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26.06.2013

19:34 Uhr

Bertelsmann-Tochter

BMG sichert sich Rechte an den Rolling Stones

Es ist der erste Erfolg seit der Komplettübernahme durch Bertelsmann und dann so eine Band: BMG vertritt zukünftig die Rechte der Rolling Stones Sänger Mick Jagger und Keith Richards.

Sie sind die Bandleader der Rolling Stones und der Stolz von BMG: Mick Jagger und Keith Richards. ap

Sie sind die Bandleader der Rolling Stones und der Stolz von BMG: Mick Jagger und Keith Richards.

MünchenDie Rolling Stones rocken künftig bei Bertelsmann. Die Bertelsmann-Tochter BMG vertritt ab Juli die Musikrechte der Bandleader Mick Jagger und Keith Richards und verkündete damit am Mittwoch ihren ersten großen Erfolg seit der Komplettübernahme durch den Medienkonzern vor wenigen Monaten. „Eine größere Bestätigung dafür, dass BMG ein überzeugendes Geschäftsmodell und ein hervorragendes Team hat, kann es nicht geben“, sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe.

„Wir freuen uns auf eine frische, langfristige und fruchtbare Geschäftsbeziehung mit dem ganzen BMG-Team“, erklärten Jagger und Richards in einer gemeinsamen Stellungnahme. Sie befinden sich gerade auf einer Konzerttournee zum 50-jährigen Bestehen der Rockgruppe, die zu den erfolgreichsten Bands aller Zeiten zählt.

Bertelsmann hatte BMG gemeinsam mit dem Finanzinvestor KKR neu aufgestellt und dessen Mehrheitsanteil im Frühjahr übernommen. Die neue Tochter mit Sitz in Berlin ist das viertgrößte Musikrechte-Unternehmen weltweit. BMG ist nicht im klassischen Plattengeschäft aktiv, sondern verwertet Musikrechte und achtet beispielsweise darauf, dass die Künstler ihre Anteile an den Erlösen aus CD-Verkäufen erhalten.

Die Geschäftsfelder von Bertelsmann

Bücher

Das Buchgeschäft ist die Keimzelle von Bertelsmann: Gründer Carl Bertelsmann erhielt 1835 die Konzession der preußischen Regierung zur Einrichtung einer Buchdruckerei. Unter dem Dach des Konzerns ist inzwischen die größte Publikumsverlagsgruppe der Welt entstanden: Zunächst unter dem Namen der US-Tochterfirma Random House, seit 2012 in einem Joint Venture mit Pearson, an dem die Gütersloher 53 Prozent halten. Penguin Random House heißt der Gigant mit seinen 11.800 Mitarbeitern.

Fernsehen

Die RTL Group betreibt 53 TV- und 28 Radiosender in neun Ländern Europas sowie Indien. Gerade in Deutschland ist das Unternehmen stark – mit den Stationen RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv. Bertelsmann hält 92,3 Prozent an der Sendergruppe.

Zeitschriften

Ob „Stern“, „Geo“ oder „Brigitte“: An europäischen Kiosken sind die Zeitschriften von Gruner + Jahr nicht zu übersehen. Bertelsmann hält seit den 70er Jahren die Mehrheit an den Verlag, Ende 2014 will der Medienkonzern die verbliebenen Anteile von der Jahr-Familie kaufen.

Dienstleistungen

Arvato ist die wohl vielseitigste Tochter von Bertelsmann: Die Dienstleistungssparte erstellt digitale Medien, ist im E-Commerce tätig, bietet aber auch zahlreiche Unternehmenslösungen für Kundenpflege, Produktionsplanung und Datenmanagement, außerdem IT-Services. Die Sparte hat mehr als 66.000 Mitarbeiter.

Druck

Bertelsmann gliederte die Druckaktivitäten 2012 in die Sparte Be Printers aus. Diese fertigt Zeitschriften, Kataloge, Prospekte, Bücher und Kalender. Zudem bietet sie Dienstleistungen an. Die Bertelsmann-Tochter betreibt Druckereien in Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien sowie den USA und Kolumbien und hat 6200 Mitarbeiter.

Musik

Musik gehörte lange zum Kerngeschäft von Bertelsmann. Allerdings verkaufte der Konzern 2006 seinen Musikverlag BMG, 2008 gab er auch seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG ab und verabschiedete sich so aus dem Tonträgergeschäft. 2013 holten die Gütersloher die Musik vom Finanzinvestor KKR zurück in den Konzern. Das Geschäft gehört zum Bereich Corporate Investments, der alle übrigen operativen Aktivitäten von Bertelsmann umfasst.

BMG übernimmt für die Stones die Vermarktung und Lizenzierung der Songtitel für Film, Fernsehen und Werbung. Auch die Abrechnung mit der rasant steigenden Zahl von Onlinemusikdiensten stellt das Unternehmen sicher. Unmittelbar verantwortlich ist BMG als Verleger für die Werke von Jagger und Richards seit 1983, darunter die Alben „Voodoo Lounge“ und „Bridges To Babylon.“ Darüber hinaus verwaltet die Bertelsmann-Tochter die Copyrights beider Musiker an den älteren Titeln wie „I Can't Get No Satisfaction“, die von den Verlagen Abkco und EMI Music Publishing vertreten werden.

Bertelsmann-Chef Rabe hat Europas größtem Medienkonzern einen Umbau verordnet, um ihn unabhängiger von Konjunkturschwankungen in seinem europäischen Stammgeschäft zu machen. Neben der Übernahme von BMG brachte Rabe den Zusammenschluss des Buchverlags Random House mit dem zum Rivalen Pearson gehörenden Penguin-Verlag unter Dach und Fach. Geld für Investitionen beispielsweise in China, Indien, Brasilien und den USA holte sich Bertelsmann unter anderem mit dem Verkauf von Anteilen an der Fernsehgruppe RTL, die Ende April an der Frankfurter Börse platziert wurden.

Von

rtr

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