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05.01.2007

08:16 Uhr

Beteiligungsgesellschaften

Investoren greifen nach Chipfirmen

VonJoachim Hofer

Die weltweite Halbleiterindustrie wächst rasant. Da wittern auch Private-Equity-Firmen gute Geschäfte. Mehr und mehr umwerben sie Chipfirmen. Und ihre Chancen stehen gar nicht schecht: Viele Chiphersteller stehen wirtschaftlich unter Druck, die Aktien sind günstig zu bekommen.

Ein Mitarbeiter eines Chipherstellers bei der Produktion. Foto: AP ap

Ein Mitarbeiter eines Chipherstellers bei der Produktion. Foto: AP

MÜNCHEN. Das Interesse von Finanzinvestoren an der Halbleiterbranche steigt. Am Donnerstag wurde bekannt, dass jetzt auch der größte chinesische Chiphersteller, die Semiconductor Manufacturing International Corp. (SMIC), von Beteiligungsgesellschaften umworben wird. Das Unternehmen aus Schanghai teilte mit, potenzielle Investoren hätten mit SMIC Kontakt aufgenommen. Es sei aber noch keine Entscheidung über einen Verkauf gefallen.

Private-Equity-Häuser engagieren sich in ganz großem Stil erst seit kurzem in der Chipbranche. Dafür sind die jüngsten Deals umso bemerkenswerter. Für die frühere Motorola-Tochter Freescale bezahlte ein Konsortium rund um den US-Investor Blackstone umgerechnet etwa 14 Mrd. Euro.

Eine Gruppe, angeführt von KKR, zahlte im vergangenen Sommer 3,4 Mrd. Euro für 80 Prozent der Anteile an NXP, der ehemaligen Halbleitersparte von Philips. Im November kündigte darüber hinaus die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Carlyle Group ein Angebot von umgerechnet fast fünf Mrd. Euro für die Taiwaner Chipfirma Advanced Semiconductor Engineering an.

Für Brancheninsider kommt das plötzliche Interesse der Finanzinvestoren nicht überraschend. „Die finanzielle Kraft der Finanzinvestoren ist groß“, sagte Infineon-Chef Wolfgang Ziebart dem Handelsblatt. Doch das ist noch nicht alles. „Viele Chipfirmen legen jedes Jahr ein Plus von zehn Prozent hin. Das ist ein schönes Wachstum, mit dem sich Geld machen lässt“, unterstrich jüngst Frans van Houten, Chef des niederländischen Chipherstellers NXP. Dazu kommt, dass die Branche nach wie vor zersplittert ist und es demzufolge viele Kaufkandidaten gibt.

Experten sind überzeugt, dass sich das ändert. „In jedem Segment unserer Industrie wird nur eine Hand voll großer Unternehmen übrig bleiben“, sagte jüngst Satoru Ito, Chef des japanischen Chipherstellers Renesas. Der Grund: „Die hohen Ausgaben für Entwicklung und die Werke werden sich nur noch die Marktführer leisten können.“

Dazu kommt, dass zahlreiche Chipfirmen wirtschaftlich unter Druck stehen. Deshalb sind einerseits die Aktien günstig zu bekommen. Andererseits haben die Beteiligungsgesellschaften genügend Möglichkeiten, den Wert der Unternehmen zu steigern.

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