Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.01.2007

16:01 Uhr

BenQ-Rettung wird unwahrscheinlich

„Es ist wohl gelaufen“

Beim insolventen Handyhersteller Benq Mobile stirbt so langsam die letzte Hoffnung. Zwar bekunden nach wie vor verschiedene Investoren ihr Interesse. Doch bis auf abgelaufene Fristen gab es bisher keine konkreten Ergebnisse. Und mit jedem Tag, der verstreicht, wird eine Rettung unwahrscheinlicher.

Bis auf ein paar abgelaufene Fristen, ist die BenQ-Rettung kaum vorangekommen. Foto: dpa Quelle: dpa

Bis auf ein paar abgelaufene Fristen, ist die BenQ-Rettung kaum vorangekommen. Foto: dpa

HB MÜNCHEN / KAMP-LINTFORT. Beim insolventen Handyhersteller Benq Mobile stirbt so langsam die letzte Hoffnung. Zwar bekunden nach wie vor verschiedene Investoren ihr Interesse. Doch bisher sind alle Fristen ungenutzt verstrichen, kein Käufer konnte bisher ein glaubwürdiges Finanzierungskonzept präsentieren.

Bei den verbliebenen Mitarbeitern, die zum großen Teil in eine Auffanggesellschaft gewechselt sind, macht sich daher Resignation breit. „Es ist wohl gelaufen“, sagte ein Betriebsrat am Mittwoch in München. „Die Leute sind alle niedergeschlagen.“ Der Großteil der einst 3 000 Beschäftigten in Deutschland ist in einer Auffanggesellschaft gelandet.

Auch am Mittwoch gab es wieder einmal Negativnachrichten. Die deutsch-amerikanische Investorengruppe um den ehemaligen Daimler-Chrysler-IT-Manager Hansjörg Beha ließ eine selbst gesetzte Frist verstreichen, ohne ihr Angebot zu verbessern oder einen Finanzierungsnachweis zu liefern. Zwar betonte Beha, die Gruppe werde trotz des Ablaufs der Frist weiter ihr angekündigtes zweites Angebot für den insolventen Handyhersteller BenQ Mobile nachliefern und weiter verhandeln, um „die Gespräche zu einem positiven Abschluss zu bringen und ihr Unternehmenskonzept zu realisieren“. Doch nach Einschätzung in Verhandlungskreisen wird eine Rettung wesentlicher Teile des zusammengebrochenen Unternehmens mit jedem Tag, der verstreicht, unwahrscheinlicher. „Realistischerweise passiert nicht mehr viel.“

Allerdings wird nun erst einmal der kommende Freitag (19. Januar) abgewartet. Bis dahin will der Hamburger Laptop-Hersteller Bacoc ein Angebot abgeben. Wieder eine neue Frist also, bis zu deren Ablauf die Mitarbeiter ein wenig hoffen können. Bisher allerdings konnten die Offerten und vor allem die Finanzierungskonzepte von der Gruppe um Beha, der kapitalschwachen US-Biometrie-Firma Sentex Sensing und anderer Interessenten die Gläubiger nicht überzeugen. Insolvenzverwalter Martin Prager wird sich aber auch die Bacoc-Offerte selbstverständlich ansehen. „Unsolider als das, was man bisher gesehen hat, kann es auch nicht sein“, meint ein Branchenkenner.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×