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16.06.2011

07:03 Uhr

Bertelsmann-Matriarchin

Liz Mohn hat wieder zur Feder gegriffen

VonHans-Peter Siebenhaar

Bereits ihr erstes Buch sorgte für Unruhe - kein Wunder also dass das Bertelsmann-Management auch die zweite Veröffentlichung von Matriarchin Liz Mohn eher angespannt erwartet. Ihr neues Werk birgt Schlüsselmomente.

Liz Mohn lenkt Europas größten Medienkonzern. Quelle: Verlag

Liz Mohn lenkt Europas größten Medienkonzern.

DüsseldorfDie Matriarchin des Medienkonzerns Bertelsmann hat wieder zur Feder gegriffen. Mitte September soll das zweite Buch von Liz Mohn, das 20 Euro kosten wird, mit dem Titel „Schlüsselmomente – Erfahrungen eines engagierten Lebens“ im Verlag C. Bertelsmann erscheinen.

Auf 200 Seiten will die Witwe des 2009 verstorbenen Unternehmers Reinhard Mohn auf ihr Leben zurückblicken und Perspektiven für die Gesellschaft von morgen diskutieren. „Das kleine Mädchen aus Wiedenbrück, hineingeboren in eine scheinbar hoffnungslose Welt, entwickelte sich zu einer zielorientiert handelnden und verantwortungsbewussten Persönlichkeit“, heißt es in der Verlagsankündigung.

Liz Mohn lenkt heute Europas größten Medienkonzern. Sie ist Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Aufsichtsratsmitglied der Bertelsmann AG und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der mächtigen Bertelsmann-Stiftung. Gegen ihren Willen geht am Firmensitz in Gütersloh nichts.

Am 21. Juni feiert die Matriarchin mit dem Lebensmotto „Probier’s mal. Du schaffst es“ ihren 70. Geburtstag. In fünf Jahren wird sie ihre Ämter an ihre Kinder abgeben. Welches ihrer Kinder dann die Macht übernehmen wird, ist aber noch nicht entschieden und eine viel diskutierte Frage in der Medienbranche.

Im Management von Bertelsmann sorgt die Nachricht, dass die Matriarchin wieder zur Feder gegriffen hat, für Unruhe. Denn ihr erstes, vor zehn Jahren erschienenes Buch mit dem Titel „Liebe öffnet Herzen“ löste eine Flut von Veröffentlichungen aus. Wenig später erschien auch „Die Mohns“ von Thomas Schuler. Das Buch räumte mit dem Mythos des einträchtigen Familienunternehmens auf.

Liz Mohn hat Bertelsmann ihr Leben gewidmet. Reinhard Mohn lernte sie 1958 bei einem Betriebsfest kennen, kurz nachdem die damals 17-Jährige als Telefonistin beim Buchclub angefangen hatte. „Von dem Tag an war nichts mehr wie vorher“, erinnerte sie sich später in ihrem Erstlingswerk. Es begann eine Liebesaffäre mit dem verheirateten Mohn. Viele Jahre später heirateten sie.

Liz Mohn gilt als willensstark und eigenwillig. „Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt hatte, tat ich alles, um es zu erreichen. Und in solchen Momenten flossen mir ungeahnte Kräfte zu“, schreibt sie. Ihr größter Triumph – und damit wohl auch einer ihrer „Schlüsselmomente“, die sie in ihrem neuen Buch schildern will – war die Verhinderung des Börsengangs von Bertelsmann im Jahr 2006. Die Familie zahlte den Mitgesellschafter Albert Frère mit 4,5 Milliarden Euro aus. Damit war der Konzern auch für die sechste Generation, die Kinder von Liz und Reinhard Mohn, gesichert.

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