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07.08.2013

10:25 Uhr

Beliebter Dienst

20 Millionen Deutsche nutzen WhatsApp

Nur Facebook ist beliebter: Mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland bleiben über WhatsApp in Verbindung. Damit wächst das US-Unternehmen rasant – trotz aller Kritik.

Simple App: Viele Nutzer sehen WhatsApp als Alternative zur SMS. WhatsApp

Simple App: Viele Nutzer sehen WhatsApp als Alternative zur SMS.

DüsseldorfDer Mitteilungsdienst WhatsApp gewinnt weiter rasant an Popularität: Das US-Startup hat nach eigenen Angaben inzwischen 300 Millionen Nutzer, davon mehr als 20 Millionen in Deutschland. Sie verschickten täglich elf Milliarden Nachrichten, erklärte das Unternehmen gegenüber dem US-Blog All Things D.

Damit hat WhatsApp die Nutzerzahl binnen weniger Monate um rund 50 Prozent gesteigert. Im Frühjahr sprach das Unternehmen von rund 200 Millionen Nutzern, die mindestens einmal im Monat aktiv sind. Auch diverse Sicherheitslücken und der sorglose Umgang mit Nutzerdaten konnten den Boom nicht stoppen.

Seine relativ simple App erweitert das Unternehmen jetzt: Nutzer können per Mikrofon auch Sprachnachrichten aufnehmen und verschicken. Das sei etwa bei Sprachen sinnvoll, deren Zeichen man nicht gut auf dem Smartphone-Bildschirm tippen kann, sagte WhatsApp-Chef Jan Koum – zum Beispiel Russisch. Die Funktion wird in den nächsten 24 Stunden eingeführt und soll in den Anwendungen für alle Betriebssysteme verfügbar sein.

Was an WhatsApp Kopfschmerzen bereitet

Laxer Umgang mit Datenschutz

WhatsApp überträgt die Kontakte im Adressbuch auf seine Server in den USA – in Zeiten mächtiger Geheimdienste kein angenehmer Gedanke. Hinzu kommt: Durch die Offenlegung der Handynummern erfahren andere Leute, dass man die App nutzt – zumindest, wenn sie diese auch installiert haben und im Adressbuch stehen.

Zweifel an der Verschlüsselung

Lange wurden die WhatsApp-Nachrichten unverschlüsselt übertragen. Auch an der inzwischen eingesetzten Verschlüsselungstechnologie hegen Experten Zweifel.

Sicherheitsbedenken

Schon mehrfach stand Whatsapp wegen des laxen Umgangs mit Sicherheitsfragen in der Kritik – das betrifft nicht nur die Verschlüsselung. So konnten eine Zeit lang Whatsapp-Nutzerkonten relativ leicht gekapert werden. Nach Einschätzung einer Sicherheitsfirma kann auch der Bezahlprozess ausspioniert werden.

Soziale Kontrolle

Für jeden App-Nutzer ist einsehbar, wann die Kontakte das letzte Mal den Dienst genutzt haben. Es kommt vor, dass darüber Mütter kontrollieren, ob ihre Babysitter zu Hause noch wach sind – denn die verdaddeln die Zeit oft genug mit WhatsApp. Die App ermöglicht also eine gewisse soziale Kontrolle.

Undurchsichtige Firma

Über die Firma WhatsApp ist wenig bekannt, die Macher meiden die Öffentlichkeit weitgehend. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen. Auch der Anfang 2014 angekündigte Verkauf an Facebook stößt auf Skepsis – das Soziale Netzwerk gilt nicht wenigen als Datenkrake.

WhatsApp dient vielen Smartphone-Nutzern als billiger Ersatz für die SMS und höhlt inzwischen auch die Kommunikationsfunktionen der Sozialen Netzwerke aus. Der Erfolg hat auch mit den geringen Kosten zu tun: Die Nachrichten werden über eine Internet-Verbindung gesendet, für die viele Nutzer eine Flatrate haben. Für die App selbst werden 99 Cent im Jahr fällig, für Android-Nutzer ist das erste Jahr kostenlos. Werbung lehnt das Unternehmen ab.

Der Markt für Messaging-Dienste ist allerdings umkämpft. Technologie-Riesen wie Facebook und Apple wie auch diverse Startups kämpfen um die Nutzer. Die Mobilfunkanbieter wollen mit dem eigenen Dienst Joyn, der künftig auf allen Geräten funktionieren soll, eine Alternative bieten.

Von

chk

Kommentare (19)

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Freidenker

07.08.2013, 10:44 Uhr

Da kann man mal schön sehen, wie vertrottelt die Mehrheit schon ist! Sie rennt bewusst in ihre eigene Versklavung!

Wolfsfreund

07.08.2013, 11:06 Uhr

Heilig's Blechle. Geht eigentlich heute noch irgend etwas ohne "App"? Fehlt nur noch die App zum Verwalten des Klopapiers! Mir reicht jedenfalls mein "Steinzeit"-Handy.

Einfach mal durchlesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/WhatsApp#Sicherheit.2FKritik

patrick093

07.08.2013, 11:11 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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