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13.11.2014

14:23 Uhr

Bertelsmann erleidet Gewinneinbruch

Europas größter Medienkonzern hat Probleme

Die Umsätze steigen, der Gewinn purzelt. Bertelsmann kämpft gegen alte Probleme an. Frankreich und Ungarn bleiben Sorgenkinder, der Rückzug aus Druckerei- und Buchclub-Geschäften sorgt für Rückschläge.

Bertelsmann, Europas größter Medienkonzern, erleidet einen drastischen Umsatzeinbruch. dpa

Bertelsmann, Europas größter Medienkonzern, erleidet einen drastischen Umsatzeinbruch.

MünchenEuropas größtes Medienunternehmen Bertelsmann hat seinen Umsatz in den ersten neun Monaten 2014 gesteigert. Dem Plus bei den Erlösen von 4,3 Prozent auf rund 11,82 Milliarden Euro steht allerdings ein deutliches Minus unter dem Strich gegenüber. Der Gewinn brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte (rund 54 Prozent) auf 285 Millionen Euro ein, wie das Gütersloher Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Allerdings war der Vorjahresgewinn von 623 Millionen Euro durch Sondereffekte geprägt - etwa die vollständige Übernahme des Musikrechteunternehmens BMG. Im laufenden Jahr machten sich Verluste in der Drucksparte, dem spanischen Clubgeschäft sowie Kosten bei der Integration von Penguin und Random House bemerkbar.

Die Geschäftsfelder von Bertelsmann

Bücher

Das Buchgeschäft ist die Keimzelle von Bertelsmann: Gründer Carl Bertelsmann erhielt 1835 die Konzession der preußischen Regierung zur Einrichtung einer Buchdruckerei. Unter dem Dach des Konzerns ist inzwischen die größte Publikumsverlagsgruppe der Welt entstanden: Zunächst unter dem Namen der US-Tochterfirma Random House, seit 2012 in einem Joint Venture mit Pearson, an dem die Gütersloher 53 Prozent halten. Penguin Random House heißt der Gigant mit seinen 11.800 Mitarbeitern.

Fernsehen

Die RTL Group betreibt 53 TV- und 28 Radiosender in neun Ländern Europas sowie Indien. Gerade in Deutschland ist das Unternehmen stark – mit den Stationen RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv. Bertelsmann hält 92,3 Prozent an der Sendergruppe.

Zeitschriften

Ob „Stern“, „Geo“ oder „Brigitte“: An europäischen Kiosken sind die Zeitschriften von Gruner + Jahr nicht zu übersehen. Bertelsmann hält seit den 70er Jahren die Mehrheit an den Verlag, Ende 2014 will der Medienkonzern die verbliebenen Anteile von der Jahr-Familie kaufen.

Dienstleistungen

Arvato ist die wohl vielseitigste Tochter von Bertelsmann: Die Dienstleistungssparte erstellt digitale Medien, ist im E-Commerce tätig, bietet aber auch zahlreiche Unternehmenslösungen für Kundenpflege, Produktionsplanung und Datenmanagement, außerdem IT-Services. Die Sparte hat mehr als 66.000 Mitarbeiter.

Druck

Bertelsmann gliederte die Druckaktivitäten 2012 in die Sparte Be Printers aus. Diese fertigt Zeitschriften, Kataloge, Prospekte, Bücher und Kalender. Zudem bietet sie Dienstleistungen an. Die Bertelsmann-Tochter betreibt Druckereien in Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien sowie den USA und Kolumbien und hat 6200 Mitarbeiter.

Musik

Musik gehörte lange zum Kerngeschäft von Bertelsmann. Allerdings verkaufte der Konzern 2006 seinen Musikverlag BMG, 2008 gab er auch seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG ab und verabschiedete sich so aus dem Tonträgergeschäft. 2013 holten die Gütersloher die Musik vom Finanzinvestor KKR zurück in den Konzern. Das Geschäft gehört zum Bereich Corporate Investments, der alle übrigen operativen Aktivitäten von Bertelsmann umfasst.

Am Mittwoch hatte die ehemalige EU-Justizkommissarin Viviane Reding bestätigt, dass sie ab Januar 2015 in das Kuratorium der Bertelsmann-Stiftung einzieht. Dieser Schritt sei ihr nach dem Verhaltenskodex der EU-Kommission genehmigt worden, erklärte die Luxemburgerin. Ehemalige EU-Kommissare dürfen für eine Dauer von 18 Monaten nach ihrem Ausscheiden keine Lobbyarbeit etwa bei der EU-Kommission betreiben.

Die Bertelsmann-Stiftung ist größter Anteilseigner des Bertelsmann-Konzerns. Das Kuratorium versteht sich als Aufsichtsgremium der unabhängigen Stiftung.

Kommentare (1)

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13.11.2014, 11:45 Uhr

Da der Betriebsgewinn anstieg, scheint die Strategie des Vorstandes aufzugehen.

Abtrennung potentiell stagnierender Geschäfte und Förderung der Internetaktivitäten dürfte der rechte Weg sein, sofern Springer etwa und andere richtig liegen sollten.

Allerdings bleibt jede Prognose zweifelhaft, solange sie die Zukunft betrifft, was meist der Fall ist.

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