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15.04.2014

09:54 Uhr

Axel-Springer-Töchter

Immonet und Stepstone vor dem Börsengang?

Der Axel-Springer-Verlag könnte das Geschäft mit Kleinanzeigenportalen wie der Immobilienseite Immonet oder dem Karriereportal Stepstone an die Börse bringen. Gespräche mit Banken dazu sollen begonnen haben.

Stepstone ist ein Anzeigeportal im Reich von Axel Springer. 30 Prozent gehören einem Investor. Imago

Stepstone ist ein Anzeigeportal im Reich von Axel Springer. 30 Prozent gehören einem Investor.

LondonAxel Springer, Europas größter Zeitungsverleger, arbeitet mit den Großbanken Citigroup und JP Morgan am Börsengang seines digitalen Kleinanzeigengeschäfts. Das hat Bloomberg News am späten Montag von Personen erfahren, die mit den Vorgängen vertraut sind. Die Spekulationen auf einen baldigen Börsengang der Digital-Sparte haben die Aktie am Dienstagmorgen angeschoben. Die Papiere legten in der Spitze um 2,8 Prozent auf 45,51 Euro zu und waren damit einer der größten Gewinner im MDax.

Axel Springer Digital Classifieds ist teilweise im Besitz der Private-Equity-Firma General Atlantic und könnte mit rund drei Milliarden Euro bewertet werden, hieß es. Der Verkauf sei schon in der zweiten Jahreshälfte möglich. Das digitale Geschäft umfasst die Stellenbörse Stepstone sowie die beiden Immobilienwebseiten Immonet in Deutschland und Seloger in Frankreich.

Das Digitalgeschäft von Springer

Alles aufs Internet

Die Wurzeln der Axel Springer AG liegen im Zeitungsgeschäft, doch Konzernchef Mathias Döpfner setzt voll auf das Internet. Er verkaufte die traditionsreichen Regionalzeitungen „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“ wie auch die TV-Zeitschrift „Hörzu“ an die Funke-Gruppe. Die Einnahmen will Döpfner ins Digitalgeschäft investieren. Schon jetzt ist der Konzern hier sehr aktiv – nicht nur mit seinen Medienmarken.

Digitaler Journalismus

„Bild“ und „Welt“ sind im deutschsprachigen Internet wichtige Adressen. Die Axel Springer AG bietet einen Teil der Inhalte kostenlos an, hofft aber, den Umsatz mit Bezahlschranken zu steigern. Bei der „Welt“ können Nutzer nur 20 Artikel im Monat kostenlos lesen – ab dem 21. Text müssen sie ein Abo abschließen. Die Online-„Bild“ setzt auf das Freemium-Modell: Ein großer Teil der Inhalte ist kostenlos, für bestimmte Geschichten müssen die Leser zahlen.

Rubrikenanzeigen

Rubrikenanzeigen wandern mehr und mehr ins Internet ab. Die Axel Springer AG will mit Portalen für Immobilien, Jobs und Autoverkäufe von diesem Trend profitieren. Zu den Tochterfirmen gehören beispielsweise Immonet, das Stellenportal Stepstone und das Städteportal meinestadt.de.

Digitale Werbeprospekte

Der Zeitung liegen oft gedruckte Werbeprospekte bei – mit der Tochterfirma Kaufda übertragt Springer das Konzept ins digitale Zeitalter. Nutzer können die Broschüren der Einzelhändler aus ihrer Stadt gebündelt aufrufen und durchsuchen.

Online-Werbung

Mit der Mehrheitsbeteiligung Zanox ist Springer im Online-Marketing aktiv. Der Dienstleister vermittelt über seine Plattform Werbung – Provisionen bekommt er, wenn ein Geschäft zustande kommt. Deswegen ist auch vom erfolgsbasierten Online-Marketing die Rede. Zanox ist nicht nur in Europa, sondern auch in den USA aktiv.

Preisvergleiche

Das Portal idealo.de vergleicht Preise und bündelt Testberichte und Nutzermeinungen zu Produkten. Aktiv ist es in etlichen europäischen Ländern sowie in den USA. Springer gehören 74,9 Prozent des Unternehmens.

Konkurrenz setzt auf Handel und Spiele

Auch andere Medienhäuser suchen nach neuen Einnahmequellen – und entfernen sich dabei noch weiter vom Stammgeschäft. Burda etwa setzt auf den Online-Handel, unter anderem mit Tierfutter. Die TV-Kette Prosieben Sat.1 investiert in Online-Spiele.

Vertreter von Axel Springer, General Atlantic, Citigroup und JPMorgan wollten auf Nachfrage von Bloomberg News keinen Kommentar zu den Informationen abgeben. Online-Händler wie AO World und Just Eat in Großbritannien haben in diesem Jahr bereits Aktien an die Börse gebracht. Sie versuchen vom wieder erwachenden Interesse der Investoren zu profitieren, während sich die Konjunktur in Europa weiter erholt.

General Atlantic hatte im Jahr 2012 einen Anteil von 30 Prozent für 237 Millionen Euro an dem Joint-Venture mit Axel Springer gekauft. Die Beteiligungsgesellschaft hat die Option, das digitale Geschäft mittels IPO in 2015 aufzugeben. Falls sich beide Seiten einig sind, könnten aber auch schon vorher Aktien am Markt platziert werden, wie Bloomberg News aus den Kreisen ebenfalls erfuhr.

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