenkarten. Das Verlagshaus fing nach und nach an, einzelne Anzeigenblätter und Zeitschriften zu produzieren. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Medienkonzern zu einem der größten in Deutschland, welches heute unter anderem die „Bravo“ publiziert. Der heutige Geschäftsführer ist Jörg Hausendorf. Mit einem Marktanteil von 20,7 Prozent war das Unternehmen 2016 das stärkste Verlagshaus in Deutschland.

Quelle: WIP/Statista

Zum Verkauf stehen ein vom Star-Architekten Rem Koolhaas entworfener und bereits begonnener Neubau, in dem künftig rund 3.500 Mitarbeiter arbeiten sollen. Zudem soll die nahe gelegene Axel-Springer-Passage veräußert werden, zu der vor allem Büroflächen, Läden und Restaurants gehören. Springer will den Neubau nach dem Verkauf als Mieter weiter nutzen.

Von

rtr

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