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04.10.2013

15:28 Uhr

Beitragsreform

Die Einnahmen von ARD und ZDF sprudeln

Die öffentlich-rechtlichen Sender verzeichnen durch die Reform des Rundfunkbeitrags erstmals seit Jahren höhere Einnahmen. Trotz eines Aufschreis der Wirtschaft: Unternehmen sollen in Summe günstiger davon kommen.

Seit Jahresanfang zahlen Haushalte den Rundfunkbeitrag pauschal, Unternehmen nach einem neuen Berechnungsschlüssel. dpa

Seit Jahresanfang zahlen Haushalte den Rundfunkbeitrag pauschal, Unternehmen nach einem neuen Berechnungsschlüssel.

HamburgMit großem Tamtam haben Unternehmen wie der Autovermieter Sixt („Rechnung über 718.000 Euro“) oder die Drogeriemarktkette Rossmann gegen sprunghafte Anstiege der Rundfunkbeiträge seit dem Jahreswechsel gewettert. Doch in Summe sollen ausgerechnet Firmen in diesem Jahr günstiger wegkommen als im Vorjahr. ARD und ZDF erwarten aber Mehreinnahmen in Höhe von 80 Millionen Euro, die vor allem von privaten Zahlern stammen sollen.

„Die Schätzung für den nicht privaten Bereich, also zum Beispiel für Unternehmen, Kirchen und Kommunen, geht für das Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr von geringeren Beitragserträgen aus“, teilte die ARD am Freitag mit. Nach der aktuellen Prognose werden die Erträge aus Privatwohnungen für das Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr leicht ansteigen, wie es weiter hieß.

Wie Kommunen unter der neuen GEZ-Gebühr leiden

Heilbronn

Gebühr früher: 13.000 Euro
Gebühr heute: 40.000 Euro
Mehrkosten: 27.000 Euro (208 Prozent)

Quelle: Recherchen der NRW-FDP

Gelsenkirchen

Gebühr früher: 23.000 Euro
Gebühr heute: 71.000 Euro
Mehrkosten: 48.000 Euro (209 Prozent)

Bonn

Gebühr früher: 15.475 Euro
Gebühr heute: 48.573 Euro
Mehrkosten: 33.098 Euro (214 Prozent)

Baden-Baden

Gebühr früher: 6.200 Euro
Gebühr heute: 20.000 Euro
Mehrkosten: 13.800 Euro (223 Prozent)

Münster

Gebühr früher: 20.000 Euro
Gebühr heute: 66.000 Euro
Mehrkosten: 46.000 Euro (230 Prozent)

Mülheim

Gebühr früher: 10.000 Euro
Gebühr heute: 40.000 Euro
Mehrkosten: 30.000 Euro (300 Prozent)

Düsseldorf

Gebühr früher: 25.000 Euro
Gebühr heute: 150.000 Euro
Mehrkosten: 125.000 Euro (500 Prozent)

Rheinbach

Gebühr früher: 1.000 Euro
Gebühr heute: 7.000 Euro
Mehrkosten: 6.000 Euro (600 Prozent)

Solingen

Gebühr früher: 3.000 Euro
Gebühr heute: 27.000 Euro
Mehrkosten: 24.000 Euro (800 Prozent)

Bergisch-Gladbach

Gebühr früher: 2.000 Euro
Gebühr heute: 20.000 Euro
Mehrkosten: 18.000 Euro (900 Prozent)

Bis Ende 2013 sollen die Beitragseinnahmen die Gebühreneinnahme von 2012 um etwa ein Prozent oder rund 80 Millionen Euro übertreffen. „Diese Veränderung liegt unter der allgemeinen Teuerungsrate“, sagte eine Sender-Sprecherin. Der Anstieg der Einnahmen sei ein Ziel der Beitragsreform zum Jahreswechsel gewesen.

Seit dem Wechsel vom alten GEZ-Gebührenmodell zum neuen Rundfunkbeitrag am 1. Januar 2013 richtet sich die Abgabe nicht mehr nach Zahl und Art der Geräte, sondern wird pro Haushalt fällig. Ein Haushalt zahlt 17,98 Euro im Monat. Bei Firmen oder Kommunen richten sich die Beiträge nach Betriebsstätten und Fahrzeugflotte.

Kommentare (28)

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zenses

04.10.2013, 15:46 Uhr

Die Zwangssteuer gehört abgeschafft. Alle Sender können verschlüsseln. Das System muss auf Freiwilligkeit basieren. Das ist Demokratie. Der Wahlkampf hat mal wieder gezeigt, wie die Staatsmedien Wettbewerb und neue Parteien behindert haben. Es kann nicht sein, dass die Politik über Funk, Fernsehen und Print diktiert. Außerdem fehlt es an Controlling, werden doch Unsummen verschleudert in Sport, überzogene Gehälter und Pensionen. Das ist nicht mehr zu vermitteln.

Jey

04.10.2013, 15:47 Uhr

Waren es nicht auch die Schreiberlinge vom Handelsblatt, die auf dem Niveau von Sixt die angeblichen Milliardeneinnahmen prognostiziert haben? Von selbskristischer Hinterfragung mal wieder kein Wort!

Chris

04.10.2013, 15:50 Uhr

Wir schauen seit über 20 Jahren kein Fernsehen bzw. haben keinen Apparat. Ich kann die Propaganda und Niveaulosigkeit der Sender selbst im Hotel nicht mehr ertragen.

Den Radiobeitrag haben wir gezahlt, auch wenn wir Radio nur im Pkw hören.

Auch der Zwangsbeitrag wird an unserem Verhalten nichts ändern.

Laßt Eure Kinder und Enkelkinder nur wenig Fernsehen schauen und sie haben bessere Noten und sind gesünder.

Chris

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