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16.05.2013

12:59 Uhr

Bertelsmann steigert Gewinn

RTL-Mutter will durch Zukäufe wachsen

Leichter Umsatzrückgang, steigender Gewinn: Mit diesem Ergebnis ist der Medienkonzern Bertelsmann aus dem ersten Quartal gegangen. Durch dem Ausbau neuer Geschäftsfelder will der Konzern fit für die Zukunft werden.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe: „Werden 2013 deutlich wachsen.“ Reuters

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe: „Werden 2013 deutlich wachsen.“

KölnDer Medienkonzern Bertelsmann ist dank seiner Fernsehtochter RTL und der Komplettübernahme der Musikrechtefirma BMG mit einem Gewinnanstieg in das Jahr gestartet. Dennoch warnte Finanzchefin Judith Hartmann am Donnerstag wegen der Wirtschaftskrise in Europa vor zu viel Optimismus: "Die ersten drei Monate sind erfreulich verlaufen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben aber herausfordernd." Das Management hatte angekündigt, dass Bertelsmann dieses Jahr nur wegen seiner Zukäufe wachsen und das Betriebsergebnis ohne Zu- und Verkäufe stabil oder rückläufig sein werde. Auch der wichtigste Gewinnbringer für Bertelsmann, Europas größter TV-Konzern RTL, dämpfte wegen der schwachen Werbemärkte die Erwartungen: "Wir bleiben vorsichtig", sagte Co-Chefin Anke Schäferkordt. Sie will sich bislang nicht festlegen, ob RTL 2013 das Ergebnis des Vorjahres erreicht.

Die gesamte Werbebranche ächzt unter der Rezession in vielen europäischen Ländern. Unternehmen halten sich mit Marketing-Kampagnen im Fernsehen oder Anzeigen in Zeitschriften und Zeitungen zurück. Zu Bertelsmann gehört neben RTL auch der Zeitungs- und Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr ("Stern", "Gala", "Eltern"), zum Vierteljahr weist der Konzern Umsätze und Ergebnisse seiner Sparten aber nicht gesondert aus.

Die größten Medienkonzerne der Welt (nach Umsatz 2012)

Comcast/NBC, LLC

48,7 Milliarden Euro

Google

39,1 Milliarden Euro

Walt Disney

32,9 Milliarden Euro

News Corp.

26,2 Milliarden Euro

Time Warner

22,4 Milliarden Euro

Viacom/CBS Corp.

22,4 Milliarden Euro

Sony Entertainment

16,8 Milliarden Euro

Bertelsmann

16,1 Milliarden Euro

Vivendi

13,3 Milliarden Euro

Dish Network Corp.

11,1 Milliarden Euro

Rang 11 bis 20

Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro

Thomson Reuters 10 Milliarden Euro

Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro

Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro

Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro

Pearson 7,5 Milliarden Euro

Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro

Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro

ARD 6,3 Milliarden Euro

Bloomberg 6,2 Milliarden Euro

Quelle: Unternehmen

Dem Gütersloher Medienriesen gelang es aber dank eines Gewinnanstiegs bei seiner wichtigsten Sparte RTL und Kostensenkungen im ersten Quartal operativ zuzulegen, obwohl der Umsatz leicht auf 3,63 von 3,66 Milliarden Euro sank. Von Januar bis März stieg das operative Ergebnis um rund neun Prozent auf 303 Millionen Euro. Das Konzernergebnis verbesserte sich sogar um 43 Prozent auf insgesamt 207 Millionen Euro. Hier spielte auch die Neubewertung von BMG eine Rolle, die Bertelsmann einen kleinen Gewinn brachte, wie ein Sprecher erläuterte. Da BMG nach der Komplettübernahme erst ab dem zweiten Quartal konsolidiert wird, fließen auch erst dann Umsatz und operatives Ergebnis der Musikrechtetochter mit in die Bertelsmann-Bilanz ein.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe hatte Bertelsmann nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr einen Umbau verordnet, um den Konzern unabhängiger von Konjunkturschwankungen in seinem angestammten Geschäft zu machen. Neben der Übernahme von BMG brachte er auch den Zusammenschluss des Buchverlags Random House, der derzeit Erfolge mit der Erotik-Romantrilogie "Shades of Grey" feiert, mit dem zum britischen Rivalen Pearson gehörenden Penguin-Verlag unter Dach und Fach. Rabe zeigte sich zuversichtlich, den Zusammenschluss "im frühen zweiten Halbjahr" abzuschließen. Es fehlen die Genehmigungen der Behörden.

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