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09.01.2007

07:59 Uhr

BenQ Mobile

Investor sucht Heil in Luxus-Handys

Mindestens zwei Investoren pokern um den insolventen Handy-Herstellers BenQ Mobile. Einer der beiden will laut einer Zeitung die ehemalige Siemens-Handysparte mit luxuriösen Mobiltelefonen wieder nach vorne bringen. Mit einem ähnlichen Plan haben die Mitarbeiter aber bereits in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht.

Die aktuelle Modellpalette von BenQ Mobile hat noch nichts von Luxus. Foto: dpa Quelle: dpa

Die aktuelle Modellpalette von BenQ Mobile hat noch nichts von Luxus. Foto: dpa

HB/fas/lou BERLIN. Eine deutsch-amerikanische Investorengruppe wolle an den Standorten München und Kamp-Lintfort Handys im Hochpreissegment produzieren, zitiert die „Rheinische Post“ den IG-Metall-Sprecher Wolfgang Nettelstroth in ihrer Dienstagsausgabe. In Kamp-Lintfort blieben demnach 500 Arbeitsplätze erhalten, in München 300. Es gebe bereits Pläne für konkrete Modelle. Das Konsortium will pro Jahr 4 Mill. Handys fertigen.

Der Luxus-Handy-Plan unter neuem Namen weckt Erinnerungen an die Handymarke „Xelibri“, die Siemens im Frühjahr 2003 mit großem Aufwand gestartet hatte. Die poppigen Mobiltelefone sollten modebewusste, junge Menschen ansprechen und wurden in Boutiquen verkauft. Doch niemand wollte „Xelibri“ haben. Anderthalb Jahre nach dem Start gab Siemens die Modellreihe deshalb auf, die übrig gebliebenen Geräte verramschte das Unternehmen.

Die deutsch-amerikanische Investorengruppe hatte sich am Montagabend mit Insolvenzverwalter Martin Prager, der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU), Vertretern der bayerischen Staatsregierung und Gewerkschaftern getroffen. Ein Beamter des NRW-Wirtschaftsministeriums sagte, das Konzept sei „sehr ansprechend“ und „nicht unrealistisch“. Auch ein Mitglied der IG-Metall sagte nach dem Gespräch, es gebe „eine kleine Hoffnung“.

Über die Namen der deutsch-amerikanischen Investorengruppe ist zwischen den Beteiligten Stillschweigen vereinbart worden. Vertreten wurde die Gruppe am Montag im Düsseldorfer Wirtschaftsministerium von dem ehemaligen Leiter der IT-Abteilung von Daimler-Benz, Hans-Jörg Beha, der heute bei SF Capital Partners mit Sitz in San Francisco und Zürich tätig ist. Er stellte im Namen der Investorengruppe deren Konzept vor.

Die internationalen Investoren haben für ihren Einstieg aber umfassende Forderungen gestellt. So wollen sie kostenlos 800 ehemalige BenQ-Mobile-Mitarbeiter beschäftigen, die in eine Qualifizierungsgesellschaft gewechselt sind und Einkünfte aus der Kasse der Bundesagentur für Arbeit und von Siemens beziehen. Eine solche Finanzhilfe sei jedoch zumindest soweit sie Finanzmittel der Arbeitsagentur betreffe nicht möglich, hieß es aus Verhandlungskreisen. Auch Siemens habe sich nicht dazu bereit erklärt, den Investoren finanziell unter die Arme zu greifen.

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