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29.03.2006

15:40 Uhr

Bertelsmann-Tochter

Arvato will Umsatz kräftig steigern

Nach einem kräftigen Wachstum im vergangenen Jahr erwartet der Medien- und Kommunikationsdienstleister Arvato positive Geschäftsimpulse durch die Fußball-Weltmeisterschaft.

HB GÜTERSLOH. Die Bertelsmann-Tochter verspricht sich für 2006 Wachstumsschübe aus klassischen Geschäftsfeldern wie Druck oder CD-Produktion. Ein neues DVD- und CD-Werk in Russland, eine neue Druckerei in Italien sowie Druck- und Produktionsaufträge neuer Kunden sollen das Unternehmen voranbringen, sagte der Vorstandsvorsitzende Hartmut Ostrowski am Mittwoch. Das Unternehmen peile Umsatzsteigerungen von bis zu 300 Mill. Euro an. Das Wachstum solle zur Hälfte organisch erzielt werden, zur Hälfte aber aus den Acquisitionen des vergangenen Jahres kommen, darunter die Beteiligung am Hamburger Tiefdruckriesen Prinovis und am Informationsdienstleister Infoscore (Baden-Baden).

Arvato ist eine von sechs Sparten des Bertelsmann-Konzerns. 2005 wurde ein Umsatz von 4,3 Mrd. Euro (2004: 3,76 Mrd) und ein operatives Ergebnis von 341 Mill. Euro (2004: 310 Mio) erzielt. Die Zahl der Mitarbeiter stieg weltweit um 8000 auf 42 155. 1200 Stellen seien in Deutschland neu geschaffen worden. Neben technischen Neuerungen wie Nachfolgeentwicklungen für CD und DVD setze Arvato auch künftig auf klassische Bereiche wie etwa den Druck. „Das ist und bleibt ein wichtiger Pfeiler.“

Mit der neuen Telefonauskunft („11818“) erreiche Arvato bereits 10 000 Anrufe pro Tag zum Minutenpreis von 1,20 Euro. „Wir bauchen langfristig den dreifachen Umfang“, sagte Ostrowski. Der Start der Auskunft sei aber erfolgreicher verlaufen, als zunächst geplant. Die Internet-Download-Plattform „GNAB“ wachse weiter. Trotz aufkommender ähnlicher Produkte von Wettbewerbern sagte Ostrowski: „Wir glauben, das wir technisch führend sind.“

Im deutschsprachigen Raum ist der Mutterkonzern Bertelsmann exklusiver Lizenznehmer des Weltfußballverbandes Fifa für die Printpublikationen zu dem Großereignis. Unter Federführung der Arvato-Tochter Medienfabrik Gütersloh würden rund 120 Produkte angeboten, darunter Zeitschriften, Poster, Lexika und Puzzles, erläuterte Arvato-Chef Hartmut Ostrowski am Mittwoch.

Arvato will künftig stärker als bisher in das Geschäft mit der Übernahme öffentlicher Dienstleistungen einsteigen. Ein Pilotprojekt im Landkreis East Riding in Großbritannien sei angelaufen. Es gebe Gespräche auch mit „drei deutschen Mittelstädten“, für die Aufgaben wie das Eintreiben bestimmter Steuern oder das Auszahlen von Beihilfen erledigt werden könnten, sagte Ostrowski. Die deutschen Verwaltungen arbeiteten jedoch weniger effizient als die englischen. Zudem seien die Widerstände in Deutschland sehr groß, hoheitliche Aufgaben zu privatisieren.

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