Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.05.2013

02:55 Uhr

„Beispielloser Eingriff“

Agentur wirft US-Regierung Bespitzelung vor

In einem empörten Brief hat sich der Chef der weltgrößten Nachrichtenagentur Associated Press (AP) beim US-Justizministerium beschwert. Dieses soll heimlich Telefonate abgehört haben, um an Terror-Recherchen zu kommen.

Die Büros der Associated Press in Manhattan, New York. Reuters

Die Büros der Associated Press in Manhattan, New York.

New York/WashingtonDie US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ist nach eigenen Angaben vom Justizministerium bespitzelt worden. Die Behörde habe sich heimlich die Verbindungsdaten von mehr als 20 Anschlüssen des Medienunternehmens und seiner Journalisten beschafft, teilte AP am Montag mit.

Telefonate von AP-Mitarbeitern seien zwei volle Monate lang heimlich mitgeschnitten worden, kritisierte AP-Chef Gary Pruitt in einem am Montag bekannt gewordenen Brief an US-Justizminister Eric Holder. Dabei seien mehr als 20 Telefonanschlüsse, darunter auch Handys und Privatanschlüsse von AP-Mitarbeitern, abgehört worden.

Pruitt schrieb dazu, er verurteile „auf das Schärfste einen massiven und beispiellosen Eingriff“ in die Arbeit seiner Nachrichtenagentur. Wie AP in einer Pressemitteilung erläuterte, stehen die Abhöraktionen vermutlich im Zusammenhang mit Ermittlungen zur widerrechtlichen Herausgabe von Informationen über einen vereitelten Terroranschlag, über den AP im Mai 2012 berichtet habe.

Dabei seien Details über einen CIA-Einsatz im Jemen enthüllt worden, mit dem im Frühling 2012 Al-Kaida-Pläne für einen Bombenanschlag auf ein Flugzeug auf dem Weg in die USA durchkreuzt worden seien. Die US-Regierung habe sich unter anderem die Telefonnummern von fünf Journalisten und einem Redakteur verschafft, die an diesen Recherchen beteiligt gewesen seien.

Es könne „keine mögliche Rechtfertigung für eine solche überbordende Sammlung der Telefonkommunikation“ geben, schrieb AP-Präsident Pruitt in dem Brief, der im Internet veröffentlicht wurde.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Karsten

14.05.2013, 07:24 Uhr

Willkommen im Polizeistaat!

Hagbard_Celine

14.05.2013, 08:03 Uhr

Eure Angst ist ihre Macht. (Russiches Sprichwort)

Die Spitzel sind längst an jeder Ecke.

Da hilft nur eins und das ist das eigene Maul aufmachen. Wer sich einschüchtern lässt spielt denen in die Hände denn die Zahlen haben wir auf unserer Seite.

Es steht mehr als 10,000:1.

Diese Leute sind wie Kakalaken, wenn man das Licht einschaltet verschwinden die ganz schnell in den Ritzen.

Account gelöscht!

14.05.2013, 08:09 Uhr

Man darf nicht so blind sein, die USA als das Vorbild fuer westliches und demokratisches Denken zu sehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×