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15.10.2011

15:13 Uhr

Bertelsmann-Tochter

UFA strebt in neue Wachstumsfelder

VonHans-Peter Siebenhaar

Der Produzent von Quotenhits wie „Deutschland sucht den Superstar“ will weniger abhängig vom TV-Geschäft werden. Die neue Sparte UFA Cinema steht allerdings noch auf wackligen Beinen.

Die UFA produziert unter anderem das Format „Deutschland sucht den Superstar“. dpa

Die UFA produziert unter anderem das Format „Deutschland sucht den Superstar“.

CannesDie UFA will in neue Geschäftsfelder vorstoßen, um die Abhängigkeit vom Fernsehgeschäft zu verringern. „Unser Hauptaugenmerk liegt neben dem Fernsehgeschäft auf der erfolgreichen Diversifizierung in neue Geschäftsfelder wie dem Branded Entertainment, Social Gaming und die Produktion von Inhalten für die vielfältigen digitalen Plattformen“, sagte UFA-Chef Wolf Bauer dem Handelsblatt.

Unter Branded Entertainment versteht die Bertelsmann-Tochter Markenkommunikation außerhalb klassischer Werbespots. In der Praxis heißt das, die Produktion einer Kurz-Comedy mit einem populären Entertainer für ein Dax-Unternehmen, das dann als Online-Video im Internet weiter verbreitet wird. Laut Bauer würden die Akquisitionen des Spielehersteller Ludia und des Werbespezialisten Radical Media helfen, die neuen Wachstumsfelder zu erobern. Die Eroberung neuer Geschäftsfelder dauert aber. Denn die Geschäftsführung von UFA Brand Communication ist derzeit verwaist. Der bisherige Geschäftsführer Stefan Kastenmüller wechselte vor Wochen überraschend zum Schweizer Medienkonzern Ringier.

Noch macht die UFA nach Einschätzung von Brancheninsidern mehr als vier Fünftel ihrer Erlöse mit TV-Produktionen. Der Umsatz lag zuletzt nach Expertenschätzungen bei über 300 Millionen Euro. Die UFA, der mit Abstand größte deutsche TV-Produzent („Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Deutschland sucht den  Superstar“, „Hindenburg“), nennt traditionell keine Zahlen.

UFA-Chef Wolf Bauer. picture-alliance / SCHROEWIG/Eva

UFA-Chef Wolf Bauer.

Mit dem neuen Geschäftsfeld, der 2008 gegründeten Kinosparte UFA Cinema, hat die Bertelsmann-Tochter hingegen bislang noch nicht den Durchbruch erreicht. Während die Filme „Hanni und Nanni“ und „Teufelskicker“ im deutschsprachigen Raum über eine Million beziehungsweise knapp 800 000 Zuschauer erreichten, floppte die Verfilmung des Bestsellers „Das Dschungelkind“ von Sandra Kuegler. „Mit nur 300.000 Zuschauern war ,Das Dschungelkind’ für uns, aber auch für unseren Verleih eine große Enttäuschung“, sagte Bauer. „ Wir hatten mit mehr als einer Million Zuschauer gerechnet.“

Die 2010 gegründete UFA Cinema, die Nummer zwei nach der Constantin Film („Wickie“, „Baader-Meinhof-Komplex“), steht unter Beobachtung. Beim börsennotierten Mutterkonzern, der RTL Group, waren nicht alle begeistert davon, dass die in Babelsberg ansässige Ufa in das riskante Kinofilmgeschäft eingestiegen ist.

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