Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.05.2012

16:32 Uhr

Berufung gegen Urteil

Streit zwischen Gema und Youtube geht weiter

Der Streit um Musikvideos bei Youtube wird die deutsche Justiz noch lange beschäftigen. Die Google-Plattform und die Gema konnten sich am Verhandlungstisch nicht einigen. Nun legen beide Parteien Berufung ein.

Die Homepages der Verwertungsgesellschaft Gema und der Videoplattform Youtube. dapd

Die Homepages der Verwertungsgesellschaft Gema und der Videoplattform Youtube.

Hamburg/MünchenIm Streit um Musikclips auf Youtube hat die Verwertungsgesellschaft Gema Berufung gegen ein Urteil des Landgerichts Hamburg eingelegt. Die Verhandlungen mit der Google-Tochter hätten in den vergangenen Wochen zu keiner Einigung geführt, erklärte die Gema am Montag in München. Es habe sich schnell gezeigt, dass die Gespräche bis zum Ende der Berufungsfrist nicht erfolgreich zu Ende geführt werden konnten. „Wir wollen uns verständigen“, sagte der Syndikus der Gema, Alexander Wolf, der Nachrichtenagentur dpa. „Wir müssen aber auch darauf achten, dass die Rechtspositionen unserer Mitglieder gewahrt bleiben.“

Das Landgericht Hamburg hatte am 20. April entschieden, dass Youtube mehr tun muss, damit Videos mit geschützter Musik von der Plattform verschwinden und dort auch künftig nicht mehr auftauchen. Damit konnte die Gema eine zentrale Forderung durchsetzen.

Allerdings verpflichtete der Hamburger Richter Youtube nicht dazu, jeden einzelnen Clip schon beim Hochladen zu überprüfen. Dies wertete Youtube als wichtigen Erfolg. Das Gericht stellte gleichzeitig fest, dass das von Youtube entwickelte Schutzsystem Content-ID nicht ausreicht, um Clips mit geschützter Musik zu identifizieren. Content-ID muss von den Rechte-Inhabern selbst mit Mustern der geschützten Inhalte versorgt werden. Der Richter meinte, das müsse das Videoportal schon selbst machen.

Youtube-Sprecherin Mounira Latrache bestätigte am Montag, dass die Google-Plattform ebenfalls in die nächste Instanz ziehe.

Da der Streit eine grundlegende Bedeutung hat, war erwartet worden, dass beide Parteien an einer letztinstanzlichen Klärung des Konfliktes interessiert sind. Nach Einschätzung von Experten werden nun sechs bis zwölf Monate verstreichen, bis der Fall nun in der nächsten Instanz vor dem Oberlandesgericht in Hamburg neu verhandelt werden kann.

Die Gema verlangt nun von Youtube weiterhin, die Ergebnisse der Verhandlungen offenzulegen. „Transparenz ist inzwischen ein Modewort. Aber uns geht es um Transparenz im eigentlichen Sinne“, sagte Wolf. Nach dem Gesetz sei die Gema verpflichtet, jede Musiknutzung zu lizenzieren. Damit sei die Gema auch in der Pflicht, die Tarife im Bundesanzeiger zu veröffentlichen.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Peter

21.05.2012, 14:35 Uhr

Gibt auf bonedo.de ein schönes Podcast Interview daz: Peter hempel Pressesprecher der GEMA äußert sich zu der GEMA Youtube Problematik...

Peter

21.05.2012, 14:38 Uhr

Oh da hab ich wohl den Link vergessen :) http://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/podcast-die-gema-ii.html

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×