Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.01.2017

09:25 Uhr

Bertelsmann-Tochter profitiert

1984 ist aktueller Bestseller

In den USA ist in den Tagen nach der Amtseinführung Donald Trumps der Roman „1984“ aus dem Jahr 1949 auf Rang eins der Bestseller-Listen geklettert. Der Verlag druckt einem Bericht zufolge Zehntausende Exemplare nach.

In dem Roman-Klassiker schildert George Orwell ein Szenario eines Überwachungsstaats: „Big Brother is watching you.“

1984

In dem Roman-Klassiker schildert George Orwell ein Szenario eines Überwachungsstaats: „Big Brother is watching you.“

DüsseldorfMit den falschen Behauptungen rund um Donald Trumps Amtseinführung beflügelt das Weiße Haus offenbar die Verkäufe von George Orwells Klassiker „1984.“ Am Dienstagabend kletterte der dystopische Roman um einen totalitären Überwachungsstaat, in dem Fakten durch „Neusprech“ unterdrückt und verzerrt werden, auf Platz eins der aktuellen Bestseller-Liste von Amazon.com.

Davon profitiert der weltgrößte Buchverlag Penguin Random House, eine Tochter des Bertelsmann-Verlags. Die Gütersloher planen ihre Anteile an Penguin Random House sogar noch aufzustocken, nachdem der britische Verlag Pearson angekündigt hat, Anteile verkaufen zu wollen. Bei Penguin Random House stehen Erfolgsautoren wie Paula Hawkins („Girl on the Train“) und John Grisham („Die Firma“) unter Vertrag.

Pearson trennt sich von Penguin Random House: Bertelsmann will riesigen Buchkonzern komplett

Pearson trennt sich von Penguin Random House

Bertelsmann will riesigen Buchkonzern komplett

Die Verlagsgruppe Penguin Random House veröffentlicht Tausende neue Bücher im Jahr von vielen Bestseller-Autoren. Jetzt will der britische Konzern Pearson aussteigen - zur Freude des Gütersloher Konzerns Bertelsmann.

Die aktuelle Renaissance von „1984“ geht auf unbelegbare Äußerungen des neuen Regierungssprechers Sean Spicer zurück, wonach ein Rekordpublikum Trumps Vereidigung am vergangenen Freitag verfolgt habe. Sein Chef hatte zuvor erklärt, dass er bei seiner Antrittsrede vom Podium aus rund 1,5 Millionen Zuschauer erblickt habe, die bis zum Washington Monument gereicht hätten. Foto und Videoaufnahmen widerlegen dies jedoch. Trumps Beraterin Kellyanne Conway prägte daraufhin ein Schlagwort, indem sie die Behauptungen über die Besuchermenge als „alternative Fakten“ bezeichnete. Prompt wurden in sozialen Medien Vergleiche zu „1984“ gezogen.

Orwells Buch aus dem Jahre 1949 ist nicht das einzige Werk mit einer warnenden Botschaft auf der Amazon-Liste. Sinclair Lewis' Roman von 1935 über die Wahl eines autoritären Präsidenten mit dem Titel „It Can't Happen Here“ (dt. Das ist bei uns nicht möglich) findet sich dort auf Platz 46. Aldous Huxleys dystopisches Werk „Schöne Neue Welt“ steht an 71. Stelle.

Auch die Verkaufszahlen des Sachbuchs „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ der deutsch-amerikanischen Publizistin und Theoretikerin Hannah Arendt zeigen nach oben.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Lana Ebsel

25.01.2017, 12:30 Uhr

Jeder sollte 1984 einmal gelesen haben, denn dann weiß er, was die Gutmenschen-Herren mit ihrem Volk vorhaben: Allen Andersdenkenden den Mund tot machen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×