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06.06.2013

13:43 Uhr

Bedrohtes Online-Banking

FBI und Microsoft gelingt Schlag gegen Cyber-Diebe

Mehr als eine halbe Milliarde Dollar räumten sie mit Hilfe ihrer Schadsoftware von Bankkonten ab. Die US-Bundespolizei setzt den Computerattacken eines Cyber-Ring nun ein Ende. Softwarekonzern Microsoft hilft dabei.

Teiles des Quellcodes des Computervirus Flame: Dem FBI ist ein Schlag gegen einen Cyber-Ring gelungen. dapd

Teiles des Quellcodes des Computervirus Flame: Dem FBI ist ein Schlag gegen einen Cyber-Ring gelungen.

BostonDer US-Bundespolizei ist zusammen mit dem Softwarekonzern Microsoft und nationalen Behörden ein Schlag gegen das organisierte Cyber-Verbrechen gelungen. In einer Großoffensive in mehr als 80 Ländern wurden etwa 1.000 von geschätzten 1.400 Computer-Netzwerken des Cyber-Rings Citadel Botnets abgeschaltet. Die Kriminellen sollen in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als 500 Millionen Dollar von Bankkonten gestohlen haben. Dafür infizierten sie weltweit Computer mit schadhafter Software und stahlen beispielsweise Online-Banking-Daten.

Die Citadel Botnets sollen nach Angaben von Microsoft bis zu fünf Millionen PCs weltweit gehackt haben. Die meisten infizierten Adressen entdeckten die Experten in Europa, Hongkong, Indien, Singapur, Australien und den USA. Auch Dutzende von Banken und Finanzinstitute waren im Visier der Täter: American Express, Bank of America, Citigroup, Credit Suisse, PayPal von Ebay, HSBC, JPMorgan Chase, Royal Bank of Canada und Wells Fargo. Die Drahtzieher sind noch auf freiem Fuß. Allerdings dürfte der Schlag gegen das Netzwerk die kriminellen Kapazitäten deutlich reduziert haben.

Wie Windows wurde, was es ist

Windows 1.0

Der Urahn des inzwischen meistgenutzten PC-Betriebssystems kam im November 1985 auf den Markt. Damals war Microsoft noch ein Außenseiter, während der Platzhirsch IBM und der Aufsteiger Apple den Kampf um den PC-Markt auszufechten schienen. Anfangs arbeitete sich Windows nur mühsam ins Geschäft – denn Microsoft verzichtete zunächst angesichts eines jahrelangen Patentstreits mit Apple auf grafische Bedienungselemente.

Windows 3.1

Mit dieser Version lernte Windows 1992, Videos abzuspielen, bekam die ersten integrierten Spiele und neue Schriften. Die Grundansicht mit den überlappenden Fenstern und einem Desktop für Programm-Symbole blieb – mit einigen Design-Änderungen – lange erhalten.

Windows NT

Parallel zu den Consumer-Versionen von Windows entwickelte Microsoft nach dem Scheitern des OS/2-Projektes mit IBM eine Windows-Version mit einem neuen Programm-Kern („Windows New Technology“). NT wurde mit Windows 2000 fortgeführt und ging später in Windows XP auf.

Windows 95

Die radikale Erneuerung von 1995 brachte in Grundzügen das Windows, das heute praktisch jeder kennt. Unter anderem wurde der „Start“-Knopf mit dem Balken am unteren Bildschirmrand eingeführt. Nachdem nachträglich der Web-Browser Internet Explorer zum Windows-Grundpaket hinzugefügt wurde, setzte sich Microsoft zum Ärger der Wettbewerbshüter in diesem Bereich gegen den Pionier Netscape durch. Auf die Version folgten die kleineren Aktualisierungen Windows 98 und ME.

Windows XP

2001 brachte Microsoft die bisher langlebigste Version seines Betriebssystems auf den Markt, die immer noch auf vielen Rechnern läuft. Mit Windows XP wurden viele visuelle Effekte hinzugefügt, ebenso wie wichtige Funktionen wie etwa schneller Benutzerwechsel, eine integrierte Firewall für mehr Sicherheit und verbesserter Medienwiedergabe.

Windows 7

Das Betriebssystem Windows Vista sollte XP verdrängen, wurde von den Nutzern aber weitgehend ignoriert. Die 2007 veröffentlichte Version bot zwar neue Bildschirmansichten, aber eine für viele Nutzer verwirrende Rechteverwaltung für Benutzerkonten. Erst mit der Vorstellung von Windows 7 im Oktober 2009 konnte Microsoft die Anwender wieder überzeugen.

Windows 8

Mit Windows 8 wollte sich Microsoft für den Wandel der Computer-Welt rüsten: Die neue Kacheloberfläche ist für Touchscreens ausgelegt und eignet sich damit auch für Tablet-Computer – äußerlich ähnelt das System damit dem Smartphone-Betriebssystem Windows Phone. Microsoft stellte Windows 8 im Oktober 2012 vor. Gerade an der neuen Bedienung wurde jedoch schnell viel Kritik laut.

Windows 8.1

Ein Update für Windows 8 kam im Oktober 2013 auf den Markt. Das kostenlose Windows 8.1 soll die größten Kritikpunkte an dem Vorgänger ausräumen. So können Nutzer direkt auf den Desktop starten und so die Kacheloberfläche umgehen. Zudem kehrt der Startknopf zurück, wenn auch nicht das klassische Startmenü.

Botnets nutzen die geballte Rechenkraft von abertausenden gekaperten Computern etwa zum Versand von Spam-E-Mails oder für Angriffe über das Internet auf Unternehmen oder sogar auf Staaten. Der Wortbestandteil „Bot“ kommt von Roboter und soll ausdrücken, dass ein Computer ferngesteuert wird. Mit Hilfe der Schadprogramme können Internetkriminelle auch Passwörter, Bankdaten und andere persönliche Informationen von Nutzern ausspähen.

„Früher machten sie Überfälle, heute agieren Kriminelle mit Mausklicks“, sagte Internet-Experte Greg Garcia, ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Innenministeriums, der mittlerweile für die Finanzbranche arbeitet. Die Ermittlungen begannen den Angaben zufolge Anfang des Jahres, Microsoft und FBI stießen dann auf das Botnet „Citadel“.

Gesucht wird nun nach dem wichtigsten Mann hinter der Citadel Software - als John Doe oder auch unter dem Decknamen „Aquabox“ bekannt. Er gilt als Erfinder und Gründer des Botnets. Die Behörden versuchen den Angaben nach, seine Identität herauszufinden. Es wird vermutet, dass er sich in Osteuropa aufhält. Er soll mindestens 81 Helfer haben, die diese illegalen Computernetze weltweit verwalten.

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