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09.09.2014

13:23 Uhr

Axel-Springer-Verlag

Döpfner träumt von einer Milliarde Euro Gewinn

Springer-Chef Mathias Döpfner hat das Wunschziel ausgegeben, den Gewinn seines Verlages künftig nahezu zu verdoppeln. Allein Kosten zu sparen oder umzubauen, reiche nicht, wird Döpfner zitiert.

Hat hohe Ziele: Springer-Chef Mathias Döpfner. AFP

Hat hohe Ziele: Springer-Chef Mathias Döpfner.

BerlinDer Axel-Springer-Verlag könnte nach Worten von Konzern-Chef Mathias Döpfner künftig seinen Gewinn nahezu verdoppeln. Ein bereinigter Gewinn (Ebitda) von einer Milliarde Euro sei „absolut möglich“, sagte Döpfner nach Konzern-Angaben jüngst auf einer Management-Konferenz, wie am Dienstag bekannt wurde. „Der Betrag wurde genannt – aber nicht angekündigt, als Ziel vorgegeben oder in Aussicht gestellt“, fügte eine Springer-Sprecherin hinzu. „Es ist als motivierendes langfristiges Wunschziel des Vorstandsvorsitzenden zu verstehen, um das Unternehmen weiterhin auf einen klaren Wachstumskurs hin zu orientieren.“ Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag 2013 bei rund 454 Millionen Euro.

Döpfner äußerte sich am 28. August auf einer Mitarbeiter-Veranstaltung. Es gehe nun „ohne Wenn und Aber um Wachstum“, zitierte ihn das Internet-Portal www.media.de. Allein Kosten zu sparen oder umzubauen, reiche nicht, denn man müsse sich auf Wachstum konzentrieren. „Kleinkariertes Denken hilft nicht. Warum sollte Axel Springer kein Unternehmen sein, das ein Ebitda von mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr erreicht?“, sagte Döpfner dem Bericht zufolge. „Warum sollte Axel Springer kein Unternehmen sein, das eine Marktkapitalisierung von zehn Milliarden Euro und einen Börsenkurs von einhundert Euro erreicht?“ Demnach räumte Döpfner auch ein: „Es steht mir nicht zu, an dieser Stelle ein solches Ziel vorzugeben.“ Der Springer-Chef forderte jedoch die Mitarbeiter auf, ihn zu dabei „zu unterstutzen, das Ziel zu erreichen.“

Springers digitales Geschäft

Ehrgeizige Ziele

2012 verdiente der Springer-Konzern erstmals mehr mit seinem Digital-Geschäft als mit Print. In den ersten drei Quartal des laufenden Geschäftsjahres erreichten die digitalen Erlöse knapp 40 Prozent. Unter dem Dach des Medienkonzerns gibt es nicht nur die Online-Ableger der klassischen Printprodukte. Ein Überblick.

Zeitungen und Magazine im Netz

Die digitalen Ableger von Springers Printprodukten sind stark. Bild.de ist die meistgeklickte Nachrichtenseite Deutschlands, rund 12 Millionen Nutzer rufen die Seite pro Monat auf. Auch Computerbild.de und Welt Online zählen zu den beliebtesten journalistischen Angeboten im Netz.

Blog für Gründerszene

Im Juni 2014 übernahm Springer die Firma Vertical Media, die vor allem für das Blog Gründerszene.de bekannt ist. Zu ihr gehören auch die englischsprachige Webseite Venture Village, eine Jobbörse und mehrere Veranstaltungsreihen.

Vergleichs- und Rubrikenportale

Springer verfügt über zahlreiche Serviceportale zu unterschiedlichen Themen – etwa den Preisvergleich Idealo oder den Online-Prospektedienst Kaufda, der die Angebote regionaler Geschäfte zusammenfasst. Auch Autokäufer hat das Berliner Verlagshaus mit seiner 50-prozentigen Beteiligung an autohaus24.de auf dem Radar.

Schwerpunkt Immobilien und Karriere

Springers digitales Geschäft beschränkt sich nicht nur auf Deutschland. Mit Seloger besitzen die Berliner Frankreichs führendes Immobilienportal, in Deutschland betreibt Springer das Immobilienportal Immonet. Im vergangenen Jahr übernahm Recruiting-Portal und Springer-Tochter Stepstone den britischen Konkurrenten Totaljobs.

Marketing-Unternehmen im Portfolio

Das Verlagshaus ist mehrheitlich an Zanox beteiligt. Das Unternehmen ist auf erfolgsbasiertes Online-Marketing spezialisiert. Der Werbekunde zahlt hierbei nur, wenn der Verbraucher tatsächlich etwas kauft. 2012 setzte Zanox 457 Millionen Euro um.

Springer verlagert immer mehr Geschäft ins Internet und will nach eigenen Angaben weiter zukaufen. Der Herausgeber von „Bild“ und „Welt“ peilt für 2014 einen Gewinnanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an. Der Umsatz soll im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Die Springer-Aktie notierte am Dienstag in einem etwas schwächeren Marktumfeld 0,3 Prozent tiefer mit 45,36 Euro.

Von

rtr

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